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Euro-Krise Draghi nimmt Zyperns Zentralbankchef in Schutz

Das zyprische Parlament will die Rolle des Zentralbankchefs bei der Banken-Krise untersuchen. Draghi fürchtet um die Unabhängigkeit der Notenbank und warnt vor einem Verstoß gegen EU-Recht.
12.04.2013 - 07:03 Uhr 10 Kommentare
EZB-Chef Mario Draghi stellt sich vor seinen zyprischen Amtskollegen. Quelle: dpa

EZB-Chef Mario Draghi stellt sich vor seinen zyprischen Amtskollegen.

(Foto: dpa)

Nikosia EZB-Präsident Mario Draghi nimmt den zyprischen Notenbankchef gegen Kritik in Schutz. Draghi warnte das gerade vor der Pleite bewahrte Land davor, mit den Untersuchungen gegen Panikos Demetriades womöglich gegen EU-Recht zu verstoßen. Das Parlament in Nikosia will die Rolle des zyprischen Zentralbankchefs, der in seiner Funktion auch Teil der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, bei der Banken-Krise auf der Mittelmeer-Insel genau unter die Lupe nehmen. Die Untersuchungen könnten zu seinem Rücktritt führen. Es soll geklärt werden, ob der seit Mai 2012 amtierende Demetriades das Parlament ausreichend und korrekt informiert hat.

In einem Brief mit dem Datum von Mittwoch, den Reuters einsehen konnte, kritisiert Dragi, dass das Parlament im Grunde ein Prozedere geschaffen hat, um Demetriades abzusetzen. Das sei ein ernstes Vorgehen, für das es nur bei sehr schwerwiegenden Vorwürfen eine Rechtfertigung gebe. Gehe es aber nur darum, politischen Druck aufzubauen, stehe dies der Unabhängigkeit der Zentralbanker entgegen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab.

Zypern musste wegen seiner maroden Banken gerade vor dem Kollaps gerettet werden. Die EU und der Internationale Währungsfonds haben dem Land Hilfen von zehn Milliarden Euro zugesagt, 13 Milliarden soll Zypern selbst aufbringen. Im Zuge der Rettung soll der überdimensionierte Banken-Sektor des Landes radikal schrumpfen.

Ist Zypern der Anfang vom Ende des Euros?



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    10 Kommentare zu "Euro-Krise: Draghi nimmt Zyperns Zentralbankchef in Schutz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Warum dieser Einsatz? Wusste die EZB das Gelder vorab abgezogen wurden? Vielleicht von reichen EU Bürgern oder Trust?

    • Schon gelesen wie Draghi den Schutzschirm aufspannt?

      "Hilferuf aus Zypern: Mario Draghi fordert das Gold Zyperns"

      Ich habe den Eindruck, dass das Wort "kriminell" geschmeichelt ist.

    • versucht da gerade eine Krähe das eigene Auge zu schützen???

      Sieht für mich sehr stark danach aus, als könnten die Untersuchungen dann auch Draghi selber schaden.

      Seit wann soll die Untersuchung des Verhaltens eines Menschen ein EU-Verstoß sein???

    • Bandidos unter sich oder eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    • die Einigkeit der gangsterei untereinander ist schon bemerkenswert.

    • Ist schon dreist, wenn ein nur sehr schwach demokratisch legitimierter Euro Funktionär - Herr Draghi - kommentiert, was ein demokratisch gewähltes Paralament zu tun oder zu lassen hat.
      Wenn ein demokratisches Parlament, nicht frei entscheiden kann, was es untersuchen möchte, ist dies das Ende der Demokratie.
      Auch wenn ich das bisherige Wirtschaften Zyperns und deshalb auch alle Zahlungen an Zypern ablehene, sind alle Zyprioten aufgerufen ihre Demokratie zu verteidigen.

    • Es ist ungeheuerlich. Millarden wurden vertan und Herr Draghi fordert dazu auf, dass nie Fragen gestellt werden duerfen warum.

    • Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen -die EZB hat in den letzten Jahren dermassen oft faktisch gegen EU-Recht verstossen, dass man das gar nicht mehr zählen kann.

      Und nun "warnt" ausgerechnet Draghi davor, dass eine Untersuchung gegen einen Politiker angestrengt werden soll, ob dieser seine Informationspflicht gegenüber den gewählten Volksvertretern vernachlässigt hat?

      Entschuldigung, aber das stinkt zum Himmel!

    • "Draghi warnte das gerade vor der Pleite bewahrte Land davor, mit den Untersuchungen gegen Panikos Demetriades womöglich gegen EU-Recht zu verstoßen."
      1.Seit wann interessiert sich EZB/EU/Europolitiker für die Einhaltung der Verträge und EU-Recht: Art 125AEUV als Beispiel.
      2. So hofft Draghi, dass seine Rolle bei der Monte del Paschi nicht aufgerollt und untersucht wird.
      3. Jetzt bestimmt Draghi, mit was sich das zyprische Parlament befassen darf. Die antidemokratischen Europolitiker/EZBler sollen eben nur noch abnicken, so wie der deutsche Bundestag. Auch dieser Skandal wird unter dem Teppich gekehrt werden.

    • "warnt vor einem Verstoß gegen EU-Recht"
      Wie oft wurde bereits dagegen verstoßen? Nur das "No-bail-out" als Beispiel! Das ist doch nur eine Schmierenkömödie um das Deutsche Volk zu enteignen! Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen wie unsere Politiker den in Jahrzehnten aufgebauten sozialen Wohlstand auf Grund politischer Profilierungssucht verramschen und das Deutsche Volk ausbluten lassen. Zum Glück gibt es im September Alternativen!

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