Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ex-Chefvolkswirt attackiert Draghi-Kurs „Die EZB verzerrt fundamental die Marktbedingungen“

Der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark warnt vor enormen Risiken der jüngsten geldpolitischen Entscheidungen. Die EZB nehme große Risiken auf ihre Bilanz. Für derartige Beschlüsse sei sie nicht legitimiert.
08.09.2014 Update: 09.09.2014 - 08:13 Uhr 18 Kommentare
Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Quelle: dpa

Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark,  warnt vor den enormen Risiken der jüngsten geldpolitischen Entscheidungen. „Die Märkte werden  zu einem Zeitpunkt zusätzlich geflutet, in dem sowieso schon reichlich überschüssige Liquidität weltweit vorhanden ist“, schreibt Stark in einem Gastkommentar für das Handelsblatt (Dienstagsausgabe).

Diese Geldpolitik führe zu „fundamental verzerrten Marktbedingungen, etwa für Anleihen hoch verschuldeter Euro-Länder und Übertreibungen in anderen Finanzmarktsegmenten“.  „Die notwendige Korrektur, wann auch immer sie kommt, kann zu einer neuen schweren Krise führen“, schreibt Stark.

Die EZB hatte vergangenen Donnerstag beschlossen, den Leitzins um 0,1 Prozentpunkte auf 0,05 Prozent zu senken. Außerdem will die EZB ab Oktober den Banken mit Krediten besicherte Wertpapiere (ABS) abkaufen. „Die Nullzinsen werden  keinen einzigen Euro an zusätzlicher Kreditvergabe bewirken und diese Ineffektivität wird längerfristig unter anderem die Reputation der EZB noch mehr untergraben“, so Stark. Mit dem Ankauf von ABS – „welcher Qualität auch immer“ – nehme die EZB enorme Risiken auf ihre Bilanz und mache sich zu einer europäischen „bad bank“.

Stark sieht eine  komplett „veränderte Rolle der EZB“.  Die potenziellen Umverteilungseffekte seien  „enorm“. „Für Entscheidungen mit derart weitreichenden Folgen ist der EZB-Rat nicht demokratisch legitimiert“, warnt Stark.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    • jmue
    Startseite
    Mehr zu: Ex-Chefvolkswirt attackiert Draghi-Kurs - „Die EZB verzerrt fundamental die Marktbedingungen“
    18 Kommentare zu "Ex-Chefvolkswirt attackiert Draghi-Kurs: „Die EZB verzerrt fundamental die Marktbedingungen“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sie enteignen seid Jahre nicht mehr den Adel. Sondern sie sind rückschrittliche Samenverteiler die kein Hirn haben. Red Bull ohne Finanzkraft. Stier im Bett mit Erfolg und dann ist der Schwanz samt Körper weg.

    • Letztendlich führen nur Innovationen und neue Techniken zu mehr Investitionen , und das schaffen die Länder wohl kaum wenn reihenweise ungelernte Hilfsarbeiter und Gemüseverkäufer eingebürgert werden . Da sind Fehler in der Europa Politik und der EZB bleibt nichts anderes übrig als die Suppe auszulöffeln .

    • Wir als Normalos werden keine Klagen anstrengen,das überlassen wir Leuten,wie Herrn Dr.Gauweiler oder Frau Däubler Gmelin.Schließlich war ihre Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich.Mit 6:2 Stimmen wurde festgestellt,dass Draghi mit seinem OMT-das ist die "Whatever it takes" Maßnahme von 2012, seine Kompetenzen überschreitet.So wie geht es jetzt weiter?Der Europäische Gerichtshof wird Draghi durchwinken und Karlsruhe wird Draghi stoppen,also muss der Haftungsanteil Deutschlands im OMT von den anderen Nationen getragen werden .Das Gleiche blüht Draghi,wenn sich die Eurokritiker zusammenschließen und gegen seine ABS und QE Käufe klagen,auch dann müsste Deutschland außen vor sein.Denn im Gegensatz zum ESM und EFSF sind OMT,ABS und QE Maßnahmen nicht demokratisch legitimiert,da hierzu die Parlamente nicht befragt worden.Außerdem ist das OMT unlimitiert,auch das bemängelte das BverG in seiner Urteilsbegründung.Draghi aber will nur ein unlimitiertes OMT,deshalb ja:"Whatever it takes".

    • Wozu die EZB rechtlich legitimiert ist, ist doch seit vielen Jahren nicht mehr die Frage. Die fragwürdigsten Lösungen zur Euro-Rettung sind akzeptabel, und der Europäische Gerichtshof, diese in diesen Fragen ja nur so vor Unparteilichkeit strotzende Instanz, winkte in der Vergangenheit und winkt auch in der Zukunft alle diese Machenschaften durch. Ich gebe dem Eurowährungsraum -zumindestens in seiner jetzigen Zusammensetzung- noch maximal bis zum Jahr 2020. Dies sage ich als Anti-Neoliberaler und auch als AFD-kritische Person.

    • „Für Entscheidungen mit derart weitreichenden Folgen ist der EZB-Rat nicht demokratisch legitimiert“,
      Weder die EU, noch die EZB halten sich an demokratische Legitimationen. Wer soll aber auch dagegen angehen? Etwa Herr Schäuble der mit seinem Nebenjob als Gouverneuer des ESM gegen das Grundgesetz (Art. 66 GG i.V.m. § 5 I Abs. 2 BMinG)verstößt? Sich also selbst nicht an Recht & Gesetz hält.

    • Nie wird einer der derzeitigen an der Regierung beteiligten Politiker den Rücken stärken. So ists nunmal in der DDR 2.0.

    • Man wird den Eindruck nicht ganz los, die Politik, und zwar unabhängig von parteipolitischen Präferenzmustern, habe das Problem insgesamt noch nicht erfasst.

    • Es wird allerhöchste Zeit,diesem Draghi-Verbrechersyndikat
      das Handwerk zu legen. Unglaublich, was da passiert.
      Wo bleiben unsere Politiker, unsere, die uns vor solchen Machenschaften schützen sollen. Was macht die Bundeskanzlerin ?????

    • " Dies müßte auch jeder halbwegs intelligente Bundestagsabgeordnete begreifen und seiner Verantwortung entsprechend dagegen auftreten!"
      Die ueberversorgten Bundestagsabgeordneten interessiert das nicht die Bohne. Die bekommen ihre Bezuege auch so. Vor allem wenn man ueber die Liste in den Bundestag gekommen ist hat man ueberhaupt nichts zu melden. Da ist abnicken angesagt wenn man seinen Posten behalten will.

    • " Für derartige Beschlüsse sei sie (EZB) nicht legitimiert."
      Die EZB und Goldman-Sachs allein entscheiden fuer was sie legitimeirt sind. Sie verrichten schliesslich "God's work". Die Polititker in Berlin und Bruessel nicken alles ab, man will ja schliesslich die Maerkte nicht veraergern.
      Wenn die Rotkaeppchen in Karlsruhe damit ein Problem haben dann muessen sie eben in den Ruhestand versetzt werden oder die entsprechenden Gesetze werden geaendert. Sind doch bisher immer eingeknickt, wieso sollte es diesmal anders laufen? Alles kein Problem.

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%