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EZB hebt Sonderregelung für Staatsanleihen auf Warnschuss für Griechenland

Die EZB erschwert griechischen Banken den Zugang zu frischem Geld. Staatsanleihen des Krisenlandes gelten nicht mehr als Sicherheit für EZB-Kredite. Die Entscheidung könnte verheerende Folgen nach sich ziehen.
Update: 05.02.2015 - 12:35 Uhr 37 Kommentare

Griechischer Kuschelkurs

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) hat überraschend den weiteren Zugang der griechischen Banken zu frischem Zentralbankgeld erschwert. Die europäischen Währungshüter hoben am Mittwoch die Sonderregelungen für den Einsatz griechischer Staatsanleihen als Sicherheiten auf.

Ab dem 11. Februar können griechische Staatsanleihen demnach nicht mehr als Sicherheit für EZB-Kredite genutzt werden. Die Notenbank begründete ihren Schritt damit, dass ein erfolgreicher Abschluss der Überprüfung Griechenlands derzeit nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden könne. Nach der Mitteilung der europäischen Geldwächter gab der Euro nach. US-Staatsanleihen waren dagegen verstärkt gefragt.

Als Folge des Beschlusses wird die griechische Zentralbank ihre heimischen Geldhäuser möglicherweise bald verstärkt mit Milliarden an Notfall-Liquiditätshilfen - genannt „ELA“ - unter die Arme greifen müssen – und zwar auf eigenes Risiko. Denn käme die griechische Zentralbank dadurch in Schwierigkeiten, dann müsste der griechische Staat einspringen.

Nach Angaben Griechenlands hat die EZB die Obergrenze für solche Notkredite um zehn Milliarden Euro angehoben. Damit sei das Bankensystem geschützt, erklärte ein Regierungsvertreter in Athen am Donnerstag.

Die Börse in Tokio reagierte prompt mit deutlichen Verlusten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab um 174,12 Punkte oder 0,98 Prozent auf 17 504,62 Zähler nach. Der breit gefasste Topix büßte um 6,89 Punkte oder 0,49 Prozent auf 1410,11 Punkte ein. Auch der Dax notiert vorbörslich im Minus.

Die härtere Gangart der EZB gegenüber Griechenland könnte nach Einschätzung des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. „Wie zu erwarten war, so wird versucht die EZB politisch zu instrumentalisieren“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Kurzfristig könnten die Notfall-Liquiditätshilfen (ELA) die griechischen Banken zwar sicherlich stützen. „Aber dies ist ein gefährliches Spiel, denn Bürger und Investoren könnten das Vertrauen in die griechischen Banken verlieren und ihre Einlagen abziehen“, warnte der DIW-Chef. „Ein solcher Bank-Run würde Griechenland in eine noch tiefere Krise stürzen.“

DIW: Insolventen Banken darf die EZB nicht helfen
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37 Kommentare zu "EZB hebt Sonderregelung für Staatsanleihen auf: Warnschuss für Griechenland"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nur zur Erinnerung an alle Interessierten:

    Grundfreibetrag der Einkommenssteuer

    a) Griechenland 10.500,-€
    b) Deutschland 8.354,-€ (seit 01.01.2014)

    ach...und wer noch schmunzeln will

    c) Zypern 19.500,-€

    alles gerne nachzulesen auf Wikipedia....mehr muss man ja nicht sagen...man schweigt und genießt das Treiben der Nebelkerzenwerfer...:-)

  • Siehe China oder Singapur. Aber das werden die stolzen Griechen empört ablehnen.
    So wie sie die Steuern auch ablehnen.
    Übrigens, was für eine Wirtschaft hat den Griechenland? Mir ist keine nennenswerte, nachhaltige bekannt..

  • Warnschuss für Griechenland? Ich bezweifle das die den Knall überhaupt gehört haben. Die sind der Meinung, das ist deren Applaus.

  • Jetzt wird Griechenland erst vergewaltigt und dann notgeschlachtet werden. Das wird bittere Konsequenzen haben.

    Die Antwort könnte sein, daß GR über Nacht eine eigene nationale Währung wieder einführt und NICHT aus dem Euro aussteigt. Dann haben die EZB und Brüssel den Schwarzen Peter.

    Zweiwährungssysteme gibt es viele und die meisten funktionieren ganz ordentlich.

  • Griechenland soll an ihrer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten? Welches Unternehmen arbeitet an der Verbesserung seiner Produktionsstrecke, wenn es billigst Gelder geschenkt bekommt und ein Sozialismus vorherrscht? Kapitalistische Regeln sind schon lange außerkraft gesetzt. Alles wird reguliert, kontrolliert und zensiert. Die Eingriffe der Geldpolitik in die Wirtschaft sind so kommunistisch, mehr geht fast nicht. Und in einem Kapitalismus zu arbeiten, wo 75 - 80 % der Arbeitskraft dem Staat zur Verfügung gestellt werden, wie krank ist das denn bitteschön? Sagt man den dummen Michel auf deutschen Straßen, dass er bis Oktober nur für den Staat arbeiten geht und wenn diese Finanzkrake nicht wäre, dann hätte er das 4-fache in der Tasche, dann schaut dieser nur blöd und määäät: Aber mir gehts doch gut!

  • Es ist doch schön, den Auswirkungen des Schneeballsystems US-Fiat-Money zuzusehen. Um so erfreulicher, wenn ein Land mal "Nein" sagt und sich nicht mehr dem Betrugssystem des Rothschild-Rockefellerclan unterwerfen möchte. Also weiter Tee trinken und beobachten, wie nach und nach dieses ganze menschenunwürdige Betrugssystem vor die Hunde geht. Am Tag X wird es großes Gejammer geben, aber auch Menschen die sich sehr freuen, endlich von dem kranken Geldsystem befreit worden zu sein.

  • Ich habe heute beschlossen 3 Putzkräfte einzustellen. Dumm,dass mein Einkommen dafür nicht reicht. Deswegen verurteile ich meinen Nachbarn jetzt wegen mangelnder Solidarität und der Bank habe ich gesagt, dass ich meine Kredite erst in der Unendlichkeit zurück zahle, aber nur in Abhängigkeit meiner Einkommenssituation. Ach ja, vielleicht brauche ich noch nen Koch.

  • Für Griechenland wurden alle Regel neu interpretiert, aufgeweicht und neue Instrumente ins Leben gerufen. Und anstatt Reformen anzugehen und die Korruption zu sprengen und eine effizientte Steuerfinanzverwaltung aufzubauen, wird Deutschland ohne Ende beleidigt. Die sollen nicht um weiteres Steuergeld betteln, sondern zu Hause an der griechischen Wettbewerbsfähigkeit arbeiten.

  • @DissiDent

    Gute Fragen und einfach zu beantworten!

    Das Kapital frisst seine Kinder auf!

    Nachdem die Methode die Einfachste ist, nämlich sein Geld für sich arbeiten zu lassen, will das natürlich keiner mehr aufgeben!

    Wenn Banken und große Unternehmer bestimmen was in einem Land gemacht wird, dann ist es nur logisch, dass die Spirale stetig für den Otto-Normalmensch nach unten geht!

    Moderne Sklaverei! Alle Spielchen der Kapitalisten zahlt der Mensch der täglich mit seiner Arbeit das System am Laufen hält!

    Es müsste dringend ein Umdenken stattfinden, tut es aber nicht! Siehe TTIP und CETA, die paar Demonstranten und Unterschriftensammler werden nur scheitern!

    Merkel vertritt den Kapitalismus und sie hat uns ja zu verstehen gegeben, dass der Euro mit der EU entweder bestehen bleibt oder fällt!
    Also zahlen und wer wird gerettet?????????????????
    Die Banken!!!!!!!!!!!!! Wer steht hinter den Banken?????????????

    Die wenigen Prozente die das Geldvermögen weltweit in der Hand halten!!!!!!!

  • Wie wollen wir zukünftig Arbeit und den Wertschöpfungsprozess gerecht verteilen und was machen wir mit den Millionen von Beschäftigungslosen in der EU, wie wollen wir Ihnen ein würdevolles Leben und Teilhabe ermöglichen?
    Was passiert dann mit den Kapitalismusverlierern?
    Fragen über Fragen an Politik und Wirtschaft, aber wo sind die Antworten?

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