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EZB-Entscheidung Heute sinkt der Zins auf Null

Von heute an ist der Leitzins im Euro-Raum offiziell abgeschafft. Ein kleiner Schritt, doch er hat symbolische Bedeutung. Die Folgen für die Anleger: Sie haben es mit einer neuen Welt zu tun. Doch es gibt auch Gewinner.
Werbung mit null Prozent Zinsen: Was für Kreditnehmer ein Segen ist, ist Anlegern ein Greuel. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche beschlossen, die Zinsen an diesem Mittwoch abzuschaffen. Zum Paket der EZB gehören ein niedriger Leitzins, mehr Anleihekäufe und ein negativer Einlagenzins von minus 0,4 Prozent.
Null Zins

Werbung mit null Prozent Zinsen: Was für Kreditnehmer ein Segen ist, ist Anlegern ein Greuel. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche beschlossen, die Zinsen an diesem Mittwoch abzuschaffen. Zum Paket der EZB gehören ein niedriger Leitzins, mehr Anleihekäufe und ein negativer Einlagenzins von minus 0,4 Prozent.

Ab dem heutigen Mittwoch beginnt eine neue Zeitrechnung in der Eurozone. Der Leitzins ist offiziell abgeschafft. Von vorher 0,05 Prozent sinkt er auf 0 Prozent. Dies hatten die Europäische Zentralbank (EZB) und ihr Chef Mario Draghi bereits in der vergangenen Woche beschlossen. Auf dem Papier ist diese Senkung um 5 Basispunkte winzig. Üblich sind Zinsschritte im Umfang von 25 oder 50 Basispunkten.

Zum Paket gehören ein niedriger Leitzins, mehr Anleihekäufe und ein negativer Einlagenzins von minus 0,4 Prozent. Letzterer gilt für Banken, die über Nacht Geld bei der Notenbank parken.    

„Das ist das offizielle Ende der Geldpolitik“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch. „Die Nebenwirkungen haben verheerende Ausmaße angenommen. Hier ist alles aus dem Ruder gelaufen“, sagte der seit 13 Jahren amtierende Münchener-Rück-Chef auf der Bilanzpressekonferenz. Ihm sei „schleierhaft“, wie die EZB die Anleihen auswählen wolle, von denen sie noch mehr aufkaufen will. Sie halte schon jetzt 25 Prozent aller gedeckten Anleihen und werde schon bald zehn Prozent aller europäischen Staatsanleihen halten.

Letztlich zielt alles, was die EZB beschlossen hat darauf, die Zinsen auf breiter Basis weiter nach unten zu drücken. Während Leitzins und Einlagenzins die kurzen Laufzeiten beeinflussen, lassen sich durch Anleihekäufe die langfristigen Zinsen drücken.

Mit dieser Geldpolitik will die EZB  die Anleger, Investoren und Unternehmen dazu animieren, mehr Risiken einzugehen. Für Sparer bedeutet das: Anlagen mit sehr geringem Risiko werfen auf längere Sicht nichts mehr ab. Das gilt für Bundesanleihen genauso wie für Anleihen großer Unternehmen, mit besonders gutem Rating. Aber auch für Festgeld, Sparbriefe und Lebensversicherungen, die einen Großteil ihres Geldes ebenfalls in Zinsanlagen investiert haben.

Der Handelsblatt Expertencall
Die Gewinner des Zinsverfalls
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