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Eingriff der Notenbanken Die nächste Dosis

Milliardensummen haben die Zentralbanken in die Märkte gegeben, um den ausgetrockneten Geldmarkt wiederzubeleben. Die Banken bekommen so den Stoff zum kurzfristigen Überleben - doch die Krankheit bleibt.
25 Kommentare

Große Notenbanken fluten globale Finanzmärkte mit Geld

DüsseldorfWeltweit abgestimmt haben wichtige Zentralbanken in der Euro-Schuldenkrise für eine Atempause gesorgt. Notenbanken wie die Federal Reserve in den USA und die EZB in Europa erleichtern Währungsgeschäfte untereinander, um Finanzierungsengpässe bei Banken und damit auch bei Unternehmen zu verhindern.

Die psychologisch wichtige Maßnahme - eine Art Zeichen internationaler Solidarität in der Krise - beflügelte die Börsen. Der deutsche Leitindex Dax übersprang die Marke von 6000 Punkten deutlich und lag zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent im Plus. Auch die Wall Street in New York sah deutlich steigende Kurse.

Doch angesichts der weiterhin ungelösten Probleme in der Euro-Schuldenkrise ist die Gefahr groß, dass die Wirkung auch dieser spektakulären Radikalmaßnahme der Notenbanken rasch wieder nachlässt und bald schon die nächste Dosis fällig wird. „Der Markt mag Liquidität", kommentierte Guiseppe Amato von Lang & Schwarz den Eingriff in den Geldmarkt. "Allerdings muss man abwarten, ob sich die Lage am Interbankenmarkt entspannt", sagte Amato. "Denn dies ist nur ein Herumlaborieren am Symptom, fundamental ändert sich nichts." Die Politiker müssten jetzt liefern. "Das Zeitfenster schließt sich immer schneller." Bislang sei kaum etwas von dem umgesetzt, was angekündigt worden sei, kritisierte der Ökonom.

Die Einschätzungen Amatos kommen nicht von ungefähr. In der Euro-Zone wächst tatsächlich die Angst vor dem nächsten Paukenschlag an den Finanzmärkten. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy forderte in Brüssel eindringlich eine „systemische“ Antwort der Euro-Staaten auf die inzwischen systemische Krise. „Wir haben eine handfeste Vertrauenskrise“, sagte er. EU-Währungskommissar Olli Rehn zufolge läuft der Countdown: In den nächsten zehn Tagen müsse eine Lösung der Krise gefunden werden.

Die EZB kauft seit Monaten Staatsanleihen von Krisenländern in überschaubarem Umfang auf, um die Kurse zu stürzen. Kritiker befürchten, dass eine massive Ausweitung dieses Programms mittelfristig die Inflation anheizen würde. Hauptaufgabe der EZB ist die Preisstabilität, allerdings unterstützt sie laut den EU-Verträgen auch „die allgemeine Wirtschaftspolitik“ in der Union. Unmittelbare Ankäufe von Staatsanleihen, zum Beispiel bei Neuemissionen, sind ihr jedoch untersagt.
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle forderte ein Ende der Käufe. „Die EZB muss raus aus diesem Geschäft“, sagte er am Mittwoch in Berlin. „Man kann es rechtfertigen, solange es kein anderes Instrument gab, dass man in Notsituationen auch handeln muss.“ Dieses Instrument sei nun aber mit dem Rettungsfonds EFSF gegeben. „Die Notenbank muss sich zurücknehmen. Alles andere halte ich für nicht vertretbar."

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25 Kommentare zu "Eingriff der Notenbanken: Die nächste Dosis"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Haben die Rating-Agenturen die Pleitestaaten etwa zum Schuldenmachen gezwungen?

  • Goldener Schuß
    -----------------
    Wie die Abbildung nur allzu drastisch verdeutlicht kann
    man von dem ganzen Geschehen nicht mehr von rationalen
    finanziellen Handlungen der EU-Bankrotteure ausgehen,
    sondern nur noch von irrationalen Panikmaßnahmen von
    Leuten die auf die Couch gehören, was sich einiger-
    maßen schwierig gestaltet, da inzwischen die Patienten
    die Leitung der EU-Anstalt übernommen haben.

  • Das was jetzt abläuft ist Chemotherapie. Was sie aber bewirkt, das weiß man nur, wenn man sich objektiv damit beschäftigt und nicht der Pahrmalobby hörig ist. Vergleichbar ist es auch im vorliegenden Fall!

  • Der Posten des fiesen Politikers spricht dagegen. Sobald eingestanden wird, dass man die ganze Zeit das falsche gemacht hat, und eben nicht für das Volk gewirkt hat, ist man weg vom politischen Fenster. Deswegen entscheiden die Entscheidungsträger wie sie entscheiden und werden uns bis einen Tag vor der Währungsreform belügen. Punkt.


  • Diese Krise ist die Chance auf Veränderung- jetzt oder nie.

    Finanzmarkt und Börsenhandel müssen drastisch eingeschränkt werden, dieses Spielkasino indem Superreiche /Investoren / FED-Inhaber Milliarden erzocken können und dieses Geld dann an Staaten verleihen. So werden Finanzblasen kreiert.

    Auf diese Art viel Geld zu machen ist gegenüber all den Menschen die mit produktiver Arbeit ihr Geld verdienen - und jetzt nicht mal ihre kleine Rente sicher haben - auf dieser Welt einfach nicht mehr vertretbar.

    Die EU wird sich hier durch entsprechende Gesetze vom Welt-Finanzmarkt sehr stark abgrenzen müssen um eine annähernd hilfreiche Lösung zu finden.

    Denn dass alle Länder auf der Welt einig den Finanzmarkt reformieren/einschränken sehe ich als nicht realistisch.

  • "ein Zeichen internationaler Solidarität in der Krise" - die Welt steht auf dem Kopf. Ich dachte, das Lied "Völker höret die Signale", oder "Hoch die internationale Solidarität" wären Kampfparolen der Arbeiterklasse (gewesen) ... Hallo wach! Wir leben im Alptraumland!

  • Es gibt nur zwei Möglichkeiten aus der Misere:

    1. Einahmen erhöhen um Neuverschuldung zu vermeiden oder gar Schulden zu tilgen:

    - Steuern auf Finanztransaktionen
    - Steuererhöhung auf hohe Einkommen
    - Vermögenssteuer

    2. Sparen:
    - Einschränkung der EU-Beihilfen für die
    "Landwirtschaft", die sowieso nur Großbetrieben und der
    Industrie nutzen
    - keine Subvention für die Entwicklung von Elektroautos
    bei der gut verdienenden Autoindustrie, die die
    Entwicklung verschläft und nun den Staat anzapfen möchte
    - usw......

  • Zitat:" Die nächste Dosis."

    Einige Marktbeobachter/Marktteilnehmer haben das Spiel noch nicht durchschaut. :-))

    Die Frage lautet:" Wem gehört der Dollar? " :-))

    Einige Eigentümer des US-Dollars feiern demnächst Chanukka. :-))

    "An Chanukka gedenken wir der Neueinweihung des Tempels in Jerusalem, nachdem es eine kleine Gruppe von eifernden Juden mit der ganzen besetzenden griechischen Armee aufnahmen... und siegten:" :-))

    Deshalb gibt es vor der Feier und nach der Feier keinen Crash der Währungen, der Markt wird mit Geld geflutet. :-)

    In 2012 wird dann wieder die Jagd auf die" Euro-Hühner" eröffnet. :-))

    Gruß

  • Habe was schönes zu diesem Thema im Internet gefunden:

    Notenbanken-Intervention: Stand eine europäische Bank vor dem Kollaps?

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/12016/

  • der Casino-Betrieb geht weiter - vorerst, bis eine noch höhere Dosis für den Rauschgiftabhängigen gereicht werden muß - Ärtzte kenn das Ergebnis

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