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Bank of Korea Südkoreas Notenbank leitet die Zinswende ein

Mit ihrer Zinssenkung könnte die Bank von Korea Vorbote für eine globale Wende sein. Doch in Südkorea ist schneller Alarm als in Europa und den USA.
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Der oberste Währungshüter des asiatischen Landes senkte aus Furcht vor einer Konjunkturkühlung früher als erwartet die Leitzinsen. Quelle: Bloomberg
Koreas Notenbankchef Lee Ju-yeol

Der oberste Währungshüter des asiatischen Landes senkte aus Furcht vor einer Konjunkturkühlung früher als erwartet die Leitzinsen.

(Foto: Bloomberg)

Tokio Südkoreas Notenbank hat die Märkte am Donnerstag mit einer Zinssenkung überrascht. Die Bank von Korea senkte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent, um der lahmenden Konjunktur in einer Zeit wachsender Handelskonflikte in Ostasien neue Wachstumsimpulse zu geben.

Mit ihrem ersten Zinsschritt seit 2016 könnte die südkoreanische Zentralbank der Vorbote für eine globale geldpolitische Wende werden. Nach jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell wetten die Märkte bereits, dass die US-Fed im Juli ebenfalls nach Jahren vorsichtiger Normalisierungsversuche ihre Geldpolitik wieder lockern und die Zinsen senken könnte.

Viele Marktteilnehmer hatten daher erwartet, dass die südkoreanischen Währungshüter erst nach ihren amerikanischen Kollegen reagieren würden. Doch die Eskalation des Geschichtskriegs mit Japan in einen Wirtschaftskonflikt schürt die Krisenstimmung im Land.

Die Notenbank kappte ihre Wachstumsprognose von 2,5 auf 2,2 Prozent. Denn sie erwartet, dass die Bauinvestitionen daheim weiter schrumpfen werden, während sich die Exporte und Anlageinvestitionen der Unternehmen später als erwartet erholen könnten.

Südkorea leidet unter Trumps Handelskrieg

Für Westeuropäer mögen die Wachstumswerte hoch klingen. In Südkorea schrillen allerdings schon bei Werten unter drei Prozent die Alarmglocken – und nicht erst, wenn die Wirtschaft wirklich schrumpft.

Hinzu kommt, dass das Land extrem von Hightech-Experten abhängig ist. Als wichtiger Lieferant von Speicherchips, Bauteilen und Anlagen an chinesische Konzerne wird es daher besonders stark vom Handelskrieg zwischen den USA und China getroffen.

Zusätzlich werden die Südkoreaner durch die Streichung von Exportvergünstigungen auf wichtige Materialien für die Chip- und Displayherstellung verunsichert, von denen Chiphersteller wie Samsung oder SK Hynix abhängen. Die Japaner begründen ihren Schritt damit, dass Südkorea bestimmte Vorschriften für den Export von Gütern nicht erfüllen würde, die auch militärisch genutzt werden könnten.

Die südkoreanische Regierung vermutet allerdings eine Vergeltung für Gerichtsurteile, die japanische Konzerne zur Entschädigung von koreanischen Arbeitern aus der Kriegszeit zwingt. Japans Regierung lehnt die Zahlungen ab, da für sie mit dem Grundlagenvertrag beider Staaten aus dem Jahr 1965 alle Ansprüche erledigt wurden.

Eskalierender Streit mit Japan bedroht globale Lieferketten

Das Problem ist, dass bisher alle Zeichen auf eine weitere Eskalation und nicht auf ein Einlenken der streitenden Parteien hindeuten. Diese Sorge hat in den Augen von Rajiv Biswas, dem Chefökonomen von IHS Markit, bereits die Wachstumsrisiken für den gesamten asiatisch-pazifischen Raum verstärkt. Denn sollte der Streit sich auf weitere Materialien ausdehnen, könnten auch die globalen Lieferketten vieler Elektronikprodukte betroffen werden.

Besonders groß ist die Gefahr wieder einmal für Südkoreas Wirtschaft. Denn die heimischen Konzerne hängen in vielen Bereichen von industriellen Materialien, Bauteilen und Maschinen aus Japan ab. 2018 betrug Südkoreas Defizit im Handel mit Japan immerhin 15 Milliarden Dollar.

Vor diesem Hintergrund begegnete Notenbankchef Lee Ju-yeol Befürchtungen, dass die Bank von Korea ihr Pulver zu früh verschießen würde. Zwar habe die Zinssenkung den Spielraum für weitere geldpolitische Schritte reduziert, gestand Lee zu. „Aber wir behalten immer noch genügend Spielraum, um in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Bedingungen unsere Maßnahmen zu ergreifen.“

Neben Südkorea senkte auch die Notenbank in Indonesien ihre Zinsen: im gleichen Umfang, auf 5,75 Prozent.

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