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EZB-Direktor in spe Mersch verteidigt Draghis Anleihe-Pläne

Mitten im Streit um seinen eigenen Posten bei der EZB tritt Direktoriumskandidat Yves Mersch den Zentralbank-Kritikern entgegen. Er halte die geplanten Anleihekäufe für ein „gewaltiges Bollwerk“ zum Schutz der Eurozone.
Update: 23.10.2012 - 14:30 Uhr 24 Kommentare
Yves Mersch, Chef der Zentralbank Luxemburgs und EZB-Direktor in spe. Quelle: AFP

Yves Mersch, Chef der Zentralbank Luxemburgs und EZB-Direktor in spe.

(Foto: AFP)

Berlin/Frankfurt Das künftige EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch hat die von der Notenbank geplanten Staatsanleihenkäufe verteidigt. Das im September vom EZB-Rat beschlossene Programm sei "ein gewaltiges Bollwerk gegen die zerstörerischen Szenarien, die mitunter an den Finanzmärkten gespielt wurden und die letztlich die Preisstabilität in der Eurozone gefährden könnten", sagte Mersch am Dienstag laut Redetext auf dem Deutschen Maschinenbaugipfel in Berlin.

Im Vergleich zu dem im Mai 2010 unter dem Eindruck der ersten Griechenland-Krise aufgelegten ersten Ankaufprogramm biete der zweite Aufguss, im Fachjargon OMT (Outright Monetary Transactions) genannt, viele Vorteile und weniger Risiken. Zwar gebe es im vorhinein "keine quantitative Festlegungen auf die Volumina der OMTs.

Beim operativen Design wurde jedoch das Risikomanagement nicht aus den Augen verloren". Beim ersten - SMP (Securities Markets Program) genannten - Kaufprogramm hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen in einem Volumen von knapp mehr als 200 Milliarden Euro am Markt gekauft.

"Die einzige Parallele ist, dass beide Programme nicht auf Dauer angelegt sind", sagte der Chef der Luxemburger Zentralbank und nahm damit das Programm gegen Kritik vor allem aus Deutschland in Schutz. Die an strikte Bedingungen geknüpften Anleihekäufe seien "Teil unserer unkonventionellen geldpolitischen Krisenmaßnahmen - und damit zeitlich begrenzt. Sie kaufen Zeit, in der die erforderlichen Reformen und Anpassungen in den Mitgliedsländern durchgeführt werden können."

Die Bundesbank und ihr Präsident Jens Weidmann kritisieren den Plan der EZB scharf. Auch der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark brandmarkte den Kurs der Euro-Notenbank in einem am Dienstag veröffentlichten Interview als weit über die Grenzen des EZB-Mandats hinausgehend.

Mersch warf Kritikern vor, sie hätten durch Passivität eventuell einen finanzielle Katastrophe heraufbeschworen. Zwar wisse niemand, was passiert wäre, wenn der EZB-Rat nicht seine Bereitschaft zum Handeln signalisiert hätte. "Aber all unsere Analysen deuteten daraufhin, dass konsequente Passivität dramatische Folgen gehabt hätte."

Bereits die Ankündigung der OMTs habe zu einer Beruhigung an den Finanzmärkten geführt. "Übrigens ohne, dass bislang entsprechende Geschäfte effektiv ausgeführt worden wären." Ganz ohne Risiken seien die Aktionen der EZB freilich nicht, räumte Mersch ein. "Wer handelt, geht Risiken ein. Diese dürfen nicht verschwiegen oder wegdiskutiert werden, sondern müssen erkannt, benannt und gemeistert werden."

Streit um Mersch eskaliert
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24 Kommentare zu "EZB-Direktor in spe: Mersch verteidigt Draghis Anleihe-Pläne"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Luxemburg lebt vom sanktionierten Steuerbetrug, und das sehr gut. So groß wie ein deutscher Landkreis erlaubt es sich eine große Klappe wie eine Weltmacht, besonders wenn es um seine Interessen geht.
    Aber es ist schon eine Weltmacht. Nach den USA ist es der weltgrösste Standort für Investmentfonds. Warum wohl, dummer deutscher Michel?

  • Mr. Goldman Sachs hat gesprochen. Ein durchtriebener Oberschurke reinsten Wassers. Ein Geier unter den raffgierigen Bankstern. Mit seinen Reden versucht er mit allen Mitteln, uns und den thumbem Nichtwissern der Politdarsteller Sand in die Augen zu streuen.

    Dieser widerliche Systemling der Seinesgleichen sucht und in D auf höchster Ebene fündig geworden ist. Ein Zerstörer der Demokratie und der Freiheit. Eine Schande für unser Land dass dieser Antichrist des Humanismus von unserer Presse nicht in der Luft zerissen wird.

    Wenn er davon spricht, dass die Monetarisierung der Bankschulden nicht zur Hyperinflation führen wird, weil das Geld an anderer Stelle aus dem Markt genommen wird, meint er damit die Vermögen der kleinen Sparer und deren Altervorsorge.

    Und wir lassen das Alles in aller Ruhe geschehen. Wohin das führen wird? Wehret den Anfängen. Die Faschisten des Turbokapitlismus werden die Völker bis aufs Blut aussaugen und Gewalt und Zerstörung auf den Straßen hinterlassen. „Teile und Herrsche“ ist ihr Motto.

    Nur damit sie ihr System retten treiben sie die notleidenden Menschen in einen Bürgerkrieg, aus dem sehr bald ein Bruderkrieg werden kann, wenn wir nicht rechtzeitig aufwachen und dafür Sorgen, dass wir nicht endlich so etwas wie Demokratie in unsere Parlamentsentscheidungen bekommen.

    Von den Verfassungsschützern und deren Richtern sind wir immer nur verraten worden. Zum Wohle des Volkes, wie es hochtönend im GG niedergeschrieben ist, wurde noch nie ein echtes Gesetz verabschiedet. Ein Armutszeugnis für unsere parlamentarische Demokratie,, deren Vertreter nur für ihr eigenes Machtinteresse und für den eigenen Sack arbeitet.

    Herr Draghi möge bitte wieder dorthin zurückkehren, wo er hergekommen ist. In die Hölle des Kapitalismus von Goldman Sachs. Als Teufel kann er dort „God´s own Work“ verrichten. Aber er soll ablassen davon, uns zu belügen.

  • @ Baier, denken Sie noch einmal in Ruhe nach: Deutschland kann tauschen, Frankreich kann nicht tauschen, Italien kann nicht tauschen, Luxemburg könnte tauschen. Das ist das Gegenteil der "Katastrophe"

  • Zitat:"Er halte die geplanten Anleihekäufe für ein „gewaltiges Bollwerk“ zum Schutz der Eurozone."

    Das mag sein, aber es ist illegal und nicht Aufgabe der EZB unter "bestimmten Bedingungen" unbegrenzt Staatsanleihen der FPIGS-Staaten zu kaufen und damit auf Kosten der Geldwertstabilität (Inflation) illegal den Staaten einen Verbleib in der Eurozone zu ermöglichen.

    NUR die Geldwertstabilität ist die Aufgabe der EZB. Sonst nichts! Es ist NICHT nur keine Aufgabe der EZB, Ländern durch Inflation einen Verbleib zu ermöglichen. Es ist der EZB untersagt die Geltwertstabilität zu gefährden! Denn dann handelt die EZB zu 100% gegen ihren Auftrag! Egal, welches andere Ziel damit verfolgt wird.

    Genauso wenig wie es Polizisten erlaubt ist, bei Straftaten selber die Höhe der Strafe festzulegen, darf sich die EZB durch Staatsfinanzierung in die Politik einmischen.

    Aber die Euro-Religion steht bei der EUdSSR offenbar über allen Dingen. Hoch lebe das Goldene Kalb. Die sind doch alle geistesgestört. Plem-plem wie Sektenmitglieder.

  • "Kritik an Media Control Studie: ARD und ZDF bestreiten Niedergang

    Deutliche Widerworte von der ARD gegen eine Media-Control-Auswertung: Die Fernsehforscher waren zu dem Schluss gekommen, dass die meisten TV-Nachrichten-Sendungen in den ersten drei Quartalen des Jahres massiv an Zuschauern verloren hätten. Die ARD argumentiert nun, dass sich mittlerweile viel mehr Menschen die Hauptnachrichten in einem der dritten Programme ansehen würden«. Mehr... "

    http://info.kopp-verlag.de/nachrichten/kritik-an-media-control-studie-ard-und-zdf-bestreiten-niedergang.html

    Die Staats-NAchrichten mit eingebauter Gehirnwäsche und Scheuklappen kann man nicht mehr ertragen.

    20 Uhr schaue ich SAT1-NAchrichten, RTL2-Nachrichten oder Servus-TV-Nachrichten aus Österreich. 1000mal besser und unaufdringlicher als ARD - vor allem keine vorgekauten Kommentare für "Demenz-Erkranke" dabei ....

    Weg mit der GEZ-Wohnungs-Zwangssteuer ab 2013. Boykott !! Weg mit der GEZ-Schnüffelfirma aus Köln !!

  • BERICHT über die Empfehlung des Rates zur Ernennung eines Mitglieds des Direktoriums der Europäischen Zentralbank
    (C7-0195/2012 – 2012/0806(NLE))

    LEBENSLAUF VON YVES MERSCH http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&reference=A7-2012-0348&format=XML&language=DE#title2

    ANLAGE 2: ANTWORTEN VON YVES MERSCH AUF DEN FRAGEBOGEN http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&reference=A7-2012-0348&format=XML&language=DE#title3

  • aber für unsere Finanzpolitik eine Katastrophe. Das sollten Sie berücksichtigen. Dass man mit ihm ein Bier trinken kann, mag sein.

  • müssen wir uns von den diversen Vertretern des Zwergstaates (Mersch, Juncker, Reding) , die an wichtigen Schalthebeln sitzen, sagen lassen, was finanziell in der EU läuft? Vielleicht sollten diese Leute erst mal die Steuerschlupflöcher in ihrem Ländchen schliessen.

  • Werte Foristen, bitte gewöhnt Euch an die vorherigen posts des Forum zu lesen. Der Forist hat bereits erkannt, worum es geht und dieser Kinderkram, sorry, ist nun durch Ideen weiter zu entwickeln; vielleicht wird das Argument oder die Idee gelesen und es entsteht ein AHA-...

    Werte @ Redaktion,

    seit unmehr fast drei Jahren lesen pro und contra. Ist es vielleicht möglich die Titelauswahl zu optimieren, so dass indirekt klar wird, welche Auswirkungen Säkularisierunng und Relativismus haben? Z.B.:Mersch behütet Draghis Anleihepläne

    Personifizierung ist immer schwierig. Ich habe Herrn Mersch zweimal am Donnerstag gehört. Einerlei zu entwickelnde massengeschneiderte Lösungen im Tauschhandel mit möglichst bester Manipulationssicherheit die anreizkompatibel sin, ist Herr Mersch ein guter Notenbanker, Schnelldenker und kommunikationstark.

  • Nö, aber Rechtsanwalt. Fast genauso schlimm...

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