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Dreijahrestender Ökonomen loben Geldspritze der EZB

Die EZB hat den Banken der Eurozone erneut mehr als 500 Milliarden Euro für drei Jahre geliehen. Ökonomen halten das für einen klugen Schachzug. Sie warnen allerdings auch vor den Risiken der Operation.
11 Kommentare

EZB flutet die Finanzmärkte erneut mit Geld

Düsseldorf Die Geldspritze der Europäischen Zentralbank für die europäischen Banken stößt bei Ökonomen auf ein eher positives Echo. "Eine einfachere Lösung um die Märkte zu beruhigen, gibt es sicherlich nicht," sagt Commerzbank-Ökonom Michael Schubert. Auch der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, sieht die Möglichkeit, dass durch die Bankenhilfe der EZB ein positiver Kreislauf angestoßen werden könnte.

Die EZB hatte den Banken der Eurozone am Mittwoch durch ein Refinanzierungsgeschäft rund 530 Milliarden Euro für drei Jahre zum niedrigen Leitzins von einem Prozent geliehen. Dies war bereits das zweite Mal. Schon im Dezember hatte sie den Banken rund 500 Milliarden Euro geliehen.

Das Refinanzierungsgeschäft der EZB im Dezember hatte bereits den Effekt, dass Anleger wieder eher bereit waren, Risiken einzugehen. Die Risikoprämien für Staatsanleihen europäischer Krisenländer wie Italien und Spanien sanken seit Jahresbeginn deutlich. Durch die Aktion der EZB können sich die Banken Geld zu Billigkonditionen leihen und es in höherverzinsliche Staatsanleihen der Krisenländern investieren.

"Die Operation im Dezember hat Beruhigung in die Märkte gebracht," sagt Fichtner. "Derzeit muss die Beruhigung der Märkte im Zentrum stehen."

Weniger Verständnis hat Fichtner allerdings dafür, dass die EZB nach dem Refinanzierungsgeschäft im Dezember nun noch mal den Banken unter die Arme greift. Aus seiner Sicht habe die Operation im Dezember bereits den gewünschten Effekt erreicht. Das Problem sei wohl gewesen, dass die EZB das Februar-Geschäft bereits vorzeitig angekündigt habe. Eine Absage hätte deshalb vermutlich die Märkte verunsichert, sagte Fichtner.

Grundsätzlich hält er die Strategie der EZB aber für richtig. Durch die Geldspritze an die Banken sei es ihr gelungen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Einerseits gewährleiste sie die Refinanzierung der Banken. Andererseits trage sie auch dazu bei, dass sich die Krisenländer der Eurozone wieder günstiger refinanzieren könnten.

Kurzfristige Inflationsgefahren sieht Fichtner durch das Refinanzierungsgeschäft nicht aufkommen. Auch auf mittlere Sicht sei die Inflationsgefahr überschaubar, denn das Refinanzierungsgeschäft der EZB läuft in drei Jahren automatisch aus. Dann würde die EZB eigentlich automatisch dem Markt das Geld wieder entziehen, es sei denn, sie legt dann neue Tender mit einem ähnlichen Volumen auf. Dies könnte passieren, wenn die Peripherieländer auch in drei Jahren noch in der Krise stecken. Die EZB könnte dann durch neue Geldspritzen den dämpfenden Effekt auf die Konjunktur ausbügeln.

Michael Schubert sieht die Risiken des EZB-Geschäfts vor allem darin, dass die Banken ihre Kredite nur mit geringen Sicherheiten absichern müssen.

"Grundsätzlich ist es in Ordnung, dass die EZB so viel verleiht. Das Problem sind aber die Sicherheiten," sagt er. Die EZB hatte zuletzt ihre Sicherheitsanforderungen für Notenbankkredite immer weiter heruntergeschraubt.

Trotz dieses Risikos sieht Schubert jedoch keine bessere Alternative zum Kurs der EZB. Man muss sich fragen, was die Alternative ist, sagt er. "Hätte die EZB auf die Refinanzierungsgeschäfte verzichtet, wäre die Unsicherheit weiter sehr groß."

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11 Kommentare zu "Dreijahrestender: Ökonomen loben Geldspritze der EZB"

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  • Ich bin der Ansicht, mit aussagen von Ökonomen, sollte sehr vorsichtig umgegangen werden.
    Hier meine Erklärung zu Ökonomie,
    Ökonomie ist nichts weiter als die Lehre der Betriebswirtschaft.
    Mit dem geringsten Aufwand einen höchstmöglichen Nutzen/Gewinn erreichen.
    Danke

  • Soweit die Banken die EZB-Gelder (12/2011 + 02/2012) in Staatstiteln von Ländern mit Haushaltsproblemen anlegen, erwerben sie damit lediglich Risikopapiere. Die Gelder sind jedoch in der Wirtschaft angekommen, da diese Staaten sie umgehend verausgaben werden. Damit können sie sehr schnell auch inflatorisch wirksam werden.

    Wenn die EZB nach drei Jahren ihre Gelder einsammeln möchte, werden die Banken ihr dann statt Zahlungen die "tollen" Staatstitel vorlegen ... man darf gerspannt sein, was dann passiert.

  • @nobum

    Ich denke, dass die letzten 10 Jahre genau das beschriebene "Strohfeuer" waren. Boom durch Konsum auf Schulden finanziert. Hat nicht funktioniert.

  • Genau das wird nie passieren. Spanien, bleibt Spanien, Griechenland, bleib Griechenland und Italien natürlich Italien...meinen Sie ernsthaft sie können deren Mentalität ändern um die es hier nämlich tatsächlich geht, in dem sie genau DIESEN Ländern Geld hinterherschmeissen? Das ist der Witz des Jahrtausends.

    Ich verwette sonstwas, dass die Geschichte so ausgeht, dass die weitermachen wie bisher und zum Schluss keiner mehr weiss wo die Kohle herkommen soll...Südländer in der Mentalität ändern? Ich lach mich krank!!! derweil wird gedruckt und weiter gedruckt bis irgendwo ein Leck entsteht und der Welt plötzlich auffällt dass hier irgendwas nicht mehr funktioniert und genau DANN, ist es zu spät und es kracht innerhalb weniger Sekunden so stark dass wir uns das heute nichtmal im Alptraum vorstellen.

  • Das Problem der südlichen PIIOGS-Länder ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Wenn sie dieselbe durch diese Geldflut wiedererlangen, und die EZB zieht anschließend das Geld wieder zurück, dann ist es ok.

  • oekonomen?! nein,herr mallien,keine oekonomen,sondern bankangestellten...

  • Wieso druckt die EZB nicht noch mehr Geld und die europäischen Banken kaufen damit die ganze Welt?

    Eben, es funktioniert nicht. Was die EZB macht ist Schuldenabbau durch Inflation. Kein Wunder, denn die PIGS haben bei der EZB die Stimmenmehrheit.

    Der Sparer (meist in Nordeuropa zuhause) ist der Dumme.

  • Sie sagen es ja selber: eine Regulierung die notwendig wäre und der einzig sinnvolle Grund Zeit zu kaufen, findet -abgesehen von kosmetischen oder kontraproduktiven- nicht statt. Und deshalb geht es praktsich nicht um Schadensbegrenzung sondern um eine "weiter so". Für ein "weiter so" bin ich nicht zu haben. Lasst es krachen!

  • Naja die schlauen sprücheklopfer hier im forum würden die staatsanleihen der PIIGS ja auch nicht kaufen also wer soll es denn dann tun. banken in angststarre? die groben fehler im euro wurden vor mehr als 10 jahren gemacht. und das was zu tun wäre, namlich die harte, kompromisslose regulierung der finanzintermdeiäre über alle rechtsräume hinweg wird von london und der wall street nach kräften torpediert. draghi macht halt seinen italian job, schmutzig aber eben wirkungsvoll. ohne klaffende wunden kommen die geberland-steuerzahler nicht davon, es geht nur um schadensbegrenzung

  • JOURNAILLE UND ÖKONOMEN IN EINEM AUSFLUGSDAMPFER!
    Möchte nämlich das Bild des Flugzeuges des Vorredners nicht aufnehmen (obwohl er recht hat).
    Der Zeitablauf und die Höhe der Party-Tender (abgesehen von ihrer komplett illegalen Struktur) kommen mir vor, wie die Kalkulation einer Party auf einem Ausflugsdampfer. Der Bedarf an belegten Brötchen mit und ohne Senf werden für den Sommer 2015 fertig gemacht. Dabei sind einige Teilnehmer so betagt, daß sie den Termin des Verzehrs beim besten Willen nicht mehr erleben werden.
    Herr Draghi, "unser" Kapitän, raucht hier
    dicke Zigarren - bis der Durchfall kommt.
    MIT RATIO ODER KALKULATION VON WIRTSCHAFTSRISIKEN
    HAT DIES ALLES NICHTS, ABSOLUT NICHTS, ZU TUN.

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