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Christian Noyer im Interview „Verbindung zwischen Banken und Staaten muss durchtrennt werden“

Der französische Notenbank-Chef Noyer drängt darauf, die Probleme des Euro bei der Wurzel zu packen: Nur eine Bankenunion könne die Geldpolitik wieder flott machen - und neue Anleihekäufe der EZB verhindern.
18.07.2012 - 06:48 Uhr 48 Kommentare
Christian Noyer, Chef der Banque de France: „Ein Europa, das auf Geld beruht, ist nicht genug“. Quelle: Bloomberg

Christian Noyer, Chef der Banque de France: „Ein Europa, das auf Geld beruht, ist nicht genug“.

(Foto: Bloomberg)

Paris Handelsblatt: Herr Noyer, ist der Euro so ernsthaft in Schwierigkeiten, dass die Währungsunion auseinanderbricht?
Das ist überhaupt nicht mein Eindruck. Was wir jetzt hören, ist der letzte verzweifelte Versuch einiger Feinde des Euros, die nie an die Gemeinschaftswährung geglaubt haben. Noch unmittelbar vor ihrer Einführung haben sie behauptet, sie werde nie starten. Andere haben gesagt, die Katastrophe komme sechs Monate später. Tatsache ist, wir hatten eine fantastische Zeit mit dem Euro: keine Inflation und mehr neue Arbeitsplätze als in den USA.

Diese Phase wurde von der Finanzkrise unterbrochen ...

... die ja in den USA ihren Ursprung nahm. Wir haben dann festgestellt, dass in der Euro-Zone vor allem bei der Umsetzung der Fiskalpolitik und der Strukturpolitik Fehler gemacht wurden. Aber die sind bereits behoben oder werden noch behoben. Ich bin mir absolut sicher, dass der Euro-Raum die Krise überstehen und gestärkt daraus hervorgehen wird.

Das Thema des Tages ist die Schaffung einer europäischen Bankenaufsicht. Liegt hier ein Teil der ursprünglichen Probleme der Währungsunion?

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    Man hat während der Krise erkannt, dass die Aufsicht am besten nahe an oder in der Zentralbank angesiedelt ist oder von ihr unterstützt wird. Heute liegt die Aufsicht in 14 von 17 Euro-Ländern entweder in den Händen der Zentralbank oder in deren Nähe.

    Aber was hat das mit Geldpolitik zu tun?

    Wir haben ein klares Problem der Übertragung der Geldpolitik auf die Finanzierungskosten der Banken. Für die Märkte hängt der Zinssatz, den einzelne Banken zahlen müssen, von den Kreditkosten ihres Staates ab und nicht von den Sätzen, die die Zentralbank festsetzt. Das heißt, dass die Übertragung unserer Geldpolitik nicht funktioniert - für eine Zentralbank ist das nicht akzeptabel. Wir haben deshalb versucht, dem entgegenzuwirken.

    "Den Teufelskreis durchbrechen"

    Was haben Sie dagegen unternommen?

    Zuerst haben wir versucht, durch das Ankaufsprogramm für Wertpapiere die Stimmung am Markt zu drehen. Wir haben auch die Beträge drastisch erhöht, die das Eurosystem den Banken zur Verfügung stellt. Aber wir können uns nicht unbegrenzt auf ein System verlassen, in dem die Zentralbank das Bankensystem massiv mit Liquidität versorgt und auf der anderen Seite ihrer Bilanz massiv Liquidität erhält. Auf Dauer kann sie diese Mittlerrolle nicht spielen.

    „Wir wollen nicht alles dezentralisieren“
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    48 Kommentare zu "Christian Noyer im Interview: „Verbindung zwischen Banken und Staaten muss durchtrennt werden“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was uns in der schönen neuen Welt einer europäischen Bankenunion bevorsteht, zumal dann, wenn nach dem Rezept des Franzosen Noyer die Aufsicht letztlich lokal bleibt, kann man in dem Reuters-Bericht "Clandestine loans were used to fortify Greek bank" über Mauscheleien griechischer Banken nachlesen: http://www.reuters.com/article/2012/07/16/us-greece-banks-idUSBRE86F0CL20120716

      Aber natürlich nicht in der deutschen Penner-Presse; nicht einmal in Wirtschaftsblättern!
      Armes Deutschland!

    • Moderne Banken sind nichts anderes als Schulden-Vermehrer, die kein anderes Ziel haben, als das weltweite Zins- u. Schulden-Karussell aus Motiven der Habgier und zum Zwecke des Profits immer schneller zu drehen – bis die unfreiwilligen Mitfahrer, die Schuldner, heruntergeschleudert werden, um im Bild zu bleiben. Das ist dann der Bankrott und die „feindliche Übernahme“ (Privatisierung) ganzer Nationen durch die privaten Banken-Kartelle.

      Und nur aus diesem einem Grund stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang.


      "Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

      - Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company

      Ohne die künstliche Steigerung der Geldmenge ließe sich der (nur für die Banken) profitable Schuldendienst nicht aufrechterhalten, und ohne die dadurch erforderliche und erzwungene Steigerung der Güterproduktion und der Dienstleistungen hätte die künstliche Aufblähung des Geldvolumens schon jetzt zum totalen Wirtschafts-Zusammenbruch geführt. Aber der ist natürlich nur eine Frage der Zeit und steht nun unmittelbar bevor.

      Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

      www.wissensmanufaktur.net

    • Noyer verdreht einem die Worte im Mund. Der große Lobbyist, siht sogar die Demokratie nicht gefährdet. Und der Hinweis auf die dt Landesbanken: Hat D etwa die PIGS um Hilfe gebeten. Und Weidman ist nicht isoliert.
      Wenn Leute wie dieser Noyer an der Macht sind, bleibt den Deutschen nur der Austritt oder zahlen, zahlen, zahlen.

      Schade, dass D keine so kaltschnäuzigen Politiker hat wie F.

    • Endlich wieder mal' eine vernünftige Stimme. Das ständige Weltuntergangsgeschrei der Anti-Euro-Trolle wird schon langweilig.

    • Es sind bis jetzt nur wenige Vorschläge zur wirklichen strukturellen Änderung des Bankensystems gefallen und alle gehen meiner Meinung nach am Kern des Problems vorbei. Die für Steuerzahler inzwischen überaus teure Kreditausreichung an sich selbst (Souverän im Staat) über den Umweg der privaten Geldschöpfung durch "systemrelevante" Kapitaleigner (Banken & Märkte) muß definitv beendet werden. Die Zentralbanken steuern die Geldmenge doch jetzt schon. Warum also nicht intrumentalisiert auf Basis der vorliegenden Kennzahlen eines Währungsraumes Kredite an teilnehmede Staaten ausreichen? Die Aufsicht müßte dann in den beteiligten Finanzministerien stattfinden. Damit verlören selbst die größten Privatbanken sofort ihre Systemrelenvanz und über eine Art Ampelsystem ließe sich Zinsbedingungen abbilden, mit denen das jeweiligen Wirtschaftswachstum Schritt halten könnte und trotzdem Haushaltsdisziplin angemahnt würde. Banken könnten dann wie jedes andere Unternehmen bei Insolvenz abgewickelt werden. Dieses fehlende Risiko ist es ja, das die Banken zu Spekulation im großen Stil ermuntert und abgesichert hat.

    • Herr Noyer beweist einmal mehr, dass die Herrschaften Euroretter keinerlei Bezug mehr zur Realität haben.

      Ihre einzige Lösung besteht darin, die maroden Banken von deutschen Steuerzahlern rettet zu lassen und anschließend (alle?) in einen gegenseitigen Haftungsverbund unter EU-staatlicher Regentschaft zu zwingen?

      Marktwirtschaftliche Lösungen kommen den Herrschaften nicht in den Sinn. Wenn wir das auf die Versicherungen übertragen, können wir ja die Rückversicherungen abschaffen und die Steuerzahler fungieren künftig als Rückversicherung.
      Warum also nicht das Prinzip der Rückversicherung auch auf Banken übertragen? Die Versicherungsbeiträge könnten sich dann an den von den Banken eingegangen Risiken orientiern und würden als Risikoregulator dienen.

      Solange man sich jedoch von den deutschen willfährigen Politikern eine Rettung de lux mit deutschen Steuergeldern verspricht, werden solche Lösungen wohl nicht angedacht werden.

    • netshadow, wie immer unkonkret und nibulös, was Sie von sich geben.

      Der Flächenbrand entsteht erst, wenn Deutschland immer mehr investiert in die Süd-Staaten zur Rettung von allem Möglichen. Irrversible Fakten schafft Schäuble um sein Handeln immer weiter "alternativlos" erscheinen zu lassen. Alles muss verknotet sein, damit es kein Zurück mehr gibt, das ist sein Devise. Skupellos und totalitär sein Handeln.

      Und dass die Deutschen ihr Hauptinteresse zu hause haben kann man miemandem vorwerfen. Kein anderes Land in Europa ist so aufgezwungen selbstlos und ewig helfend, wie Deutschland.

    • Wir brauchen keine Bankenunion!

      Wir brauchen ein neues Geldsystem!

      Weg vom Geldmonopol der privaten Bankstern!

      Weg vom Schuldgeld das uns alle nur versklavt!

      Geld wird heute nur über Kredit geschöpft ( erschaffen )!

      Geld=Schuld

      Jedem Euro Guthaben steht ein Euro Schulden gegenüber!

      "So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!"

      (Marriner Eccles, Präsident des Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

      Wir brauchen ein Geldsystem bei dem der Staat sein eigenes Geld schöpft und es sich nicht von privaten Bankstern leihen muss gegen Zinsen!!!

      Kennedy musste sterben weil er der privaten Fed das Geldmonopol genommen hat und 4 Mrd. eigene Dollar in umlauf gebracht hat!

      Geld ohne Schulden!

      http://www.wahrheitssuche.org/fed.html

      Warum erfahren wir nichts in den Medien AGs über unser Geldsystem?

      Wie entsteht Geld?

      Wem gehören eigentlich die ganzen Medien AGs?

      Sind die privaten Medien AGs vielleicht nicht so objektiv wie wir alle glauben? :-)

      Bsp.

      Axel Springer AG ein in Europa führendes Medienunternehmen ist der größte deutsche Zeitungs- und drittgrößte Zeitschriftenverlag. (Bild, Die Welt, ...)

      Was kostet Axel Springer?

      Axel Springer AG: Marktkapitalisierung 3,39 Mrd Euro

      George Soros (Investor) geschätztes Vermögen: 15,4 Milliarden Euro (20 Milliarden Dollar)

      Übrigens muss man nicht 3,39 Mrd Euro ausgeben, es reicht wenn man 50,1% der Aktien (1,7 Mrd) besitzt um zu bestimmen was in der Zeitung steht!

      Wer glaubt, dass Zeitungen da sind um uns objektiv zu informieren, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!

      AUFWACHEN!!!!

      Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

      www.wissensmanufaktur.net

    • Hallo Demokrat,
      grundsätzlich gute Vorschläge.Eine weiterer Vorschlag: Eine spezielle Homepage die als Blog angelegt ist und in der Art in der von Ihnen skizzierten Form diskutiert werden könnte. Die für mich alles entscheidende Frage ist aber, in welcher Form man diese Art von Homepage öffentlich bekannt machen kann, damit nicht nur wieder wenige Insider diese benutzen und sich austauschen sondern diese der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, um über diesen Weg die Mandatsträger in welcher Form auch immer dazu zu bringen, endlich des "Volkes" stimme ernsthaft wahrzunehmen. Nur durch eine breite "Massenbewegung" wird es gelingen impliziten Druck aufzubauen.

    • Und ausgerechnet die Banken spielen auch nicht mit ehrlichen Karten

      Film: Schattenbanken, Machenschaften der Banken, der Kontrolle zu entgehen
      http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/11108322_im-schatten-der-kontrollen

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