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BIZ-Quartalsbericht Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor Turbulenzen an den Märkten

Die Korrektur an den Finanzmärkten war kein Einzelfall, warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Weitere Überraschungen könnten folgen.
16.12.2018 - 18:00 Uhr Kommentieren
Die Wahrnehmung des geldpolitischen Kurses der US-Notenbank ändert sich nach Einschätzung der BIZ. Quelle: picture alliance / Rolf Haid
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)

Die Wahrnehmung des geldpolitischen Kurses der US-Notenbank ändert sich nach Einschätzung der BIZ.

(Foto: picture alliance / Rolf Haid)

Zürich Die vergangenen Monate waren für Anleger turbulent – und weitere negative Überraschungen könnten folgen, warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). „Die Marktanspannungen im vergangenen Quartal waren kein isoliertes Ereignis“, sagt Claudio Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der BIZ.

Denn: Die Notenbanken versuchen, ihre Geldpolitik auf ein normales Maß zurückzufahren, während die Politik zugleich für neue Ungewissheit sorgt. „Dass sich die geldpolitische Normalisierung als schwierig erweisen würde, stand außer Frage, vor allem angesichts der angespannten Handelsbeziehungen und der politischen Unsicherheit“, sagt Borio.

Die BIZ agiert als Zentralbank für Notenbanken wie die deutsche Bundesbank, die amerikanische Federal Reserve oder die Bank von England und wird deshalb auch die „Notenbank der Notenbanken“ genannt.

In ihrem aktuellen Quartalsbericht zeichnen die Volkswirte der BIZ die Turbulenzen an den Märkten nach. So stiegen im Oktober die Renditen von US-Staatsanleihen. Doch dieser Anstieg kehrte sich in der Folge um, und als die Verkaufswelle risikobehafteter Vermögenswerte einsetzte, fielen die Renditen noch tiefer.

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    Im Dezember kam es an den Märkten zu weiteren Turbulenzen – das bekamen auch Anleger in Deutschland zu spüren. Der Leitindex Dax gab in diesem Monat bislang rund sechs Prozent nach.

    Doch was löste die Neubewertung an den Märkten aus? „Zum einen gab es ungeachtet solider Gewinnmeldungen gemischte Signale aus der Wirtschaft, und zum anderen änderte sich die Wahrnehmung des geldpolitischen Kurses der Federal Reserve“, sagt BIZ-Chefvolkswirt Borio.

    So hätten sich manche Anleger darauf eingestellt, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen langsamer erhöht als ursprünglich gedacht. Dazu seien politische Unwägbarkeiten gekommen – etwa die Furcht vor einem harten Brexit in Großbritannien und der Haushaltsstreit mit Italien.

    Banken bekommen das Misstrauen der Anleger zu spüren

    Vor allem die Aktien europäischer Banken gaben in den vergangenen Monaten stark nach. Für die BIZ ist das kein Wunder: „Die Anleger machen sich offensichtlich immer noch Sorgen um diesen Sektor, der sich schwer damit tut, seine schwache Rentabilität zu verbessern, teilweise weiter auf einem Berg fauler Kredite sitzt und dessen Schicksal eng mit dem des Staats verknüpft ist“, sagt Borio.

    Das Misstrauen der Anleger bekamen auch die deutschen Großbanken zu spüren. So verloren die etwa die Aktien der Deutschen Bank seit Jahresbeginn die Hälfte an Wert, die Papiere der Commerzbank gaben um rund 45 Prozent nach.

    Während die Notenbanken den Ausstieg aus der Politik des lockeren Geldes proben, bleiben die Finanzierungsbedingungen für Firmen vergleichsweise locker. Diese Gemengelage mache das Finanzsystem verletzbar, warnt die BIZ.

    So sei der Markt für so genannte Leveraged Loans – das sind Kredite für ohnehin schon stark verschuldete Kreditnehmer – nach wie vor überbewertet. Auch die hohen Bestände an Unternehmensanleihen, die nur knapp über Schrottniveau notieren, bereiten den Experten Sorgen.

    „Sollten diese Papiere im Falle einer Abschwächung der Wirtschaft herabgestuft werden, käme ein bereits ziemlich illiquider Markt zwangsläufig unter erheblichen Druck, was weitreichende Folgen hätte.“

    Angesichts der schwierigen Gemengelage warnt die BIZ zur Wachsamkeit: Die verwundbaren Stellen des Finanzsystems müssten genau beobachtet werden. „Es könnte nämlich auch zu einem Abschwung kommen, und zwar selbst dann, wenn die Inflation ihr unschönes Antlitz gar nicht zeigt“, sagt Chefvolkswirt Borio.

    Die Marktspannungen im vergangenen Quartal seien keine isolierten Ereignisse, sondern die Etappen einer Reise zurück zu einer normalen Geldpolitik.

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