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Anhörung vor dem Europaparlament EZB-Präsident Draghi sieht klare Anzeichen für steigende Inflation

Der EZB-Präsident hat ungewohnt deutlich von einer steigenden Inflation gesprochen. Das beflügelt Spekulationen über eine schnellere Straffung der Geldpolitik.
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Mit seinen Äußerungen beflügelte Draghi Spekulationen über eine baldige Straffung der Geldpolitik. Quelle: Reuters
Mario Draghi

Mit seinen Äußerungen beflügelte Draghi Spekulationen über eine baldige Straffung der Geldpolitik.

(Foto: Reuters)

Frankfurt EZB-Präsident Mario Draghi hat am Montag mit wenigen Worten die Märkte bewegt. In einer Anhörung vor dem Währungsausschuss des Europaparlaments sprach er ungewohnt deutlich von Anzeichen für eine steigende Inflation im Euroraum. „Wir erwarten, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter steigt und die Verknappung des Arbeitsangebots zu steigenden Löhnen führt,“ sagte Draghi.

Er sehe einen „relativ heftigen Anstieg“ einzelner Inflationskomponenten. So seien die Tariflöhne im vergangenen Jahr noch um 1,5 Prozent gestiegen – im ersten Quartal 2018 hingegen schon um 1,7 und im zweiten Quartal um 2,2 Prozent. Dies mache ihn optimistisch, dass der Aufwärtstrend weiter anhält, da Tarifabschlüsse oft über zwei Jahre abgeschlossen würden.

Mit seinen Äußerungen beflügelte Draghi Spekulationen über eine baldige Straffung der Geldpolitik. Die Zinsen für europäische Staatsanleihen stiegen daraufhin – und die Aktienmärkte vergrößerten ihre Verluste. Der Euro-Kurs kletterte zeitweise auf 1,1815 US-Dollar – und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni.

Hinsichtlich der Zinsen bekräftigte Draghi allerdings, dass die EZB frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung erwartet. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von Draghi noch „über den Sommer“ 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben. Im September hatte die Notenbank einen weiteren Mini-Schritt in Richtung einer strafferen Geldpolitik beschlossen. Ab Oktober sollen die monatlichen Anleihenkäufe auf 15 Milliarden Euro halbiert werden.

Sofern die Konjunktur mitspielt, sollen die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen zum Jahresende ganz eingestellt werden. Dann werden sie ein Volumen von 2,6 Billionen Euro erreicht haben.

Vor dem Europaparlament forderte Draghi zudem weitere Reformen in Europa. „Heute, zehn Jahre nach dem Start der Finanzkrise, gibt es immer noch wichtige unerledigte Aufgaben, wenn es darum geht, den finanzpolitischen gesetzlichen Rahmen zu verbessern“, sagte er.

Die EU-Staaten diskutieren unter anderem darüber, den Euro-Rettungsschirm ESM zu einem Europäischen Währungsfonds mit größeren Befugnissen auszuweiten. Strittig ist zudem seit längerem die Einführung eines gemeinsamen Sicherungssystems für Bankeinlagen. Die Gelegenheit für Reformen vor den Europawahlen im kommenden Mai müsse nun genutzt werden, sagte Draghi.

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2 Kommentare zu "Anhörung vor dem Europaparlament: EZB-Präsident Draghi sieht klare Anzeichen für steigende Inflation"

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  • ....mal schauen, wie lange die Party der Banker noch andauert....
    Zum Schluss muss der Steuerzahler eh alles bezahlen.

  • EZB-Präsident Draghi betrügt weiter die Sparer in Deutschland.
    Nach der Strafsteuer für Geldeinlagen und der Nullzinspolitik freut er sich nun über eine Inflation. Wie pervers. Deutsche Sparer verlieren damit noch mehr von ihrem Realvermögen wie schon bisher.

    Die EZB ist für mich ein Synonym für Banken-MAFIA.