Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Devisen Trump wirft China „Manipulation“ vor: Warum es dem US-Präsidenten nicht gelingt, den Dollar zu schwächen

Der US-Präsident schafft es nicht, den Wechselkurs zu drücken und so die US-Exporte zu fördern. Ein Grund: China wertet seine Währung Yuan ab.
Update: 06.08.2019 - 00:38 Uhr 1 Kommentar
Wann wird der Konflikt zwischen China und den USA zum offenen Währungskrieg? Quelle: Reuters
Dollar und Yuan

Wann wird der Konflikt zwischen China und den USA zum offenen Währungskrieg?

(Foto: Reuters)

Peking, Frankfurt Donald Trump hat klare wirtschaftspolitische Ziele: hohe Aktienkurse für die Anleger, niedrige Zinsen für die Unternehmen und ein moderater Dollar für die Exporteure. Zu einem guten Teil erreicht der US-Präsident, was er will. Die Aktienbörse bleibt auf relativ hohem Niveau. Die US-Notenbank Fed hat zuletzt die Zinsen gesenkt und schließt weitere Schritte zumindest nicht aus.

Nur beim Dollar funktioniert die Trump-Strategie nicht. Der sogenannte Dollar-Index, der den Dollar mit sechs anderen Währungen vergleicht, beendete den Juli auf einem Zweijahreshoch, wie der Analyst Marc Chandler von der US-Bank BBH schreibt.

Die bislang ziemlich vergeblichen Bemühungen des US-Präsidenten, den Greenback zu schwächen, haben vor allem zwei Ursachen: Zum einen ist die US-Wirtschaft ziemlich robust. Das stützt den Dollar. Zum Zweiten sind auch andere exportorientierte Länder daran interessiert, die eigene Währung nicht zu stark werden zu lassen. Auch das hält den Dollar-Kurs tendenziell hoch.

Bestes – und aktuellstes – Beispiel ist der chinesische Yuan. Die Währung hat am Montag deutlich an Wert verloren, im Umkehrschluss kletterte der Kurs des Dollars und durchbrach zum ersten Mal seit elf Jahren die psychologisch wichtige Marke von sieben Yuan pro Dollar.

Dabei muss man wissen, dass sich der Yuan-Kurs nicht frei zum Dollar bewegt, sondern an einen Referenzkurs gekoppelt ist, den die Notenbank täglich festlegt und der um maximal zwei Prozent über- oder unterschritten werden darf. Die Marke von sieben Yuan je Dollar galt unter Experten lange Zeit als „rote Linie“, die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde.

Nachdem der US-Präsident in der vergangenen Woche zusätzliche Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar angekündigt hatte, erklärten Marktbeobachter die Abwertung des Yuans am Montag damit, dass die Regierung in Peking dies als mögliches Instrument im Handelskrieg mit den USA einsetze. Schließlich könnte der Effekt dieser Strafzölle durch einen schwächeren Yuan abgefedert werden – denn er macht chinesische Exporte günstiger.

Grafik

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Denn hinzu kommt, dass der Dollar auch im Vergleich zu westlichen Währungen stark bleibt, wie der gestiegene Dollar-Index zeigt, der das Kursverhältnis des Greenbacks zum Euro, Yen, britischen Pfund, kanadischen Dollar, zur schwedischen Krone und zum Schweizer Franken abbildet.

Dabei liegt die Gewichtung des Euros allein schon bei knapp 58 Prozent. Seit Anfang August hat der Dollar zwar wieder leicht nachgegeben, aber insgesamt bleibt er gegenüber den genannten Währungen stark.

Dafür sind drei Faktoren verantwortlich. Zum einen läuft wie bereits gesagt die US-Konjunktur immer noch sehr gut. Außerdem hat – zweitens – die Fed zwar kürzlich die Zinsen gesenkt, aber immerhin gibt es in den USA überhaupt noch Zinsen, sogar auf super sichere Staatsanleihen. Das lockt trotz des Währungsrisikos auch Euro-Anleger an.

EZB pumpt wieder Geld ins System

Der dritte Grund hängt ebenfalls mit der Fed zusammen. Sie hat bis jetzt systematisch ihre Bilanzsumme abschmelzen lassen, indem sie auslaufende Zinspapiere nicht mehr durch Neukäufe ersetzte. Damit hat sie dem Markt in erheblichem Maß Geld entzogen und den Dollar verknappt.

Jetzt hat sie diesen Abschmelzprozess zwar zwei Monate früher als geplant gestoppt. Sie kauft nur noch so viel zu wie ausläuft. Wahrscheinlich wird aber die Europäische Zentralbank (EZB) im Herbst wieder netto Anleihen zukaufen und damit ihre eigene Bilanzsumme weiter aufblasen. Das dürfte dazu führen, dass der Dollar zumindest dem Euro gegenüber seine Stärke behält oder sogar noch ausbaut.

Auch deshalb tauchen immer häufiger Spekulationen auf, die US-Regierung könnte direkt im Devisenmarkt intervenieren, um den Dollar zu drücken. Trumps Twitter-Attacken weisen in diese Richtung: Am Montag reagierte der US-Präsident erneut über den Nachrichtendienst auf die Abwertung der chinesischen Landeswährung. Er kritisierte sie als einen „schwerwiegenden Verstoß“ und als ein Vorgehen, das gemeinhin als Währungsmanipulation bezeichnet werde.

Am Abend teilte das US-Finanzministerium zudem mit, dass China als Land gebrandmarkt wurde, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. US-Finanzminister Steven Mnuchin werde Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds einleiten, um Chinas unfairen Wettbewerbsvorteil auszumerzen, sagte die Behörde.

Der bislang heimlich geführte Währungskrieg geht also weiter. Und immer häufiger stellt sich die Frage: Wann wird er zum offenen Währungskrieg? Wichtig dabei ist: Anders als die Geldpolitik untersteht die Wechselkurspolitik direkt der US-Regierung, genauer gesagt dem Finanzministerium.

Analysten warnen vor voreiliger Panik
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Devisen - Trump wirft China „Manipulation“ vor: Warum es dem US-Präsidenten nicht gelingt, den Dollar zu schwächen

1 Kommentar zu "Devisen: Trump wirft China „Manipulation“ vor: Warum es dem US-Präsidenten nicht gelingt, den Dollar zu schwächen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Also, wenn Trump jemanden hätte, der für Ihn den Aktienhandel betreibt, könnte es Trump gelingen, am Ende seiner Amtszeit, der reichste Mann der Welt zu sein. Denn nichts bewegt die Märkte so sehr wie Aussagen von Trump. "Trump erhöht den Druck auf China." Die Kurse fallen. "Trump sendet Entspannungssignale nach China." Die Kurse steigen. Das ist doch eine sichere Bank. Leichter geht es nicht. Wäre natürlich illegal, aber............?

Serviceangebote