Draghi-Rede EZB weiterhin im Krisenmodus

Der konjunkturelle Aufwind im Währungsraum ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi immer noch nicht selbsttragend. In eine Rede am Freitag zeigte er sich vor allem um den ökonomischen Ausblick besorgt.
Update: 18.11.2016 - 10:12 Uhr 7 Kommentare

EZB weiter im Krisenmodus: Konjunktureller Aufwind trägt sich nicht selbst

EZB weiter im Krisenmodus: Konjunktureller Aufwind trägt sich nicht selbst

FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi macht keine Hoffnung auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum. „Wir haben allen Grund zu mehr Vertrauen in die Stärke der wirtschaftlichen Erholung als vor einem Jahr. Aber wir können nicht zuversichtlich sein, was den ökonomischen Ausblick angeht“, sagte Europas oberster Währungshüter am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt.

Draghi bekräftigte, die Europäische Zentralbank (EZB) werde weiterhin alle ihre Instrumente nutzen, um ihr Ziel einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent zu erreichen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, weil sie davon ausgehen, dass es absehbar noch günstiger wird. Draghi konstatierte: Die Dynamik der Inflationsentwicklung sei weiterhin schwach, die wirtschaftliche Erholung nach wie vor abhängig von der Geldflut der Zentralbanken.

Als großes Problem nannte Draghi zudem die Ertragsschwäche der Banken im Euroraum, die zum Teil noch große Berge fauler Kredite in ihren Bilanzen haben und darum wenig neue Darlehen ausreichen. Gleichwohl warnte der EZB-Präsident davor, die nach der jüngsten Finanzkrise weltweit verschärften Regeln für die Finanzbranche aufzuweichen. „Es ist Zeit, die Regulierung abzuschließen und in eine Phase der Stabilität einzutreten“, betonte Draghi. Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte nach seiner Wahl bekräftigt, er wolle wichtige Regeln für die Finanzbranche abschaffen, um so die Kreditvergabe anzukurbeln.

Die EZB versucht Wachstum und Inflation mit einer gewaltigen Flut billigen Geldes anzuheizen. Seit März 2015 kauft die Notenbank Staatsanleihen und andere Wertpapiere im großen Stil. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel. 80 Milliarden Euro fließen derzeit monatlich, insgesamt sollen es 1,74 Billionen Euro werden. Das Programm soll nach bisherigen Plänen bis mindestens Ende März 2017 laufen.

Viele Volkswirte rechnen damit, dass die EZB das Kaufprogramm über März 2017 hinaus verlängern wird. Klarheit dürfte die Dezember-Sitzung des EZB-Rates bringen. „Dann werden wir sagen, was wir in den nächsten Monaten tun werden“, hatte Draghi angekündigt.

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  • dpa
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7 Kommentare zu "Draghi-Rede: EZB weiterhin im Krisenmodus"

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  • @ Frau Lana Ebsel

    Eher wird es so sein, dass das abartige Spiel so weit getrieben wird, bis nichts mehr geht. Wenn nichts mehr geht, bedient man sich, wie bei jeder Pleite bei dem, wo noch etwas zu holen ist – bis auch da nichts mehr zu holen ist.

    Wo ist dann wohl noch am meisten zu holen und wer wird damit aussichtsreichster Haftungskandidat sein?

  • Mafio Draghi arbeitet doch nur mit den südländischen Interessenvertretern zusammen, um gemeinsam Deutschland weiter via Haftung auszuplündern.

    Glaubt jemand, dass es ein Zufall ist, wenn dieser französische Raubritter-Kommissar in Brüssel aktuell fordert, die EU-Länder müssten die Staatsverschuldungsquote um 0,5 % erhöhen und damit Schäuble zeigt, was ihn der Stabi-Pakt interessiert?

    Jede zusätzliche Erhöhung der Staatsschulden benötigt natürlich weiteres „billiges“ Geld.

    Und die EZB unter Führung dieser vampirähnlichen Visage braucht selbstredend vor allem „sichere“ Staatsanleihen, an denen es ja mehr als mangelt, wie man an der Mandatsausdehnung der EZB auf Unternehmensanleihen sehen kann.

    Wie unauffällig sich doch die Interessen decken. Gab es nicht mal einen Film „Unter Geiern“ oder so ähnlich?

  • Draghi wird so lange weiter machen, bis auch der letzte Italiener ein eigenes Haus besitzt und dreimal so viel Barvermögen hat, wie ein deutscher Sparer oder bis wir ihn entmachten.

  • Der Klima-Irrsinn ist schlicht und ergreifend eine der übelsten Varianten des KORPORATISMUS, den Trump frontal angreift: es gibt gewisse Konzerne und gewisse Geld- (oder eher Kredit-Geber), denen die Politik durch entsprechende "Klimagesetze" einen Vorteil verschafft hat, und die ohne diesen politischen Irrsinn schlicht und ergreifend nicht konkurrenzfähig wären respektive nichts zu finanzieren hätten.
    Was die Eurokrise betrifft: selbstverständlich wird sie sich verschärfen, weil die Makroklempner in Politik und ZB´s nun bald den Preis dafür bekommen, dass sie den Preis des Geldes, den Zins manipuliert haben: Was Sie natürlich in den einschlägigen Medien nicht zu lesen bekommen: "die stärkste Kraft im Universum, der Bondmarkt, erhebt sich langsam aber sicher, und die Yields auf die Staatsanleihen (nicht nur) der Euro-Zone steigen seit geraumer Zeit kontinuierlich an. Hohe Zinsen können sich die massivst verschuldeten Staaten aber bekanntlich nicht leisten: sie wären innerhalb kurzer Zeit bankrott.
    Übrigens hat diese "stärkste Kraft im Universum" ein wichtiges Urteil schon gesprochen, was einen anderen Staat betrifft: die Türkei. Die Yields der zweijährigen türkischen Staatsanleihen haben kürzlich die 10%-Hürde geknackt. Sie sehen: was die Putschisten nicht erreicht haben, wird auch hier der Bondmarkt erreichen: Ego-Wahn eliminieren. Die Währung ruiniert, die wichtigste Devisenquelle (Tourismus) eingebrochen, ein massives Leistungsbilanzdefizit angehäuft - und nun auch noch bald vom Bondmarkt abgeschnitten. Bevor es der Euro-Zone richtig dreckig geht, können wir uns das Ganze demnächst erst einmal in der Türkei anschauen. Ach ja: Flüchtlinge wird es dann auch wieder zahlreiche geben - also ein weiterer Grund für Merkel, nochmal anzutreten...

  • @Herr Josef Steiner
    Insbesondere in der Regierungszeit Merkels wurden fast ausschließlich dirigistische Maßnahmen ergriffen. Mit der Sozialen Marktwirtschaft hat auch in der CDU kaum noch jemand was am Hut. Wenn es dann nicht klappt, was vorauszusehen war, dann ist das Marktversagen. In anderen Ländern ist es teils noch schlimmer. Was die EZB betreibt, ist alles andere als Marktwirtschaft. Sie betreibt eigentlich nicht erlaubte Staatsfinanzierung und somit eine gigantische Fehlallokation von Kapital. Kapitalismus hat übrigens nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Genauso wenig, wie die derzeit sozialistisch angehauchte Politik etwas mit Neoliberalismus zu tun hat, wie Linke immer wieder behaupten. Der leichte konjukturelle Aufwind ist bestimmt nich auf Draghis Maßnahmen zurückzuführen.

  • Herr Draghi zeigt sich also besorgt was den ökonomischen Ausblick angeht...

    Da kann ich alle Leser nur beruhigen, es gibt keinen ökonomischen Ausblick. Was Herr Draghi betreibt ist Insolvenzverschleppung. Die Krise kann nur durch einen kompletten Zusammenbruch und darauf aufbauenden Neuanfang gelöst werden. Das implementiert das System des Kapitalismus, oder wie einige es so liebevoll Marktwirtschaft umschreiben...

    Es ist genau das gleiche als würde man einem drogenabhängigen seine tägliche Dosis verabreichten, nur damit er still hält. Und so werden auch die Märkte mit wertlosem Geld geflutet.

    Entzieht man dem Junkie seine tägliche Dosis, dann wird es hart. Aber wenn der Entzug einmal erfolgreich abgeschlossen worden ist, dann geht es ihm wesentlich besser als vorher.

    Und wen man den Geldhahn einfach mal zudreht, dann...

  • Dei Eurokrise wird auch weiterhin anhalten und sich weiter verschärfen.
    Die Grün-Sozialistische CO2 Verbotspolitik einer Merkel wird dafür sorgen, dass jetzt nach dem Trump Sieg die Arbeitsplätze der gut zahlenden Wirtschaftskonzerne aus Deutschland und Europa massenhaft in die USA auswandern werden.
    Trump wird die unbewiesene "menschengemachten CO2 Klimaerwärmung" aus der politischen Agenda streichen und in die Wissenschaft zurückbefördern. Wo das Thema auch hingehört.
    CO2 ist die Basis für das Leben und noch mehr für unseren Wohlstand und unser modernes Leben.
    Wer das CO2 verbieten will, der wird nur eines erreichen...Mangel und Armut.
    Nach der deutschen Kraftwerkbranche wird jetzt die Autobranche vernichtet und die wird sich in der USA niederlassen und dort für einen Wirtschaft und Beschäftigungsaufschwung sorgen.
    Merkel, die Grünen und mit ihre die Kommunisten müssen endlich abgewählt werden. Darum AfD wählen! Danke!

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