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Draghi besucht Merkel Treffen unter Leidgenossen

EZB-Chef Draghi hat Kanzlerin Merkel in Berlin getroffen. Die beiden mächtigsten Personen Europas haben mit großen Problemen zu kämpfen. Bei dem Treffen soll es vor allem um die Flüchtlingskrise gegangen sein.
15.01.2016 - 17:44 Uhr
Die Themen bei seinem Besuch in Berlin boten wenig Grund für Optimismus. Quelle: AFP
EZB-Chef EZB-Chef Mario Draghi

Die Themen bei seinem Besuch in Berlin boten wenig Grund für Optimismus.

(Foto: AFP)

Berlin, Frankfurt In den vergangenen Jahren standen ihre Treffen immer unter besonderer Aufmerksamkeit: Mario Draghi wird gerne als heimlicher Präsident Europas tituliert, Angela Merkel ist die mächtigste Regierungschefin des Kontinents. Am Freitag war der EZB-Präsident mal wieder bei der Kanzlerin in Berlin. Doch derzeit wirken sie eher wie Ohnmächtige. Merkel ist Getriebene der Flüchtlingskrise – erst recht seit den Vorfällen an Silvester in Köln.

Draghi wiederrum erreicht trotz des Dauereinsatzes seiner geldpolitischen Bazookas nicht sein Inflationsziel. Die EZB pumpt durch Anleihekäufe Monat für Monat 60 Milliarden Euro in die labile Wirtschaft des Euroraums. Doch Wirtschaft und vor allem die Preise entwickeln sich nicht wie erhofft.

Entsprechend gedrückt soll die Stimmung gewesen sein. Zwar verstehen sich Merkel und Draghi persönlich gut. Aber ihre Gesprächsthemen boten einfach keinen Anlass für Heiterkeit. Es steht derzeit nicht gut um Europa, und das geht an den beiden mächtigsten Europäern nicht spurlos vorbei. Sie redeten lange Zeit über die Flüchtlingskrise. Auch die anderen Gesprächsthemen der beiden, die wirtschaftlichen Probleme in China und ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) boten wenig Grund für Optimismus.

Die Flüchtlingskrise ist zwar nicht unbedingt Kernthema des EZB-Präsidenten. Doch auch er fürchtet die Konsequenzen. Was passiert, wenn die EU-Staaten keine gemeinsame Lösung finden? Die Rückkehr zu groß angelegten Grenzkontrollen droht und damit ein Ende von Schengen und eine schwere Schädigung des Binnenmarktes.

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    Merkel hat bereits deutlich gemacht, dass sie damit auch die Währungsunion in Gefahr sähe. Soweit darf es nicht kommen, da waren sich Merkel und Draghi einig. Das Problem ist nur: Eine Lösung ist bisher nicht erkennbar. Die Mehrheit der Europäer mag Merkel derzeit nicht folgen.

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