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EZB Holzmann: Volumen von PEPP-Anleihekäufen wird wohl nicht ausgeschöpft

Laut EZB-Ratsmitglied Holzmann sei die Erwartung, dass das Volumen des aufgestockten Anleihenkaufprogramms nicht im vollen Maße ausgenutzt wird.
11.12.2020 Update: 11.12.2020 - 16:26 Uhr Kommentieren
Die EZB hatte am Donnerstag beschlossen, ihr Anleihekaufprogramm PEPP um 500 Milliarden Euro aufzustocken. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Die EZB hatte am Donnerstag beschlossen, ihr Anleihekaufprogramm PEPP um 500 Milliarden Euro aufzustocken.

(Foto: dpa)

Wien, Paris Das von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgestockte Pandemie-Anleihenkaufprogramm PEPP steckt nach Worten von Österreichs Ratsmitglied Robert Holzmann den Rahmen der Möglichkeiten ab.

„Die Erwartung ist, dass das Volumen nicht im vollen Maße ausgenutzt wird“, sagte der Notenbanker am Freitag. Das angepeilte Volumen werde als Obergrenze verstanden, das ausschöpft werden könne.

Die EZB hatte am Donnerstag beschlossen, ihr Anleihekaufprogramm PEPP um 500 Milliarden Euro aufzustocken und die Käufe um neun Monate bis Ende März 2022 zu verlängern. Damit ist das PEPP-Programm, eines der wichtigsten Krisen-Instrumente der Währungshüter, inzwischen auf 1,85 Billionen Euro angelegt.

EZB stockt Corona-Hilfsprogramm auf

Aus Sicht von Frankreichs Notenbank-Chef Francois Villeroy de Galhau haben beim jüngsten Hilfspaket der EZB für die Wirtschaft die Finanzierungsbedingungen im Vordergrund gestanden.

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    Das Ziel sei nicht gewesen, jeden Monat eine bestimmte Summe zu investieren, sondern im Ergebnis günstige Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaft sicherzustellen, sagte das EZB-Ratsmitglied am Freitag im BFM Business Radio. „Wir machen weniger, wenn die Finanzierungsbedingungen wie heute günstig bleiben. Falls das Gegenteil nötig ist, werden wir mehr machen“.

    Hart errungener Kompromiss

    Laut Informationen von fünf mit der Situation vertrauten Personen war die Zinssitzung am 9. und 10. Dezember spannungsgeladen. Das von EZB-Chefökonom Philip Lane vorgeschlagene Maßnahmenbündel sei nicht einfach durchgewunken worden.

    Am Ende hat Lagarde den Insidern zufolge eine große Mehrheit unter den Währungshütern für das vorgeschlagene Maßnahmenpaket sichern können.

    Laut den mit der Situation vertrauten Personen gab es unterschiedliche Auffassungen über den Umfang der Aufstockung der PEPP-Anleihenkäufe. Dabei seien auch Vorschläge einer Erhöhung um 750 Milliarden Euro debattiert worden.

    Andere hätten dagegen geringere Volumina für angemessen gehalten. Und auch zu den verbesserten Konditionen der Liquiditätsspritzen für Geldhäuser habe es divergierende Ansichten gegeben.

    Zu beiden Punkten habe Lagarde schließlich Kompromisse orchestriert, indem sie den Ratmitgliedern Zugeständnisse angeboten habe, sagten die Insider. Anders als manchmal bei ihrem Vorgänger Mario Draghi seien abweichende Ansichten nicht einfach zur Seite gedrängt worden.

    In einem Fall habe Lagarde geholfen, Mitglieder mit divergierenden Auffassungen zu gewinnen, indem sie betont habe, dass die zuletzt geplante Aufstockung des PEPP-Programms um 500 Milliarden Euro nicht voll ausgeschöpft werden müsse, wenn die Finanzierungsbedingungen günstig blieben.

    Andererseits habe sie auch die Möglichkeit einer Erhöhung ins Spiel gebracht. Das würde allerdings eine neue Entscheidung des EZB-Rats voraussetzen.

    Kontroversen auch um TLTRO

    Auch über den Umfang der TLTRO-Geldspritzen gab es laut den mit der Situation vertrauten Personen kontroverse Ansichten. Vertreter, die eher für eine straffere Geldpolitik einstünden, hätten Lanes anfängliche Idee abgelehnt, den Höchstbetrag, den sich Banken leihen können, von 50 auf 60 Prozent ihres Bestands an anrechenbaren Krediten zu erhöhen, sagten die Insider. Lagarde sei hier aber in der Lage gewesen mit 55 Prozent eine Kompromisslinie zu entwickeln.

    Auch Bloomberg zitiert mit der Situation vertraute Personen, die anonym bleiben wollen, mit der Aussage, dass die Aufstockung des Notfall-Bondkaufprogramm nur mithilfe eines Kompromisses durchgesetzt werden konnte.

    So soll in den einleitenden Bemerkungen von Präsidentin Christine Lagarde die Erhöhung des Pandemie-Kaufprogramms um 500 Milliarden Euro von einer Formulierung begleitet werden würde, dass der Umfang „nicht voll ausgeschöpft werden muss“, sagten die informierten Personen.

    Diese Bedingung sei mit Nachdruck von Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel durchgesetzt worden, hieß es. Mithilfe dieser Klausel konnten mehrere Ratsmitglieder überzeugt werden, die kritisierten, dass die vorgeschlagenen Stimuli zu expansiv seien, sagten die Personen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann war einer der schärfsten Gegner - er war für mehr Unterstützung, jedoch ging ihm der Umfang des Programms zu weit, hieß es.

    Sprecher der EZB und der Bundesbank lehnten eine Stellungnahme ab.

    Mehr: Wir verstehen unser eigenes Geldsystem nicht.

    • rtr
    • Bloomberg
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