Euro-Rettungsprogramm Keine EZB-Ausnahmen mehr für griechische Banken

Das Hilfsprogramm für griechische Banken läuft im August aus. Für die Institute verteuert sich dann die Geldbeschaffung. Engpässe drohen jedoch nicht.
Kommentieren
Die Ratingagentur Fitch stufte Ende vergangener Woche Griechenlands Bonität um gleich zwei Stufen von B auf BB- herauf. Quelle: dpa
Griechenland

Die Ratingagentur Fitch stufte Ende vergangener Woche Griechenlands Bonität um gleich zwei Stufen von B auf BB- herauf.

(Foto: dpa)

AthenFür den griechischen Premier Alexis Tsipras ist der 20. August ein „historisches Datum“ – dann läuft das Griechenland-Rettungsprogramm aus. Für die Banken hat das aber zunächst einmal negative Folgen. Die Institute haben es schwerer, sich mit billiger Liquidität zu versorgen.

Bisher konnten die Geldhäuser griechische Staatsanleihen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) als Pfand für EZB-Kredite hinterlegen, obwohl diese Papiere von den Ratingagenturen als „Ramsch“ eingestuft werden. Eine Sonderregelung der EZB, der sogenannte Waiver, machte das möglich.

Diese Ausnahme gilt allerdings nur, solange Griechenland ein Hilfsprogramm benötigt. Mit dem Ende dieses Programms läuft in einer Woche auch die Regelung aus. Die EZB hat deshalb mitgeteilt, dass sie ab 21. August griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten akzeptiert.

Liquiditätsengpässe drohen den griechischen Geldhäusern allerdings infolgedessen nicht. Es geht um einen überschaubaren Betrag von etwa 3,5 bis vier Milliarden Euro, der nun refinanziert werden muss. Die Banken haben mit der Umschichtung bereits begonnen, weil die Entscheidung der EZB absehbar war. Sie besorgen sich das Geld teils auf dem Interbankenmarkt, teils über kurzfristige Finanzierungsinstrumente wie Repos.

Während die Banken das EZB-Geld zinslos bekamen, müssen sie für diese Liquidität allerdings Zinsen zahlen. Das verteuert die Refinanzierung und schlägt auf die in Griechenland ohnehin hohen Finanzierungskosten für die Wirtschaft durch. In Bankenkreisen schätzt man, dass sich die Kredite durch den Wegfall der Sonderregelung um 0,5 bis 0,7 Prozent verteuern.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht für die Banken und die Wirtschaft: Die Ratingagentur Fitch stufte Ende vergangener Woche Griechenlands Bonität um gleich zwei Stufen von B auf BB- herauf. Damit liegen griechische Staatsanleihen bei Fitch immer noch drei Stufen unterhalb der Schwelle der investitionswürdigen Papiere. Die Heraufstufung dürfte aber mittelfristig die Refinanzierung der Geldhäuser verbilligen und die Kreditkosten der Unternehmen drücken.

Startseite

Mehr zu: Euro-Rettungsprogramm - Keine EZB-Ausnahmen mehr für griechische Banken

0 Kommentare zu "Euro-Rettungsprogramm: Keine EZB-Ausnahmen mehr für griechische Banken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%