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Banken in den USA US-Notenbank Fed erwägt strengere Regeln für ausländische Banken

Die amerikanische Notenbank könnte Medienberichten zufolge strengere Liquiditätsvorgaben für Auslandsbanken einführen und ein Schlupfloch schließen.
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Die Notenbank will gegen ausländische Banken vorgehen. Quelle: Reuters
Federal Reserve Bank

Die Notenbank will gegen ausländische Banken vorgehen.

(Foto: Reuters)

New York Bankenaufseher unter US-Präsident Donald Trump haben sich in den vergangenen Monaten eigentlich eher für eine sanftere Gangart ausgesprochen.

Die Notenbank Federal Reserve, die auch ein wichtiger Bankenregulierer ist, hat im vergangenen Jahr die Liquiditätsanforderungen für die meisten Finanzinstitute gelockert. Kleinere Institute müssen außerdem künftig nicht mehr an den aufwendigen Stresstests teilnehmen.

Für ausländische Banken wie die Deutsche Bank und die schweizerischen Institute UBS und Credit Suisse gilt die neue Einstellung aber offenbar nicht. Für sie sind sogar strengere Vorschriften denkbar. So könnte die Fed die Liquiditätsanforderungen für die Niederlassungen ausländischer Kreditinstitute anheben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Damit könnte die Fed ein Schlupfloch schließen. Den größten Teil ihres US-Geschäftes haben ausländische Banken zwar in sogenannten Holding-Unternehmen gebündelt. Für sie gelten in Bezug auf Kapitalstandards, Verschuldungsgrad und Stresstests die den gleichen Vorschriften wie für große US-Banken.

Die ausländischen Institute dürfen daneben jedoch auch Niederlassungen betreiben, die sozusagen eine direkte Erweiterung der Zentrale im Ausland sind und als solche nicht den gleichen Vorschriften unterliegen wie US-Institute.

In den Niederlassungen werden meist milliardenschwere Geschäftskredite gebündelt, was den ausländischen Banken ermöglicht, sich kurzfristig bei der Fed Geld zu leihen. Schon seit 2014 plant die Fed, auch hier die Vorschriften für die Institute zu erhöhen.

Sie hatte sich bislang jedoch stets dagegen entschieden, um keine Gegenmaßnahmen für US-Banken, die ihrerseits im Ausland tätig sind, zu provozieren.

Brexit ändert die Lage für die Regulierer

Im Zuge der Brexit-Verhandlungen verändert sich jedoch dieses Kalkül, da die Europäische Union ohnehin strengere Auflagen für ausländische Banken verabschieden will, auch für jene, die ihre Zentrale in Großbritannien haben, was bei den meisten US-Banken der Fall ist.

Wie genau die Fed die Regeln für die Niederlassungen gestalten wird, ist noch unklar. Sie sind Teil eines größeren Pakets an Regeländerungen für ausländische Banken, an denen die Notenbank schon länger arbeitet.

Sollte sie die Vorschriften tatsächlich verschärfen, wäre das ein wichtiges Zeichen von Fed-Chef Jerome Powell. Er würde dem Bankensektor damit signalisieren, dass es ihm nicht nur darum geht, die strengeren Vorschriften zehn Jahre nach der Finanzkrise wieder zurückzudrehen.

Bevor die Neuerungen in Kraft treten, kann die Öffentlichkeit dazu Stellung nehmen kann. Die Interessenvertretung der Internationalen Banken in den USA (IIB) weist darauf hin, dass die Niederlassungen keine unregulierten Einheiten sind.

Für sie gelten die Vorschriften, denen auch der Mutterkonzern im Heimatland unterliegt. Sollten die Einheiten in einer Krise in Schieflage geraten, würde daher auch die Zentrale einspringen.

Ein Sprecher der Fed in Washington wollte sich zu den Plänen nicht äußern. Auch die Deutsche Bank kommentierte sie nicht. Im vergangenen Jahr musste sich die neu formierte US-Holding des Instituts zum ersten Mal den Stresstests in den USA unterziehen und war zum wiederholten Male durchgefallen.

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