Europäische Bankenunion EZB-Direktorin Lautenschläger plädiert für europäische Einlagensicherung

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger spricht sich für eine europäische Einlagensicherung aus. Sie solle als dritte Säule der Bankenunion kommen.
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Das Direktoriumsmitglied der EZB plädiert für eine gemeinsame Einlagensicherung der europäischen Bankenunion. Quelle: dpa
Sabine Lautenschläger

Das Direktoriumsmitglied der EZB plädiert für eine gemeinsame Einlagensicherung der europäischen Bankenunion.

(Foto: dpa)

KopenhagenEZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat für eine gemeinsame Einlagensicherung als Abschluss der europäischen Bankenunion plädiert. Manche fragten sich, ob die bestehenden beiden Säulen um eine dritte ergänzt werden sollten, sagte sie am Montag in Kopenhagen: „Meiner Ansicht nach sollten sie es und ich bin sicher, dass es irgendwann soweit sein wird“, fügte die deutsche Währungshüterin hinzu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet auf absehbare Zeit jedoch nicht mit einer gemeinsamen Sicherung von Bankeinlagen. Zunächst sei ein Abbau von Risiken in den Bilanzen der Geldhäuser auf nationaler Ebene notwendig. In Deutschland fürchten Gegner einer europäischen Einlagensicherung, dass heimische Institute in Haftung genommen werden, wenn Banken in anderen Mitgliedsländern in Schieflage geraten.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die größten Geldhäuser des Euro-Raums zuständig – die erste Säule der Bankenunion. Die zweite ist der einheitliche Mechanismus zur Abwicklung maroder Banken. Mit den Regeln sollen die Steuerzahler seltener zur Kasse gebeten werden, wenn ein großes Institut ins Straucheln gerät. Stattdessen müssen Aktionäre, Gläubiger und vermögende Sparer stärker bluten.

Lautenschläger warb in Dänemark auch dafür, die Bankenunion nicht als „exklusives“ Projekt der Euro-Staaten zu verstehen. Jedes EU-Land könne über eine „enge Kooperation“ daran teilhaben.

  • rtr
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  • Man kann eine Versicherung nicht abschließen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Außerdem wird durch eine EU-Enlagensicherung die Summe der faulen Kredite bei den Banken nicht weniger. Eine vermeintliche Sicherheit durch kollektive Haftung schafft Anreize hohe Risiken einzugehen. Geld drucken und andere sollen für die dabei entstehenden faulen Kredite bürgen. Eine Einlagensicherung kann nur greifen, wenn diese vereinzelt und selten in Anspruch genommen wird. Bei massenhaften Schieflagen der Banken funktioniert keine Einlagensicherung. Dann müsste wieder der Staat und damit der Steuerzahler zahlen. Möglicherweise würde die EZB in so einem Fall das benötigte Geld einfach drucken. Geltende Verträge haben im Eurosystem ja noch nie eine Rolle gespielt.

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