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CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer fordert Überprüfung der EZB-Niedrigzinspolitik

Viele Menschen können wegen der Niedrigzinsen von klassischen Spareinlagen nicht profitieren. Die CDU-Chefin möchte deshalb den Kurs der EZB überprüfen.
Update: 08.07.2019 - 07:08 Uhr 5 Kommentare
Kramp-Karrenbauer fordert Überprüfung der EZB-Niedrigzinspolitik Quelle: dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer

Die CDU-Vorsitzende will prüfen, ob man die Niedrigzinspolitik der EZB einbremsen sollte.

(Foto: dpa)

Berlin CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert eine Überprüfung der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank. Man müsse „für die Zukunft schauen, ob man nicht die Niedrigzinsphase ein Stück weit einbremsen muss“, sagte Kramp-Karrenbauer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der Effekt der Niedrigzinsen sei unter anderem deshalb problematisch, weil gerade Menschen mit klassischen Spareinlagen – darunter viele in Deutschland - davon nicht profitierten. Zudem fließe Kapital aus Europa ab, anstatt jungen europäischen Unternehmen zugutezukommen.

„Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass wir in der Geldpolitik weiter Spielraum haben, aber gleichzeitig die Geldpolitik nachhaltig und sehr sensibel anpassen.“ Das sei eine Aufgabe, die jetzt auf die nominierte neue EZB-Chefin Christine Lagarde zukomme.

Die CDU-Vorsitzende forderte der Zeitung zufolge auch eine Kapitalmarktunion mit einheitlichen Regeln für die nationalen Kapitalmärkte Europas. Sie habe damit einen Vorschlag des deutschen Zentralbankpräsidenten Jens Weidmann und seines französischen Amtskollegen François Villeroy de Galhau aufgegriffen. „Wir haben in Europa Ersparnisse, die die durchschnittlichen jährlichen Investitionen um rund 300 Milliarden Euro übersteigen,“ sagte sie. Dieses Geld müsse für europäische Unternehmer mobilisiert werden.

Die EZB ist von der Politik unabhängig. Direkte Kommentierungen des geldpolitischen Kurses durch Politiker in hohen Ämtern gelten daher als eher unüblich.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am vergangenen Dienstag darauf verständigt, dass die bisherige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Nachfolgerin von EZB-Chef Mario Draghi werden soll. Draghi hatte über Jahre durch seine lockere Geldpolitik mit milliardenschweren Wertpapierkäufen und Niedrigzinsen Akzente gesetzt, durch die er die Konjunktur und die Inflation auf Trab zu halten versuchte. Der Hauptleitzins der EZB liegt derzeit bei null Prozent.

Die Nominierung Lagardes als Draghi-Nachfolgerin hatte den Aktienkursen etwa an der Frankfurter Börse zwischenzeitlich Auftrieb gegeben, da viele Anleger damit rechnen, dass Lagarde die lockere Geldpolitik Draghis fortsetzen wird - und niedrige Zinsen machen Aktien im Vergleich zu verzinsten Wertpapieren attraktiver.

Mehr: Die Rendite für deutsche Staatsanleihen fällt auf ein neues Rekordtief. Vor allem die institutionellen Investoren sind die Treiber dieser Entwicklung.

Das ändert sich unter der künftigen EZB-Chefin Christine Lagarde

Finance Briefing
  • rtr
  • dpa
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5 Kommentare zu "CDU-Chefin: Kramp-Karrenbauer fordert Überprüfung der EZB-Niedrigzinspolitik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Frau Lagarde wird gar nichts ändern und unser Finanzminister Herr Olaf Schäuble Sorry Scholz auch nichts. Die EZB hat ihre Bilanzsumme in den vergangenen Jahren stark
    ausgeweitet. Mit diesen Geldern hat sie Anleihen gekauft und damit die Zinsen auf 0 Prozent und sogar in den negativen Bereich gedrückt. Dadurch hat sie die Sparer zu Gunsten der Schuldner, insbesondere der südeuropäischen Staaten, enteignet. Eine Vielzahl an negativen Begleiterscheinungen von der Blasenbildung an den Vermögensmärkten bis hin zur Förderung der Verschwendung im privaten wie im öffentlichen Sektor war die Folge.
    Mittlerweile beträgt die Bilanzsumme fast 5 Billionen Euro, entsprechend ca. 40 Prozent der Wirtschaftskraft der Euroraum-Länder. Dieser Anteil ist damit mehr als doppelt so hoch wie der ebenfalls bereits deutlich ausgeweitete Teil der US-Notenbank.
    Diese Politik nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa wird den Euro platzen lassen. Die nächste Finanzkrise geht nicht mehr von den Banken aus!

  • ''Niedrigzinsphase ein Stück weit einbremsen'' ! Was für eine tolle Aussage. Höherer Habenzins ergibt zwangsweise höheren Sollzins und da erwischt es als erstes die hochverschuldeten Länder. Habenzins ist immer minus Inflation und dann meist negativ. Das Vertrauen in die Geldwertstabilität sollte das erste Ziel für die Politik sein. Unsere momentane Frauenpower Lagard, Merkel, AKK, von der Leyen....na sauber, da wird einem ja der Trump fast sympatisch, aber nur fast. Herr Wendt, Sie haben ja völlig Recht. Schon in der Schule sollte man mit Finanzen in Kontakt kommen.

  • Es weckt größte Zweifel in die Wirtschaftskompetenz von Frau Kamp-Karrenbauer, wenn sie glaubt, dass höhere Zinsen für Spareinlagen dazu führen würden, dass junge Unternehmen leichter an Kapital kämen. Da müsste wohl eher ein Programm für wirtschaftliche Bildung aufgesetzt werden und mit der Bundesregierung könnte man ja mal eine Pilotgruppe starten. Unser Finanzminister Olaf Scholz hat sein Geld ja in Spareinlagen auf der Bank liegen und das ist gut so, meint er.
    Sind das unsere beiden Top-Optionen, wenn wir den nächsten Bundeskanzler wählen sollen? Halt man darf die Grünen ja nicht vergessen. Der Rot-Rot-Grüne Senat in Berlin beschließt den Mietpreisstopp, um die Wohnungsnot zu lindern? Und dann wundert man sich, dass Kapital aus Deutschland abfließt?
    Meine Güte!

  • Das kommt davon, wenn man bei der Bildung spart. Würde den Menschen schon in der Schule die Grundlagen finanzieller Bildung beigebracht, hätten wir das Problem nicht, dass die Sparguthaben der Deutschen durch die niedrige Zinspolitik und die Inflation aufgefressen werden.

  • Die EZB ist von der Politik unabhängig. Im Gegenteil, die EZB macht Politik. Nicht umsonst will Frankreichs Präsident Macron, Fr. Lagarde zur EZB-Chefin ernennen und da ist es egal ob sie Vorbestraft ist oder aktiv europäische Verträge gebrochen hat. Sie soll und wird die französische Politik der Erhöhung der Staatsverschuldung voll unterstützen und sie wird nichts tun, was der französischen Wirtschaft schadet und das Ganze auf Kosten der anderen Volkswirtschaften im Euro.

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