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„Beige Book“ der US-Notenbank US-Unternehmen fürchten die Folgen von Trumps Zollpolitik

Laut der Federal Reserve klagen Unternehmen in ganz Nordamerika über höhere Preise und Zulieferprobleme. Die Schuld geben sie der aktuellen Handelspolitik.
19.07.2018 - 01:21 Uhr Kommentieren
Die Währungshüter haben in diesem Jahr ihre Leitzinsen angesichts des anhaltenden Aufschwungs bereits zwei Mal erhöht. Quelle: dpa
US-Notenbank

Die Währungshüter haben in diesem Jahr ihre Leitzinsen angesichts des anhaltenden Aufschwungs bereits zwei Mal erhöht.

(Foto: dpa)

Washington In den US-Unternehmen wächst die Sorge vor negativen Folgen der Zollpolitik von Präsident Donald Trump. In allen zwölf Bezirken der US-Notenbank Federal Reserve hätten Industrievertreter diese Befürchtungen geäußert, teilten die Währungshüter in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“ mit.

In vielen Bezirken wurde demnach auch über höhere Preise und Zulieferprobleme berichtet, die auf die neue Handelspolitik zurückgeführt wurden. Diese Entwicklung sorge die Unternehmen, obwohl die US-Wirtschaft weiter moderat bis mäßig wachse, so die Fed weiter.

Trump hat Zölle allein auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar verhängt oder angedroht. Wichtige Verbündete wie die Europäische Union verärgerte er mit Abgaben auf Stahl und Aluminium.

US-Notenbankchef Jerome Powell äußerte sich besorgt über ein Ausufern des Handelsstreits mit immer neuen Zöllen. „Wenn dies zu einer protektionistischeren Welt führt, wäre das schlecht für unsere Wirtschaft“. Die Beweise seien eindeutig, „dass Länder, die für den Handel offenbleiben, eine höhere Produktivität und höhere Einkommen besitzen.“

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    Eine protektionistischere Wirtschaft sei nicht so wettbewerbsfähig und produktiv, sagte Powell. Dabei sprach er auch die Gefahr an, dass Firmen Investitionen verschöben.

    „Auf lange Sicht könnte der Handelskrieg die Börsen einholen“

    Powell sieht aktuelle Konjunkturentwicklung positiv

    Trotz seiner Befürchtungen vermied es der Fed-Chef, der von Trump ernannt wurde, Kritik an der US-Regierung zu üben. Deren Ziel sei es, die Zölle weltweit zu senken, so Powell. Wenn es bis dahin Störungen gebe, „dann ist es das vielleicht wert, kurzfristig einen Preis zu zahlen, um in eine bessere Position zu kommen“.

    Insgesamt sieht Powell die aktuelle Konjunkturentwicklung positiv. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte er am Dienstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Dabei signalisierte er eine Fortsetzung des Kurses der behutsamen Zinserhöhungen.

    Bei der Inflation achtet die Fed besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben (PCE) ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten. Nach dieser Berechnung traf die Teuerung im Mai mit zwei Prozent genau die Zielmarke der Fed.

    Zu Jahresbeginn war die US-Wirtschaft zwar etwas schwächer gewachsen als zunächst gedacht. Viele Ökonomen rechnen aber mit einer Beschleunigung im zweiten Quartal. Ende Juni hatten Volkswirte in einer Umfrage ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,7 Prozent für den Zeitraum April bis Juni vorhergesagt. Der Jobmarkt läuft zudem weiterhin auf Hochtouren. So meldete die US-Regierung in ihrem Arbeitsmarktbericht für Juni 213.000 neue Stellen.

    Die Währungshüter haben in diesem Jahr ihre Leitzinsen angesichts des anhaltenden Aufschwungs bereits zwei Mal erhöht – auf die aktuell gültige Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Zudem stellte die Notenbank für das zweite Halbjahr zwei weitere Schritte nach oben in Aussicht.

    • rtr
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