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Auswirkungen der Krise Die an Corona angepasste Inflationsrate liegt höher

Die US-Bank State Street hat in die Messung der Verbraucherpreise das veränderte Verhalten in der Krise eingerechnet. Das Ergebnis überrascht.
23.07.2020 - 18:50 Uhr Kommentieren
In diesem Bereich ist die Nachfrage mittlerweile stabil. Quelle: Reuters
Lebensmittel in Pasadena, Kalifornien

In diesem Bereich ist die Nachfrage mittlerweile stabil.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Wer mit offenen Augen an Geschäften vorbeiläuft, entdeckt immer wieder „Corona-Rabatte“. Viele Händler sind froh, wenn die Kunden überhaupt kommen. Viele Geschäftsleute konnten in der Phase geschlossener Läden ihren Lagerbestand nicht wie geplant abbauen. Obwohl die Notenbanken weltweit die Märkte mit Geld fluten und die Regierungen in nie gekanntem Tempo die Verschuldung hochtreiben, bleibt die Inflation bisher aus.

Im Gegenteil, sie sinkt sogar, weil die schwächere Nachfrage die Preise drückt. In Deutschland lag sie zuletzt bei 0,9 Prozent. In 14 Euro-Ländern sind die Preise zeitweise gefallen, wie Markus Demary vom Forschungsinstitut IW in einer Kurzstudie schreibt. Im Juni gaben sie in Griechenland um 1,7 Prozent und in Zypern um 2,5 Prozent nach. Leicht unter null rutschten sie unter anderem in Estland, Lettland, Italien und Spanien. Im Euro-Raum insgesamt liegt die Rate der Preissteigerung bei nur 0,3 Prozent.

Interessant ist in dem Zusammenhang eine Berechnung der US-Bank State Street in Zusammenarbeit mit dem Harvard-Professor Alberto Cavallo für die USA, aus der sich möglicherweise auch vorsichtige Rückschlüsse auf Europa ziehen lassen. Die Experten dort haben den Warenkorb, mit dem die Inflation gemessen wird, so angepasst, wie er sich ihrer Meinung nach durch Corona und die daraus folgenden Beschränkungen verändert hat.

Das wichtigste Beispiel: Restaurantbesuche sind drastisch zurückgegangen, im Gegenzug haben die Verbraucher mehr im Supermarkt eingekauft und zu Hause gekocht. Das Ergebnis: Während die offizielle Inflation der USA bei 0,6 Prozent liegt, ergibt sich durch die Anpassung ein Wert von 1,4 Prozent. Cavallo kommentiert: „Interessanterweise sind das nur zwei Zehntel weniger als im vergangen Jahr in einem völlig anderen ökonomischen Umfeld.“

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    Auffällig ist dabei: Zu Beginn der Krise ist der Verbrauch an Lebensmitteln hochgeschossen, bedingt durch die Hamsterkäufe. Danach sank er wieder und zeigt seit rund drei Monaten zwar noch einige Schwankungen, aber keine klare Tendenz. Der Verbrauch bleibt allerdings etwas höher als vor der Krise. In fast allen anderen Bereichen ist die Nachfrage dagegen eingebrochen und hat sich seit April und Mai nur langsam erholt. Vor allem Hotels, Restaurants, Hotels und Transportunternehmen machen nach wie vor weitaus schwächeres Geschäft als vor der Krise.

    Die Inflationsrate der USA ist in der Krise eingebrochen und hat sich danach etwas erholt. Aber diese Wiederbelegung der Preissteigerung ist deutlich spürbarer, wenn der Warenkorb so wie in der State-Street-Berechnung angepasst wird. In Europa wären, wegen der Vergleichbarkeit der Coronakrise, in der Tendenz wohl ähnliche Ergebnisse zu errechnen.

    Die Frage, ob die offizielle Inflation den Erfahrungen der Verbraucher entspricht, wird oft gestellt. Sie hat auch Bedeutung für die Geldpolitik. In Europa fehlt zum Beispiel die Berücksichtigung der Kosten selbst genutzten Wohneigentums.

    Mehr: Warum die Corona-Inflation ausfällt.

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