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Digitale Währung „Bedrohung für den Euro“ – Weltweit massive Kritik an Facebooks Kryptowährung Libra

Das Bundesfinanzministerium will offenbar prüfen, wie Libra verhindert werden kann. Auch aus den USA schlägt Facebook massive Kritik entgegen.
Update: 15.07.2019 - 22:20 Uhr 3 Kommentare
Nächstes Jahr möchte Facebook seine eigene Kryptowährung einführen. Quelle: Reuters
Libra

Nächstes Jahr möchte Facebook seine eigene Kryptowährung einführen.

(Foto: Reuters)

Berlin, Washington Die von Facebook geplante digitale Währung Libra steht bereits vor ihrer Einführung massiv in der Kritik. Sowohl Deutschland, als auch die USA, Frankreich und Großbritannien äußerten schwere Bedenken gegen die Kryptowährung. Das Bundesfinanzministerium sieht Libra einem Medienbericht zufolge sogar als Bedrohung für den Euro. Es bestehe ein Risiko für die staatliche Hoheitsgewalt, berichtete „Bild“ vorab unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums. „Ein ,Wettbewerb“ zwischen staatlicher und privater Währung könnte sich negativ auf das Währungsmonopol der EZB auswirken“, zitiert die Zeitung daraus.

Auch US-Finanzminister Steven Mnuchin hat sich besorgt über die Pläne zur Einführung der digitalen Währung Libra gezeigt. Sein Ministerium habe dem Konzern „und anderen Anbietern von finanziellen Diensten“ klargemacht, dass sie die gleichen Maßnahmen zum Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung umsetzen müssten wie traditionelle Firmen, sagte Mnuchin am Montag in Washington.

Der Finanzminister erklärte, Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte seien eine „Angelegenheit der nationalen Sicherheit“. Anbieter solcher Dienstleistungen müssten dieselben Maßnahmen gegen Geldwäsche ergreifen wie traditionelle Finanzinstitute. Das soziale Netzwerk sei „weit davon entfernt“, von den Behörden grünes Licht für Libra zu erhalten. Die Facebook-Aktie verlor an der Wall Street nach Mnuchins Aussagen im Verlauf fast ein Prozent.

Facebook hatte im Juni angekündigt, Libra in der ersten Hälfte des kommenden Jahres einführen zu wollen. Medienberichten zufolge soll die Bundesregierung gemeinsam mit der Bundesbank prüfen, „wie eine Etablierung als echte Alternative zur staatlichen Währung verhindert werden kann“. Auch die Finanzministerien in Großbritannien und Frankreich sähen die Pläne von Facebook „durchaus kritisch“.

Aufgrund der massiven Kritik will Facebook seine Kryptowährung erst nach der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden starten. Bedenken müssten vor einem Start vollständig ausgeräumt werden, hieß es in einem vorbereiteten Redetext von David Marcus, der bei Facebook für Libra zuständig ist. Marcus wird am Dienstag vom Bankenausschuss des US-Senats angehört.

Die Kryptowährung werde nicht mit den nationalen Währungen der Länder konkurrieren und die Geldpolitik der Zentralbanken nicht beeinträchtigen, so Marcus. Man wolle auch nicht die Geldpolitik der Notenbanken beeinflussen. Libra solle als Zahlungsmittel genutzt werden und nicht als Spekulationsobjekt.

Libra soll an einen Korb von etablierten Währungen wie US-Dollar, Euro und Yen gekoppelt und durch kurzfristige Staatsanleihen abgesichert werden. Dadurch werden massive Kursschwankungen wie bei der Kryptowährung Bitcoin vermieden („Stable Coin“).

Mehr: Der IWF sieht die neue Facebook-Währung weniger kritisch. Für Firmen könnte Libra sogar Vorteile haben.

  • rtr
  • dpa
  • ble
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3 Kommentare zu "Digitale Währung: „Bedrohung für den Euro“ – Weltweit massive Kritik an Facebooks Kryptowährung Libra"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nichtstaatliches Geld gehört zu dem Teil der Freiheit die uns durch die EZB genommen wurde.
    Bundesfinanzministerium: "Ein, Wettbewerb zwischen staatlicher und privater Währung könnte sich negativ auf das Währungsmonopol der EZB auswirken“. Ja das ist so und das ist gut so.
    Staaten müßten dann in einem wirklich freien Geldmarkt ihre Kredite plazieren und der Markt legt die Bedingungen fest. Heute, die EZB drückt wegen der hohen Staatsverschuldung vieler Euroländer den Zins ins Minus und enteignet Sparer, gleichzeitig wirft die EZB die Druckerpresse an und kauft Ramschpapiere und erzeugt eigentlich wertloses "Geld". In einem freien Wettbewerb würde dieses Geld als Wertaufbewahrungsmittel zurück gedrängt. Fiele der Annahmezwang des Euros dann würde gutes Geld schlechtes verdrängen und es gibt einen Wettbewerb.
    Die Planung zur Abschaffung des Bargelds zeigt doch worauf dies hinaus laufen soll, die Enteignung/Schröpfung der Geldbesitzer. Sind weitere Währungen am Markt würde diese Enteignung/Schröpfung der Geldbesitzer nicht mehr funktionieren. Deshalb die Panik der Herrschenden weltweit.

  • Man muss hier ganz einfach das GRESHAMSCHE GESETZ verstehen:
    Existiert ein staatsmonopolistisches Zwangsgeld (für den Euro besteht gesetzlicher Annahmezwang), dann wird die von den Marktteilnehmern besser bewertete Währung (also Libra in den Befürchtungen der Staatsmacht) gehortet werden und aus dem Umlauf verschwinden, während mit dem "schlechteren" Euro weiter bezahlt wird -> die "schlechtere" Währung verdrängt die "bessere" aus dem Umlauf.
    Gibt es jedoch keinen Annahmezwang für die staatliche Währung , bzw. "das kälteste aller kalten Ungeheuer" kann die "bessere" Währung nicht verbieten, dann gilt das Greshamsche Gesetz genau umgekehrt!!
    In diesem Falle würde die "bessere" Währung (nämlich die Währung des freien Marktes!) im Umlauf bleiben, und der Euro würde verschwinden.

  • Amazon hat doch auch eine Kryptowährung in der Pipeline, seit gefühlten rund 6 Monaten oder lass es auch ein Jahr sein vielleicht.
    Nur, dass man darüber nichts hört und liest.
    Oder ist mir was entgangen?
    Zumindest scheint mir was Kryptos angeht Amazon gefährlicher und kompetenter zu sein als FBs Zuckerberg

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