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Bundesbank-Monatsbericht Handelskonflikt zwischen China und USA könnte Drittländer hart treffen

Die Bundesbank erwartet, dass sich eine Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt auch in anderen Ländern deutlich auswirkt.
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Der Handelsstreit zwischen den USA und China droht für Drittstaaten zum Problem zu werden. Quelle: dpa
Warentransport in China

Der Handelsstreit zwischen den USA und China droht für Drittstaaten zum Problem zu werden.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Bundesbank geht davon aus, dass eine Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen China und den USA auch andere Länder hart treffen würde. Das geht aus ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht hervor. Die Ökonomen der Notenbank haben darin geschätzt, welche Folgen es hätte, wenn beide Länder die Zölle auf Importe aus dem jeweils anderen Land anheben.

Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass dies das Wachstum auch in einigen anderen Ländern der Welt zum Teil deutlich bremsen würde. „Insgesamt erscheint es ratsam, die möglichen Bremsspuren restriktiver handelspolitischer Maßnahmen auf Dritte nicht zu unterschätzen“, folgern sie.

Die USA erheben seit Juli Einfuhrzölle auf chinesische Waren. Sie sollen auf etwa die Hälfte der Importe von dort ausgeweitet werden und der Zollsatz ab Januar kommenden Jahres 25 Prozent betragen. Im Gegenzug hat auch China amerikanische Waren mit Zöllen belegt. Außerdem haben US-Vertreter damit gedroht, alle Einfuhren aus China mit zusätzlichen Zöllen zu belasten.

Im betrachteten Szenario gehen die Ökonomen der Bundesbank davon aus, dass die Preise in dem Land, das höhere Importzölle erhebt, steigen. Das wiederum führt auch zu höheren Zinsen. Denn wenn die Preise stärker steigen, müssen die Notenbanken in der Regel auch die Zinsen stärker anheben, um den Preisauftrieb zu bremsen.

Höhere Zinsen wiederum führen tendenziell dazu, dass die heimische Währung aufwertet. Hebt etwa die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen an, so wird es für ausländische Investoren attraktiver, ihr Geld in amerikanische Zinspapiere zu investieren, was wiederum den Wechselkurs des Dollars stützt.

Allein wegen der bisher beschlossenen zusätzlichen Zölle falle 2019 das Wirtschaftswachstum in den USA bereits um gut einen viertel Prozentpunkt niedriger aus als in einem Szenario ohne zusätzliche Zölle, schreiben die Ökonomen der Bundesbank. In China seien die negativen Auswirkungen zwar zunächst kleiner – dafür würden sie aber länger anhalten.

„Sollten die Streitigkeiten weiter eskalieren, wären deutlich höhere Einbußen möglich“, warnen die Notenbank-Experten. Bei einer Ausweitung der US-Zölle auf alle bilateralen Einfuhren läge den Bundesbank-Berechnungen zufolge in China mittelfristig der Verlust an Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei annähernd einem Prozent.

In den USA wären die Einbußen nur wenig geringer. Das Welthandelsvolumen falle bei einer Eskalation des Streits mittelfristig um mehr als 1,5 Prozent niedriger aus als in einem Szenario ohne zusätzliche Zölle.

Der Konflikt dämpft laut Bundesbank auch das Wachstum in anderen Ländern. Dabei würden bei einer Zuspitzung mittelfristig Einbußen bei der Wirtschaftsleistung in den Staaten besonders spürbar sein, die über den Außenhandel eng mit beiden Volkswirtschaften verbunden seien. Das seien insbesondere Mexiko und Kanada, wo das Wachstum mittelfristig um 0,7 beziehungsweise 0,6 Prozent gebremst werden könnte.

„Im Euroraum und insbesondere in Deutschland bleiben die Einbußen hingegen eher begrenzt,“ schreiben die Experten. Hier wäre vor allem Italien mit einem Verlust von 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stärker betroffen, in Deutschland lägen die Einbußen bei weniger als 0,3 Prozent.
Ende September haben Ökonomen der EZB in einer Studie eine Eskalation des Handelskonflikts simuliert. Dabei haben sie etwas andere Annahmen als die Bundesbank getroffen und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass sich die USA durch Zölle vor allem selbst schaden würden.

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