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Euro-Krise 2014 wird ein heikles Jahr für die EZB

Der EZB steht ein heikles Jahr 2014 ins Haus - mit einem neuen Euro-Land, einer neuen EZB-Direktorin, der Übernahme der Aufsicht über „neue“ Banken in einem neuen Hauptquartier und der Gefahr einer neuen Krise.
27.12.2013 - 07:42 Uhr 3 Kommentare
Der Neubau der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). 2014 verändert sich nicht nur die Heimat der EZB. Quelle: dpa

Der Neubau der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). 2014 verändert sich nicht nur die Heimat der EZB.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die EZB geht mit einem rekordniedrigen Leitzins ins Jahr 2014: Seit November können sich die Geschäftsbanken bei ihr für nur noch 0,25 Prozent Zinsen refinanzieren. Zudem hat der EZB-Rat beschlossen, dass die Institute noch bis mindestens Mitte des übernächsten Jahres so viel Liquidität bekommen, wie sie bei der EZB abrufen - ohne Obergrenze. Damit ist das Finanzsystem zwar geschützt gegen Liquiditätsengpässen, doch stockt der Kreditfluss in den besonders krisengeplagten Ländern Südeuropas weiterhin - ein ernstes Problem für EZB-Chef Mario Draghi.

Zudem ist die Inflationsrate wegen der Wirtschaftsflaute in der Währungsunion aus Sicht der Notenbanker zu niedrig und liegt klar unterhalb ihres Zielwerts von knapp zwei Prozent. Die Zinssenkung vom November war eine Art Rückversicherung gegen eine Spirale aus sinkenden Preisen und schwacher Nachfrage, die im Schlimmsten Fall drohen könnte. Was aber kann die EZB noch gegen die Kreditklemme in weiten Teilen der Euro-Zone und als Absicherung gegen eine deflationäre Spirale tun?

Die Zentralbanker betonen seit der letzten Zinssenkung gebetsmühlenartig, dass sie noch zahlreiche Pfeile im Köcher haben. Dazu gehören unter anderem weitere milliardenschwere Geldspritzen, um die Banken flüssig zu halten, sowie ein Strafzins für Banken, die Gelder lieber bei der EZB parken, als sie an Unternehmen und Haushalte als Kredit weiterzureichen. Doch da viele Firmen wegen der Wirtschaftsflaute vor Investitionen zurückschrecken und überhaupt keine Darlehen nachfragen, sind die Möglichkeiten der Notenbank begrenzt. Außerdem dürfte der Widerstand - vor allem der Bundesbank - gegen immer neue, unorthodoxe Maßnahmen größer werden, meint UBS-Ökonom Reinhard Kluse. „Die Reibungsverluste werden zunehmen.“

Wenn die EZB wie geplant im November 2014 die Oberaufsicht über die Banken der Währungsunion übernimmt, hat sie zumindest die 128 größten Institute bereits auf Herz und Nieren geprüft. Denn in den nächsten Monaten steht der größte Gesundheitscheck der Branche auf dem Programm, den es je gegeben hat. Ziel der EZB ist es, die Banken möglichst besenrein, also ohne schlummernde Altlasten in den Bilanzen, zu übernehmen. Sollten sich bei der Überprüfung größere Kapitallöcher auftun, könnte das die Finanzmärkte verunsichern. Die Aktion ist deshalb sowohl für die Banken als auch für die EZB nicht ohne Risiken.

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    3 Kommentare zu "Euro-Krise: 2014 wird ein heikles Jahr für die EZB"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • A propos “Islamisierung”: Wie wird “christianisiert”? Durch Taufe?

      http://on.cx/images-i4004bcx2m1.jpg

      Jedenfalls habe ich das Plakat mal "übersetzt"!

      http://www.pi-news.net/2013/12/muenchen-freiheit-plakatzerstoerung-am-zweiten-weihnachtsfeiertag/

    • Nur durch gesundbetende Presseartikel, Ausblenden der Probleme und Stillschweigen lässt sich die Eurokrise bemänteln. Dass die EZB für Hunderte Milliarden Euro Schrott-Staatsanleihen über einen Umgehungstatbestand und den Gestaltungsmißbrauch eingelagert hat, ist bekannt, darf aber auch nicht mehr erwähnt werden. Für derartigen Gestaltungsmißbrauch käme man in Deutschland in den Knast, bei der EZB dagegen bekommt man von der deutschen Kanzelette das "volle Vertrauen" ausgesprochen. Die Euro-Klamotte ist ein einziger Skandal. Sonst nichts - ausser der Killereigenschaft für unser Volksvermögen.

    • Sollte der Stresstest zeigen, dass eine Bank zu hohe Risiken in ihrer Bilanz hat, muss sie ihr Eigenkapital entsprechend erhoehen. Private Anleger werden wohl angesichts der Risiken sehr zurueckhaltend sein, ihren Banken neues Kapital zuzufuehren.

      Also werden Kapitalerhoehungen wohl aus oeffentlichen Mitteln finanziert werden muessen. Schaeuble will uns weismachen, dass dann zunaechst die nationalen Regierungen ihre eigenen Banken retten muessen. Soll das dann so funktionieren: Die Bank macht eine Kapitalerhoehung, die Regierung zeichnet alle neuen Aktien, das Geld dazu holt sie sich ueber eine Staatsanleihe, die Staatsanleihe wird von derselben Bank gekauft?

      Nein! Es soll so funktionieren: Das Geld fliesst direkt oder indirekt ueber ESM oder EZB oder ueber Bankenabwicklungsfonds oder was man sonst noch fuer Institutionen erfinden wird, aus noch nicht voellig klammen Laendern in Pleitelaender. Unterdessen steigen die Schulden weiter und das Karussell dreht sich immer schneller.

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