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Andreas Dombret

Der ehemalige Vorstand der deutschen Bundesbank nimmt gleich drei neue Aufgaben an.

(Foto: Bloomberg)

Ex-Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret übernimmt Beratermandate in Tokio und London

Der ehemalige „Außenminister“ der Bundesbank bleibt global aktiv. Bei seinen neuen Berater-Jobs trifft er unter anderem auf Josef Ackermann.
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FrankfurtFür die Frankfurter Finanzgemeinde war es wie ein Staatsakt. Als Andreas Dombret Anfang Mai seinen Abschied als Bundesbank-Vorstand feierte, erwiesen ihm alle die Ehre: Von Bundesfinanzminister Olaf Scholz über Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner bis hin zu Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. Bei Champagner und Häppchen erinnerte sein langjähriger Chef Jens Weidmann im Gästehaus der Bundesbank daran, dass sich Dombret in seinen acht Jahren als Vorstand einen Ruf als bestens vernetzter globaler Außenminister der Notenbank erworben hatte. „Die Reisestelle hat in acht Jahren knapp fünf Millionen Flugmeilen erfasst, das sind 200 Erdumrundungen,“ sagte der Bundesbank-Präsident damals.

Seit Mai hat sich die Reisetätigkeit des notorischen Vielfliegers eher auf Ziele wie die norddeutschen Inseln beschränkt, wie ehemalige Kollegen berichten. Statt nächtelangen Verhandlungen über globale Bankregeln war erst einmal Füße hochlegen angesagt. Doch das wird sich schon bald wieder ändern: Nach Informationen des Handelsblatts nimmt der ehemalige Bankenaufseher ab November zwei internationale Beratermandate an.

Zum einen hat ihn die japanische Sumitomo zu einem ihrer „Global Advisors“ bestellt, das ist auch der Internetseite der Großbank zu entnehmen. Zum anderen wird er in das Beratergremium der Londoner Researchfirma Autonomous einziehen, ist in Zentralbankkreisen zu hören. Dort wird er auf alte Bekannte treffen: Neben Dombret besteht der Beirat aus dem ehemaligen britischen Zentralbanker Paul Tucker, dem einstigen US-Notenbanker Dan Tarullo – und dem einstigen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Doch für den in den USA geborenen Dombret wäre die Liste neuer Aufgaben wohl nicht vollzählig, wenn er nicht noch eine weitere in New York annehmen würde: Wie zu hören ist, wird er regelmäßig Vorträge an der Columbia University halten. Und er setzt die zu Bundesbank-Zeiten begonnene Verwaltungsratstätigkeit bei der Schweizer Bank für Internationalen Zahlungsausgleich fort.

Mit den neuen Posten kann der Deutsch-Amerikaner vor allem sein weitreichendes globales Netzwerk weiter pflegen. Er selbst will das nicht kommentieren – und verweist lediglich darauf, dass es ihm sehr gut gefallen hat, in den vergangenen Monaten einmal nicht in der Öffentlichkeit zu stehen.

Dass er seine Karriere im November und auf kleinerer Flamme wieder aufnimmt, ist kein Zufall. Schließlich endet nach sechs Monaten die erste Hälfte seiner vorgeschriebenen Abkühlungsphase. Ab dann darf er Posten annehmen, die nicht im operativen Management sind.

Dombret hatte schon vor einem Jahr für sich entschieden, keine zweite achtjährige Amtszeit bei der Bundesbank anzutreten. Dabei war dem 58-Jährigen eines stets klar: „Ich werde mich nicht zur Ruhe setzen, sondern die vorgeschriebene Auszeit dazu nutzen, um mir in aller Ruhe Gedanken zu machen“, sagte er im April dem Handelsblatt. Ein Vorruhestand widerspräche auch dem ehrgeizigen Naturell des stets adrett gekleideten Managers. Nach dem Studium zog es den Betriebswirt ins adrenalingetriebene Investmentbanking. Deutsche Bank, JP Morgan, Rothschild und Bank of America waren die Stationen, bevor er 2010 zur Bundesbank wechselte und dort mit seiner unbürokratischen und rastlosen Art anfangs durchaus auch aneckte.

Für den amerikanisch geprägten Banker war der Wechsel von der Privatwirtschaft zur öffentlichen Hand weder ungewöhnlich noch ehrenrührig. Und so berichten Ex-Kollegen, dass er auch für die nächsten Karriereschritte für beide Seiten offen sei. Denn eines ist klar: Nur mit Beraterposten wird er sich wohl nicht zufrieden geben, sobald er das Abklingbecken im Mai 2019 gänzlich verlassen darf.

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