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Christine Lagarde EZB-Präsidentin will eine verfrühte Straffung der Geldpolitik vermeiden

In einer wirtschaftlichen Situation, in der die Zinsen bereits sehr tief liegen, seien besonders kraftvolle oder lang anhaltende geldpolitische Maßnahmen nötig, betont die EZB-Präsidentin.
13.07.2021 - 10:07 Uhr Kommentieren
Keine verfrühte Abkehr von der ulralockeren Krisenpolitik. Quelle: Reuters
EZB-Präsidentin Christine Lagarde

Keine verfrühte Abkehr von der ulralockeren Krisenpolitik.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die EZB will laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde eine verfrühte Abkehr von ihrer ulralockeren Krisenpolitik vermeiden. Die Verwendung des Ausdrucks „lang anhaltend“ in der neuen geldpolitischen Strategie deute darauf in, dass es keine vorzeitige geldpolitische Straffung geben könne wie es sie in der Vergangenheit gegeben habe, sagte sie in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der „Financial Times“. „Wenn wir sagen, dass unsere Antwort besonders kraftvoll oder lang anhaltend sein muss, ist lang anhaltend präzise intendiert um zu signalisieren, dass wir nicht verfrüht straffen“, erläuterte sie.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach einer 18 Monate dauernden Überprüfung kürzlich ihr Inflationsziel angepasst und strebt nun mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Bislang wurden unter, aber nahe zwei Prozent angepeilt. Zudem machte sie klar, dass in einer wirtschaftlichen Situation, in der die Zinsen bereits sehr tief liegen, wie es derzeit der Fall ist, besonders kraftvolle oder lang anhaltende geldpolitische Maßnahmen nötig sind. Dann will die EZB auch vorübergehend ein leichtes Übertreffen des Inflationsziels hinnehmen.

Gesamter Kaufrahmen des Notfallprogramms wird voraussichtlich ausgeschöpft

Nach Einschätzung von Volkswirten in einer Reuters-Umfrage wird die EZB voraussichtlich ihre Krisen-Anleihekäufe im Herbst herunterfahren und dann Ende März wie geplant stoppen. Der Erhebung zufolge gehen 36 von 51 Volkswirten und damit 71 Prozent davon aus, dass die Euro-Wächter nach ihrer September-Sitzung die Anleihenkäufe ihres „Pepp“ getauften Notfallprogramms langsam abschmelzen werden.

39 von 55 Okönomen oder ebenfalls 71 Prozent erwarten, dass die EZB ihre PEPP-Käufe dann im ersten Quartal 2022 einstellen wird. Die Umfrage fand zwischen dem 5. und 12. Juli statt.

Das auf 1,85 Billionen Euro angelegte Pepp-Programm ist aktuell eine der wichtigsten Waffen der Währungshüter im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Den bisherigen Planungen zufolge soll es noch bis mindestens Ende März 2022 laufen. Laut der Umfrage gehen die Volkswirte davon aus, dass der gesamte Kaufrahmen des Programms ausgeschöpft wird. Unter 39 Antworten lag der Mittelwert bei 1,85 Billionen Euro. Die niedrigste Prognose lautete auf 1,5 Billionen Euro.

In der Erhebung wurden die Volkswirte auch nach ihren Erwartungen hinsichtlich der Schlüsselzinsen befragt. Sie gehen im Mittel davon aus, dass der Leitzins der EZB auch gegen Ende des dritten Quartals 2022 noch auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen wird. Der Einlagesatz wird nach ihren Prognosen dann ebenfalls wie bisher bei minus 0,5 Prozent bleiben. Die nächste Zinssitzung der Notenbank ist für den 22. Juli geplant.

Als größtes Risiko für die Konjunktur im Euro-Raum wird von den Ökonomen derzeit die Verbreitung von neuen Corona-Varianten angesehen. 53 von 60 Experten, die eine entsprechende Frage beantworteten, das sind 88 Prozent, halten dies für die größte Gefahr.

Mehr: Ende der Ausschüttungsbeschränkungen für Banken in Aussicht.

  • rtr
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