EZB-Konvergenzreport Euro-Club bleibt unter sich

Weitere Mitglieder für den Euroraum sind nicht zu erwarten. Laut Konvergenz-Report der EZB erfüllt kein potentielles Beitrittsland die nötigen Kriterien. Doch nicht nur technische Hürden sprechen gegen neue Mitglieder.
Neue Mitglieder in der Euro-Zone sind vorerst nicht absehbar. Quelle: dpa
Geschlossener Club

Neue Mitglieder in der Euro-Zone sind vorerst nicht absehbar.

(Foto: dpa)

FrankfurtIn seiner Gründungsphase galt der Euro als Symbol für Wohlstand. Viele Länder wollten ihn lieber heute als morgen einführen. Manche schummelten sogar, um möglichst schnell dabei zu sein im ersehnten Euro-Club, wie sich erst im Nachhinein zeigte.

Inzwischen ist die Euphorie der Anfangsjahre verflogen. Zuletzt wagten die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und schließlich 2015 auch Litauen den Schritt in die Währungsunion – und sie dürften für lange Zeit die letzten Neumitglieder im Euro-Club sein.

Das zumindest legt der am Dienstag vorgestellte Konvergenzreport der Europäischen Zentralbank nahe. In ihrer Untersuchung nahm die EZB unter die Lupe, inwieweit Bulgarien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden Fortschritte bei der wirtschaftlichen Annährung und bei der Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen erzielt haben. Die Euro-Wächter prüfen die Länder mindestens alle zwei Jahre.

Aus Sicht der EZB erfüllen die sieben Anwärter-Länder viele der wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Einführung des Euro. Dabei geht es etwa um Inflation, Haushaltsdefizit, Staatsverschuldung und die Entwicklung des Wechselkurses der Landeswährung. So hielten laut EZB mit Ausnahme von Kroatien alle untersuchten Länder 2015 die für den Währungsraum vorgeschriebene Obergrenze beim Haushaltsdefizit von 3,0 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) ein.

Bis auf Schweden erfüllten zudem alle Länder das Kriterium für Preisstabilität, das eine Inflationsrate von höchstens 0,7 Prozent im Zeitraum Mai 2015 bis April 2016 vorsah. Die Bedingung einer Schuldenstandsquote von maximal 60 Prozent des BIP verletzten nur Ungarn und Kroatien.

Größte Hürde ist die Akzeptanz
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