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Devisen Handelsstreit lässt die Währungen von Schwellenländern taumeln

Trumps Zolldrohungen gegen China führen zu Kapitalabflüssen aus den Schwellenländern. Das weckt Erinnerungen an die Währungskrise im vergangenen Jahr.
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USA und China: Handelskrieg setzt Schwellenländer unter Druck Quelle: dpa
Produktion von Won-Banknoten

Währungen von Schwellenländern wie Südkorea geraten unter Druck.

(Foto: dpa)

Frankfurt Mit wenigen Worten auf Twitter hat US-Präsident Donald Trump mal wieder die Märkte in Schrecken versetzt. Mit seiner Ankündigung neuer Zölle gegen China Anfang August hat er die Angst vor einer Verschärfung des Handelskriegs zwischen den USA und China geschürt. Die Folgen sind bis nach Jakarta und Pretoria zu spüren.

Denn in den Tagen danach haben viele Investoren Kapital aus den Schwellenländern abgezogen – und ihre Währungen gerieten unter Druck. So hat der südafrikanische Rand seit Anfang August rund sieben Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Auch der koreanische Won gab um über drei Prozent nach.

Daten des Institute of International Finance (IIF), einer Lobbyorganisation der Banken, zeigen, dass in den Tagen nach Trumps Zoll-Ankündigung zunächst deutliche Kapitalabflüsse zu verzeichnen waren. Auch wenn sich die Lage inzwischen etwas beruhigt hat, sehen Experten die Schwellenländer kritischer.

„Die hohe politische Unsicherheit weltweit setzt den Schwellenländer-Währungen zu. Ihr Ausblick hat sich verschlechtert,“ sagt Esther Reichelt, Devisenexpertin der Commerzbank.

Das Problem: Die hohe Unsicherheit um den eskalierenden Handelskonflikt zwischen China und den USA hat dazu geführt, dass Investoren Risiken meiden. Stattdessen bringen sie ihr Kapital lieber in sogenannte sichere Häfen wie die USA. Das setzt die Währungen einzelner Schwellenländer unter Druck und führt zu Kapitalabflüssen.

Aktuell war vor allem der südafrikanische Rand betroffen. Das liegt unter anderem daran, dass die Währung relativ liquide und frei umtauschbar ist. Zudem hat das Land hohe Defizite im Staatshaushalt und Außenhandel. Sorgen bereitet außerdem der staatliche Stromkonzern Eskom, dessen Probleme die Staatsfinanzen weiter belasten dürften.

Devisenexpertin Reichelt fürchtet, dass auch andere Schwellenländer Probleme bekommen könnten. „Anfällig sind vor allem Länder wie die Türkei, wo es Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank gibt,“ sagt sie. Zwar hat sich der Wechselkurs der türkischen Lira anders als viele andere Schwellenländer-Währungen zuletzt etwas erholt.

Der türkische Staatspräsident Erdogan hat aber im Juli den türkischen Notenbankchef gefeuert. Sein Nachfolger senkte daraufhin die Zinsen. In der vergangenen Woche wurden auch der bisherige Chefvolkswirt der Notenbank und andere führende Manager entlassen.

Lenkungsfunktion der USA

Die aktuellen Turbulenzen wecken Erinnerungen an das vergangene Jahr. Damals stürzten viele Schwellenländer-Währungen ab. Das hing vor allem mit der damals boomenden Wirtschaft in den USA und den dort steigenden Leitzinsen zusammen. Dadurch wurde es für internationale Investoren attraktiver, ihr Kapital in den USA statt in den Schwellenländern anzulegen.

Inzwischen hat sich das geldpolitische Umfeld aber grundlegend verändert. Denn Ende Juli hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins gesenkt. Als größter Finanzmarkt der Welt haben die USA eine wichtige Lenkungsfunktion für die internationalen Kapitalströme: Sinken die Zinsen dort, wird es für internationale Investoren attraktiver, in den Schwellenländern zu investieren.

Damit stehen sich nun zwei Effekte gegenüber. Die hohe Unsicherheit rund um den Handelskonflikt zwischen China und den USA setzt den Schwellenländern zu, aber die lockere Geldpolitik stützt sie.

Vor allem kurzfristig können neue Entwicklungen im Handelsstreit zu Kapitalabflüssen führen. Für die Schwellenländer dürfte das heißen, dass sie sich nach der relativ ruhigen ersten Jahreshälfte wieder auf stärkere Schwankungen einstellen müssen.

Mehr: Der Handelsstreit sorgt nicht nur an den Aktienmärkten für unruhige Zeiten. Auch bei anderes Investments sollten Anleger jetzt vorsichtig sein.

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