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Bundesbank-Präsident Weidmann warnt vor Eurobonds durch die Hintertür

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, gemeinsame europäische Schuldtitel auszugeben. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist skeptisch: So könnte Deutschland doch für die Schulden anderer Länder mithaften.
14.06.2017 - 11:50 Uhr 9 Kommentare
Der Bundesbank-Präsident sieht die von der EU-Kommission vorgeschlagenen „European Safe Bonds“ kritisch. Quelle: Reuters
Jan Weidmann

Der Bundesbank-Präsident sieht die von der EU-Kommission vorgeschlagenen „European Safe Bonds“ kritisch.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht die Vorschläge der EU-Kommission für eine neue Form von Staatsanleihen-Verbriefungen kritisch. Würden diese von einer europäischen Institution geschaffen, könnte das als ein Schritt hin zu Eurobonds, zu gemeinschaftlicher Haftung, gewertet werden, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. „Um diesen Eindruck zu vermeiden, müssten solche European Safe Bonds von Marktteilnehmern konstruiert werden.“ Ziel dieser neuen Form von Staatsanleihen-Verbriefungen soll es unter anderem sein, die Ansteckungsgefahren bei Banken- und Staatspleiten zu mindern.

Die EU-Kommission hatte Ende Mai ein Reformpaket vorgeschlagen, um die Staatengemeinschaft gegen neue Krisen zu wappnen. Dazu zählen eine weitere Stärkung der Banken über eine gemeinsame Einlagesicherung sowie die Möglichkeit der gemeinsamen Ausgabe von Schuldtiteln. Mit Eurobonds und einer gemeinsamen Haftung für Schulden soll dieses „Finanzinstrument für die gemeinsame Emission von Schuldtiteln“ aber nichts zu tun haben.

Die Bundesregierung sieht solche „European Safe Bonds“ (ESB) der EU-Mitgliedsländer sehr skeptisch. Sie befürchtet, dass diese am Ende dazu führen könnten, dass Deutschland für die Schulden anderer Länder mithaftet. Das Bundesfinanzministerium bezweifelt zudem, ob es in Krisensituationen genügend Nachfrage nach solchen Papieren gibt. Zudem werde zu wenig beachtet, welche Konsequenzen sich aus den riskanteren Tranchen in solchen Verbriefungen ergeben könnten.

Auf der Veranstaltung erneuerte Weidmann zudem seine Kritik an den Staatsanleihen-Käufen der Europäischen Zentralbank (EZB) und warnte vor einer Überforderung der Geldpolitik. Seit Jahren hilft die Europäische Zentralbank (EZB) klammen Banken und kriselnden Staaten mit extrem niedrigen Zinsen und milliardenschweren Anleihenkäufen. Die Notenbank könnte unter Druck gesetzt werden, ihre ultralockere Geldpolitik länger aufrechtzuerhalten als es ihr eigentliches Ziel eines stabilen Preisniveaus rechtfertige, sagte Weidmann.

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    9 Kommentare zu "Bundesbank-Präsident: Weidmann warnt vor Eurobonds durch die Hintertür"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wow - werden jetzt schon vom HB in vorauseilendem Gehorsam im Sinne von Maas und Kauder mißliebige Meinungen einfach gelöscht?

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • "So könnte Deutschland doch für die Schulden anderer Länder mithaften."

      Es ist doch wohl Augenwischerei so zu tun, als würden wir nicht schon heute mithaften.

      Die Club-Med-Staaten werden seit Jahren künstlich "über Wasser" gehalten.
      Die Griechenland-"Rettung" geht in die wievielte Runde?
      Die Druckerpressen den Herrn Draghi rotieren mit Höchstdrehzahl.
      Die Target-Salden schießen durch die Decke.

      Wer wird den Wahnsinn am Ende bezahlen?
      Die Griechen und ähnlich gestrickte Kandidaten mit Sicherheit nicht.....

    • Entweder Eurobonds oder die EU zerfaellt aber soweit koennen die "Experten" in Berlin bisher nicht vorraus denken. Wenn ein Mitgliedsland meint unbegrenzt Exportueberschuesse fahren zu muessen dann haben, als mathematische Konsequenz, andere entsprechende Defizite. Das dies auf Dauer nicht gut gehen kann ist jedem klar der ausreichend logisches Denkvermoegen besitzt.
      Anstatt Eurobonds koennte Deutschland auch anstaendige Loehne zahlen, dadurch die nun etwas teureren Exporte senken, den Konsum ankurbeln und dadurch Importe steigern und somit eine in etwa ausgeglichene Handelsbilanz erzielen. Aber dem arbeitetenen Steuerzahler irgendwas zukommen lassen geht natuerlich ueberhaupt nicht.

    • Spanien und Italien sind doch die Hauptreiseländer der Deutschen.

      So arm sind die doch nicht, oder?

      Aber so garantiert dann die meisten Deutschen. Nicht jetzt aber in Zukunft.

      Deutschland weiter auf dem Vormarsch des Sozailstaates. Und die Welt möge kommen.

      Den Restnscheint die EU zu schaffen. Deutschland ist Zahlmeister der Welt.

      Fragt sich nur noch wie lange?

    • Tu felix Britannia, zum Glück für Dich bist Du aus diesem Irrenhaus raus...

    • - Die Bundesregierung sieht solche „European Safe Bonds“ (ESB) der EU-Mitgliedsländer sehr skeptisch. Sie befürchtet, dass diese am Ende dazu führen könnten, dass Deutschland für die Schulden anderer Länder mithaftet."

      Was soll diese Schmierenkomödie vor der Wahl? Diese Mithaftung ist das erklärte Ziel der EU und wahrscheinlich längst beschlossen (Stichwort : alternativlos). Nach der Wahl wird sie kommen.


      - "Die Notenbank könnte unter Druck gesetzt werden, ihre ultralockere Geldpolitik länger aufrechtzuerhalten als es ihr eigentliches Ziel eines stabilen Preisniveaus rechtfertige, sagte Weidmann."

      Die jetzige Geldflut wird bis in alle Ewigkeit fortgeschrieben werden, denn wenn man sie aufgibt, sind die Südländer pleite.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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