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Devisen Wieso die Schweizer ihren 1000-Franken-Schein lieben

Während andere Länder große Banknoten abschaffen, hält die Schweizerische Nationalbank am Tausender fest. Doch im Alltag wird der Schein kaum genutzt.
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Franken: Die Schweizer lieben ihren 1000-Franken-Schein Quelle: Imago
1000-Franken-Schein

Barzahlungen sind bei den Eidgenossen noch weit verbreitet, auch bei größeren Beträgen wie der Miete.

(Foto: Imago)

Zürich Der 1000-Franken-Schein ist die wertvollste Banknote der Welt. Während Notenbanken rund um den Globus große Scheine aus dem Verkehr ziehen, möchte die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Tausender auch in Zukunft anbieten.

Schließlich werde die Note von der Bevölkerung weiter als Zahlungsmittel genutzt, sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg. Soll heißen: Was sich der Bürger wünscht, soll er auch bekommen.

Der SNB-Vizechef stellte am Donnerstag die Zahlungsmittelumfrage der Notenbank vor. Ihr zufolge hat jeder zweite Schweizer in den vergangenen beiden Jahren mindestens einen 1000-Franken-Schein besessen. Besonders beliebt ist der Tausender demnach bei Männern im Alter von 55 Jahren und älter. Beim derzeitigen Frankenkurs ist der Schein umgerechnet rund 900 Euro wert.

Die Notenbank habe den Auftrag, die Bargeldversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und den Bargeldverkehr zu sichern, sagte Zurbrügg. Deshalb müsse sie auch die Wahlfreiheit bei der Nutzung der Zahlungsmittel gewährleisten – und daher auch den Tausender zur Verfügung stellen.

Damit stemmen sich die Schweizer gegen den Trend. Die Europäische Zentralbank hatte im vergangenen Jahr entschieden, ihre größte Note – den 500-Euro-Schein – aus dem Verkehr zu ziehen. EZB-Chef Mario Draghi hatte ihn als „Instrument für illegale Aktivitäten“ bezeichnet. Dass sich mit der Abschaffung aber tatsächlich Terrorfinanzierung oder Schwarzarbeit bekämpfen lassen, wird von Kritikern bezweifelt.

Doch wieso lieben die Schweizer ihren Tausender? Der Umfrage zufolge verwenden die Eidgenossen die Scheine vor allem für teure Anschaffungen wie Autos oder Möbel. Der Tausender komme aber auch beim Begleichen von Rechnungen am Postschalter zum Einsatz. Dass Rechnungen oder die Miete am Schalter in bar bezahlt werden, ist in der Schweiz nach wie vor verbreitet.

Der Statistik nach geht in der Schweiz also alles mit rechten Dingen zu. Andererseits: Wer illegale Geschäfte mit 1000-Franken-Scheinen macht, dürfte das wohl kaum in einer Umfrage angeben. Insgesamt waren im vergangenen Jahr rund 47 Millionen Tausender-Scheine im Umlauf. Sie machen damit rund 60 Prozent des Gesamtwerts aller schweizerischen Banknoten aus.

Im Alltag der Schweizer scheint der Tausender jedoch kaum eine Rolle zu spielen: Im Schnitt tragen die Schweizer rund 133 Franken in ihrer Geldbörse bei sich. Zuhause bewahren sie einen Betrag von weniger als 1000 Franken auf – und greifen dabei vor allem auf die 100-Franken-Note zurück. Dass schweizerische Banken für größere Geldbeträge negative Zinsen verlangen, scheint dabei kaum eine Rolle zu spielen: Das Tiefzinsumfeld sei offenbar kein wesentliches Motiv dafür, Bargeld zuhause oder im Schließfach aufzubewahren, so die SNB.

Auch wenn die Vorliebe für den 1000-Franken-Schein eine schweizerische Besonderheit bleibt: Insgesamt unterscheidet sich das Zahlungsverhalten der Schweizer kaum von den Gepflogenheiten in der Euro-Zone. Bei der Verwendung von elektronischen Zahlungsmitteln liegt das Land demnach im Mittelfeld. An der Umfrage nahmen rund 2000 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz teil.

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1 Kommentar zu "Devisen: Wieso die Schweizer ihren 1000-Franken-Schein lieben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In freien Ländern, wie der Schweiz und den USA hat man eben auch große Scheine. Diktaturen wie die EU
    schaffen die bösen großen Scheine ab. Natürlich nur wegen der Geldwäsche und weil der ganz üble Bürger
    mit kleinen Päckchen über die Grenze fliehen könnte um Nachstellungen der Werteverteidiger zu entgehen.

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