EZB-Anleihekäufe Die Angst der Deutschen

Gegen den Widerstand von Bundesbankchef Weidmann hat die EZB massive Anleihekäufe beschlossen. Die weitreichende Entscheidung bereitet vielen Deutschen Sorgen. Einige davon sind begründet - andere weniger.
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EZB-Chef Mario Draghi jagt mit seiner Geldpolitik vielen Deutschen Angst ein. Quelle: dapd

EZB-Chef Mario Draghi jagt mit seiner Geldpolitik vielen Deutschen Angst ein.

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DüsseldorfNichts bereitet den Deutschen so viel Angst wie die Euro-Schuldenkrise. 73 Prozent fürchten sich laut einer Langzeitstudie des Versicherers R+V vor ihren Auswirkungen. Das ist der zweithöchste Wert, der jemals in der Ängste-Studie gemessen wurde (2011: 70 Prozent).

Auch vor Inflation haben die Deutschen große Angst (63 Prozent). Diese Sorge dürfte nach der gestrigen EZB-Ratssitzung noch weiter zugenommen haben. In einer historischen Entscheidung beschlossen die Notenbanker, dass die EZB zu unbegrenzten Anleihekäufen bereit ist. Die einzige Gegenstimme kam ausgerechnet vom deutschen Bundesbankchef Jens Weidmann.

Er begründete seinen Widerstand damit, dass die Vorgehensweise zu nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse sei. Der direkte Aufkauf von staatlichen Schuldscheinen ist der EZB laut ihres Mandats verboten. Um dieses Verbot zu umgehen, kauft die EZB die Anleihen am Sekundärmarkt. Das bedeutet: Sie kauft die Anleihen nicht bei den Auktionen der Staaten sondern von anderen Investoren. Zwischen dem Kauf der Anleihen durch den Investor und dem Weiterverkauf an die EZB können dabei aber nur Bruchteile von Sekunden liegen.

Das Mandat der EZB orientiert sich sehr stark am Vorbild der Bundesbank. Da die Bundesbank in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg sehr erfolgreich bei der Inflationsbekämpfung war, sollte es die EZB ihr gleichtun. Durch das Verbot der Staatsfinanzierung wollten die Gründerväter der EZB Inflationsgefahren verhindern. Viele fragen sich deshalb, ob nach der Aufweichung dieser Regelung nun Inflation droht. Es gibt jedoch noch mehr Sorgen: Zum Beispiel vor neuen Haftungsrisiken für deutsche Steuerzahler. Handelsblatt Online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Droht uns nun Inflation?
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83 Kommentare zu "EZB-Anleihekäufe: Die Angst der Deutschen"

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  • 8.9.12 Die Eurowährung scheint in trockenen Tüchern, eine trabende Inflation droht auf Sicht trotz Raubeinkapitalismus nicht.
    Durch den vorerst unbegrenzten Ankauf von Anleihen hoch verschuldeter Staaten durch die EZB dürfte der Euro gerettet sein. Eine galoppierende Inflation über das normale Maß hinaus droht kurzfristig nicht. Deflationäre Entwicklungen in Europa durch diverse Haushaltsbremsen verhindern eine ausufernde Inflation genauso, wie der Einfluss von Billigwaren aus dem Ausland und die regulierende Hand des eCommerce im Internet. Zudem würden bei einer spürbaren Entwertung des Geldes ausländische Anleger ihr Kapital aus Europa abziehen, wodurch sich eine inflationäre Nachfrage beruhigen könnte. So regelt auf längere Sicht der Markt bisweilen, was Spekulanten kurzfristig leider immer wieder in Unordnung bringen. Doch gegen diesen spekulativen Raubeinkapitalismus muss jetzt endlich die Politik regulierend einschreiten. Vergleiche mit der Inflation 1923 liegen schief, waren damals doch die hohen Reparationsleistungen eines verlorenen Krieges für die Inflation in Deutschland Schuld. 1933 hingegen sorgte das Totsparen der Regierung Brünings für die galoppierende Inflation. Auch deutsche Außenseiter im EZB-Rat sollten sich an diesen Fehler mit fatalen Folgen durch die Machtergreifung Hitlers erinnern. Nie wieder! Diese Wiederholung weiß die EZB diesmal über den Ankauf von Anleihen zur Haushaltsdeckung von Schuldnerstaaten gegen hohe Auflagen zu verhindern. So funktioniert eine Geldpolitik der ausgleichenden Hand. Gemeinsame Friedens- u. Wertepositionen siegen jetzt in Europa über die Kirchturmpolitik des nörgelnden deutschen Michels.Wolfgang Werkmeister, Eschborn

  • 8.9.12 Die Eurowährung scheint gerettet, eine trabende Inflation scheint auf Sicht trotz Raubeinkapitalismus nicht in Anzug.
    Mit dem vorerst unbegrenzten Ankauf von Anleihen hoch verschuldeter Staaten durch die EZB dürfte der Euro gerettet sein. Eine galoppierende Inflation über das normale Maß hinaus droht kurzfristig nicht. Deflationäre Entwicklungen in Europa durch diverse Haushaltsbremsen verhindern eine ausufernde Inflation genauso, wie der Einfluss von Billigwaren aus dem Ausland und die regulierende Hand des eCommerce im Internet. Zudem würden bei einer spürbaren Entwertung des Geldes ausländische Anleger ihr Kapital aus Europa abziehen, wodurch sich eine inflationäre Nachfrage beruhigen könnte. So regelt auf längere Sicht der Markt bisweilen, was Spekulanten kurzfristig leider immer wieder in Unordnung bringen. Doch gegen diesen spekulativen Raubeinkapitalismus muss jetzt endlich die Politik regulierend einschreiten. Vergleiche mit der Inflation 1923 liegen schief, waren damals doch die hohen Reparationsleistungen eines verlorenen Krieges für die Inflation in Deutschland Schuld. 1933 hingegen sorgte das Totsparen der Regierung Brünings für die galoppierende Inflation. Auch deutsche Außenseiter im EZB-Rat sollten sich an diesen Fehler mit fatalen Folgen durch die Machtergreifung Hitlers erinnern. Nie wieder! Diese Wiederholung weiß die EZB diesmal über den Ankauf von Anleihen zur Haushaltsdeckung von Schuldnerstaaten gegen hohe Auflagen zu verhindern. So funktioniert eine Geldpolitik der ausgleichenden Hand. Gemeinsame Friedens- u. Wertepositionen siegen jetzt in Europa über die Kirchturmpolitik des nörgelnden deutschen Michels.Wolfgang Werkmeister, Eschborn.

  • Das größte Probblem ist nicht Draghi, die EZB Mehrheiten oder der kommende ESM.
    Das größte Problem sind unsere eigenen Politiker, die den Ausverkauf Deutschlands z.T offen fordernd (GRÜNE, SPD) betreiben oder stillschweigend (CDU CSU FDP) hinnehmen.

    Der DBT und die Bundesbank können öffentlich der Welt verkünden, dass wir die bis jetzt eingegangenen Verpflichtungen honorieren werden aber nicht einen Cent mehr. Wir können klar machen, dass wir aus der zu den unbegrenzten Aufkäufen gehörenden unbegrenzten Haftung aussteigen.
    Wir müssen dann wohl zugeben, dass damit von uns natürlich europäische Verträge nicht eingehalten werden.
    Wir können aber darauf hinweisen, dass die sowieso nichts mehr wert sind. Solange sich keiner dran hält, tun wir das auch nicht. Niemand kann von uns verlangen, dass wir uns ausrauben lassen. Punkt!

    Dann nennen wir eine Zahl: 190 Mrd. Und dass ist unsere Obergrenze.
    Die Märkte werden sehr schnell feststellen, dass Draghis "Bazooka " genau 190/0,27 Mrd wert ist.
    Wenn alle anderen ihrern Anteil tragen. Sonst ist sein Bazooka nur 190 Mrd. wert.
    Und dann kann er beschliesen, was er will.

  • Letztendlich fließen alle unsere rentengelder zu Goldman Sachst. Der größte Teil ist schon dort.

  • Zitat aus Artikel: "Diesmal versucht die EZB der Sorge vor Reformmüdigkeit in den Krisenländern Rechnung zu tragen. Einerseits soll es die Hilfen nur für Länder geben, die die Auflagen des Rettungsschirms ESM akzeptieren."

    Man beachte die Entscheidungen des letzten "EU-Gipfels" Ende Juni dieses Jahres:

    "Länder, die den Brüsseler Spar- und Reformverpflichtungen nachgehen, erhalten einen erleichterten Zugang zu den Rettungsschirmen. Wenn sie die Instrumente - etwa den Aufkauf von Staatsanleihen durch den Fonds - nutzen, müssen sie sich KEINEM zusätzlichen Anpassungsprogramm unterwerfen. Sie müssen lediglich eine Vereinbarung unterzeichnen, dass sie die Vorgaben aus dem Stabilitäts- und Wachstumspakt und die Hausaufgaben der Kommission fristgerecht erfüllen. Das ist ein großes Entgegenkommen an Italien, das bislang aus Sorge vor den strengen Konditionen vor dem Griff zum Eurotropf zurückgeschreckt war."

    Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/euro-gipfel-die-beschluesse-des-euro-gipfels-auf-einen-blick/6813756-2.html

    sowie:

    Kauf von Staatsanleihen - Italien hat die EZB-Vorgaben ignoriert

    "Nur gegen strenge Konditionen kaufe die EZB Staatsanleihen, behauptet EZB-Präsident Mario Draghi. Doch der Fall Italien lässt daran zweifeln. Vor einem Jahr stellte die EZB der italienischen Regierung mehrere Bedingungen für den Kauf von Staatsanleihen. Erfüllt wurde bislang nur eine der sieben Forderungen."

    Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/kauf-von-staatsanleihen-italien-hat-die-ezb-vorgaben-ignoriert-11881685.html

  • Sonst sind die Krisenländer nämlich gar nicht in der Lage, Reformen anzugehen, weil sie in den Kreditkosten ersaufen oder erst gar keine mehr bekommen.
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    Wo steht denn geschrieben, dass über jede Halskrause hinaus verschuldete Krisenländer weiterhin Kredite bekommen müssen, für die wir nachher in die Pflicht genommen werden, weil sie nämlich gar nicht daran denken, wirksame Reformen einzuführen?

    In Italien haben wir doch vor einigen Monaten erst gesehen, wie schnell Signore Berlustoni sich von Reformen verabschiedete, als die Zinsen für Itali-Junks auf ein für Italien vertretbares Maß gesunken sind.
    Und die griechischen Reformen stecken trotz enormer Geldnot noch in den Starlöchern, und keiner von den griechischen Korruptis traut sich, die Sache anzuschieben - denn, Gott sei's gedankt, gibt es noch die EZB. Darauf haben sie alle gewartet. Wozu dann noch anstrengende Reformen starten? Da könnte ja wohmöglich noch ein Bürgerkrieg ausbrechen, und die vielen, vielen Korruptis verlieren dann ihre Pfründe, .... oder sogar noch ihren Kragen!

  • @Suedlaender

    "andere = aus dem Süden - wollten mir meine Rente nehmen, so ist das."

    Da haben Sie Recht. Der Begriff "Südländer" ist Verallgemeinerung. 1% der Südländer, nämlich die dortigen Kapitalisten und Steuerbetrüger.
    Genau wie 1% der Nordländer und 1% der USA und 1% Asiens.
    Es läuft immer darauf hinaus: 1% gegen 99%. Wobei dieses 1% die 99% gegeneinander hetzt.
    Warren Buffet: Es ist Krieg, reich gegen arm. Und wir werden gewinnen.

  • Na super! Lasst uns Geld drucken!
    Bis der braune Mob wieder durch die Straßen marschiert.

  • Die Luft wird immer dünner und die Einschläge kommen immer näher für die 1% Lobbyisten wie Hüther (INSM), von der Leyen (CDU), Altmaier (CDU) und Konsorten. Gestern im ZDF könnte man das gut mitverfolgen. Wenn man solch „gekauften“ Avataren wie Hürther zuhört, weiss man, warum hier alles den Bach runter geht! Noch ersetzt die geballte Faust in der Hosentasche meine Gewaltbereitschaft, aber wie lange noch? Und ich glaube, mir geht es wie vielen Millionen Mitbürgern in diesem Land, die sich nicht mehr länger für dumm verkaufen lassen. Irgendwann wird sich die Wut und der Hass entladen.


  • Ich gehöre zu diesen Alten! Habe aber nicht diese fixe Idee, andere = aus dem Süden - wollten mir meine Rente nehmen, so ist das.

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