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Anhörung im Parlament Japanischer Notenbankchef Kuroda deutet Schwenk in der Geldpolitik an

Zum ersten Mal spricht der japanische Notenbankchef von einer möglichen Normalisierung der Geldpolitik. Die Märkte reagieren deutlich.
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Japanischer Notenbankchef deutet Schwenk in der Geldpolitik an Quelle: Bloomberg
Haruhiko Kuroda

Japans Notenbank-Chef startet seine zweite Amtszeit.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtBis zum März 2020 ist es ja noch eine Weile hin. Trotzdem hat dieses Datum am Freitag die Märkte bewegt. Der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda sagte bei einer Anhörung im Parlament, er werde eventuell die ultralockere Geldpolitik zurückfahren, wenn im Fiskaljahr 2019 seine Ziele erreicht seien. Das Fiskaljahr endet erst im März 2020.

„Die Mitglieder im Rat der Bank of Japan erwarten, dass die Preissteigerung im Fiskaljahr 2019 rund zwei Prozent erreichen wird“, sagte er laut Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn das geschieht, dann werden wir zweifellos über einen Ausstieg diskutieren.“ Nüchtern betrachtet hat der Notenbankchef, der gerade für eine zweite Amtszweit bestätigt wurde, damit nichts Überraschendes gesagt.

Aber Märkte reagieren nicht nüchtern. Sie registrierten vor allem, dass er erstmals offen über eine Normalisierung sprach. Zuvor hatte er sich dagegen bemüht, die Erwartungen der Investoren, dass ein geldpolitischer Schwenk in Sicht sei, zu dämpfen. Nach den Äußerungen von Kuroda wurde der Yen stärker und die Renditen der japanischen Staatspapiere zogen an.

Weltweit haben große Notenbanken nach der Finanzkrise 2008 die Konjunktur mit massiven Ankäufen von Wertpapieren angeschoben. Die Bank of Japan (BoJ) ist dabei weiter gegangen als die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB). Die Fed hatte ihre Bilanzsumme bis maximal ein Viertel des Bruttoinlandprodukts (BIP) aufgeblasen und nur Staatsanleihen und verbriefte Immobiliendarlehen gekauft.

Die EZB liegt mittlerweile bei rund 40 Prozent des BIP und kauft auch Unternehmensanleihen. Die BoJ hat die Marke von 90 Prozent durchbrochen und kauft indirekt, über börsengehandelte Fonds, sogar Aktien. Außerdem versucht sie stärker als andere Notenbanken sehr genau die Zinsstruktur zu steuern.

Hinzu kommt: Während die Fed ihre Bilanzsumme schon wieder schrumpfen lässt, wird die EZB voraussichtlich im Laufe des Jahres zumindest weitere Nettozukäufe stoppen und damit die Bilanz stabil halten. Die BoJ ist dagegen der Nachzügler, sie wird wohl als letzte die Normalisierung einleiten. Insofern setzt Kurodas Äußerung auch ein weltweites Signal, dass wir uns irgendwann wieder in einer normalen Welt befinden könnten - wenn alles gut geht und keine Rezession dazwischen kommt.

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