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Direktoriumskandidatin EZB-Kandidatin Schnabel – Neustart der Anleihenkäufe womöglich unnötig

Laut Isabel Schnabel ist es womöglich nicht notwendig, bald wieder Anleihenkäufe zu starten. Sie ist optimistisch, dass die Euro-Zone nicht in eine Rezession geraten werde.
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Schnabel soll im EZB-Direktorium, dem obersten Führungsgremium der Notenbank, die Nachfolge von Sabine Lautenschläger antreten, die Ende Oktober zurückgetreten war. Quelle: Bloomberg
Isabel Schnabel

Schnabel soll im EZB-Direktorium, dem obersten Führungsgremium der Notenbank, die Nachfolge von Sabine Lautenschläger antreten, die Ende Oktober zurückgetreten war.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Der Neustart der großangelegten Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) ist aus Sicht der deutschen Direktoriumskandidatin Isabel Schnabel womöglich nicht notwendig gewesen. „Ich hätte wahrscheinlich mit den Anleihenkäufen gewartet“, sagte die Wirtschaftsweise am Dienstag in einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel.

„Ich bin nicht sicher, dass es absolut notwendig war, die Anleihenkäufe zu diesem Zeitpunkt wieder zu starten.“ Schnabel soll im EZB-Direktorium, dem obersten Führungsgremium der Notenbank, die Nachfolge von Sabine Lautenschläger antreten, die Ende Oktober zurückgetreten war. Die Professorin für Finanzmarktökonomie sitzt seit 2014 im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung berät.

Die EZB hatte im September ein umfangreiches Maßnahmenbündel zur Stützung der schwächelnden Konjunktur beschlossen. Es umfasste eine Senkung des Einlagenzinses für Banken kombiniert mit Erleichterungen für die Geldhäuser sowie den Neustart der billionenschweren Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren ab November. Die Wiederauflage der Käufe war im EZB-Rat allerdings umstritten. Rund ein Drittel der Währungshüter scherte aus.

Schnabel zufolge sind die jüngsten Konjunkturdaten nicht ganz so negativ ausgefallen wie befürchtet. Deutschland sei beispielsweise nicht in eine Rezession gerutscht. „Daher kann man optimistisch sein, dass die Euro-Zone nicht in eine Rezession geraten wird,“ sagte sie. Sie sei aus diesem Grund auch zuversichtlich, dass sich die Inflation mittelfristig wieder zum EZB-Ziel von knapp zwei Prozent bewege.

Die EZB verfehlt diese Marke allerdings bereits seit Jahren. Zur geplanten Strategieüberprüfung bei der EZB sagte sie, die Veränderungen würden am Ende womöglich nicht so groß ausfallen. „Es könnte einige Klarstellungen geben, vielleicht einige kleine Änderungen.“

Unmittelbar vor Schnabel wurde Italiens Vize-Notenbankchef Fabio Panetta im Ausschuss gehört, der ebenfalls ins EZB-Direktorium einziehen soll. Am Nachmittag soll der Ausschuss über beide Kandidaten abstimmen. Es wird erwartet, dass sie dann auf dem EU-Gipfel in der nächsten Woche formell ernannt werden.

Mehr: Vor dem Europaparlament äußert sich die EZB-Chefin Christine Lagarde zur Strategie der Notenbank, ihrer Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und dem geringen Frauenanteil im Rat.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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