EZB-Anleihekäufe Geldpolitiker befürchten geringeren Spielraum

Einige EZB-Vertreter befürchten, dass der Zentralbank bei knapp über 2,5 Billionen Euro die verfügbaren Anleihen ausgehen würden. Das würde die EZB in eine schwierige geldpolitische Position bringen.
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Einige Geldpolitiker der EZB sehen im kommenden Jahr Spielraum für weniger als 200 Milliarden Euro bei ihren Anleihenkäufen. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Einige Geldpolitiker der EZB sehen im kommenden Jahr Spielraum für weniger als 200 Milliarden Euro bei ihren Anleihenkäufen.

(Foto: dpa)

FrankfurtEinige Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank sehen im kommenden Jahr Spielraum für weniger als 200 Milliarden Euro an Käufen für ihr Anleihekaufprogramm. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Zentralbankvertreter.

Der EZB werden unter den gegenwärtigen Regeln voraussichtlich bei insgesamt knapp über 2,5 Billionen Euro die verfügbaren Anleihen ausgehen, sagen die Vertreter. Da die Käufe bis Ende des Jahres 2,28 Billionen Euro erreichen dürften, konzentrierten sich die Gespräche auf die Verteilung der zusätzlichen Kapazitäten.

Da die Grenze der Anleihenkäufe scheinbar fast erreicht ist, kommt auf den EZB-Rat am 26. Oktober eine potenziell schwierige geldpolitische Sitzung zu. Die EZB kauft derzeit Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat, ab Januar erwägt sie offenbar die Käufe um mindestens die Hälfte zu senken und dafür bis September zu verlängern. Das passiert aber alles nur unter dem Vorbehalt, bei Bedarf mehr zu tun.

Noch ist nicht klar, wie die EZB auf die Kapazitätsgrenze bei den Anleihen reagieren wird. Offiziell hat der EZB-Rat darüber nicht diskutiert und das Direktorium muss seinen Vorschlag noch unterbreiten. Ein EZB-Sprecher lehnt eine Stellungnahme zu dem Thema ab.

Zwar gibt es genug Anleihen auf dem Markt, damit die EZB im nächsten Jahr Papiere für 30 Milliarden Euro monatlich kaufen kann, ohne ihre selbst auferlegten Beschränkungen zu verletzen. Allerdings gibt es bei einigen Währungshütern Bedenken, dass Anleger möglicherweise nicht bereit sind, die Anleihen zu verkaufen. Eine Reduzierung der monatlichen Käufe auf 25 Milliarden Euro, könnten einige dieser Bedenken angehen, sagen die besorgten Vertreter.

Einige Notenbanker befürworten zwar ein Bekenntnis, die Aktiva-Käufe endgültig einzustellen und argumentieren, dass die Bestände in den Büchern die Hauptquelle der Stimuli seien. Indes sagen andere, dass die monatlichen Kapitalflüsse beibehalten werden müssen, bis sich die Inflation in der Eurozone klar etabliert hat.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte am Freitag in Washington gegenüber Journalisten, dass er keine Notwendigkeit sehe, die geldpolitischen Impulse weiter auszubauen, insbesondere, weil die Geldpolitik auch nach Ende der Netto-Aktivakäufe außergewöhnlich konjunkturstützend bleiben werde.

Der französische Zentralbankchef Francois Villeroy de Galhau sagte am Sonntag, niemand sollte sich Sorgen über die bevorstehende Verlangsamung der Anleihekäufe machen. Italiens Notenbankchef Ignazio Visco sagte am Samstag auf einer Konferenz, er würde es bei der Drosselung von Anleihekäufen vorziehen, keine spezifischen Daten und Zeiträume zu haben, da die EZB die Flexibilität des Programms benötige.

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