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EZB Mario Draghis Weg in den Crash

Der Chef der Europäischen Zentralbank hat angekündigt, bei Bedarf noch mehr Anleihen zu kaufen. Damit bewahrt er die Vermögenden vor Verlusten und hilft der Wirtschaft ein bisschen. Es ginge auch anders herum.
04.09.2015 - 14:21 Uhr
Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hält für möglich, dass die Notenbank ihre Anleihekäufe über die bisher vorgesehene Billion Euro hinaus ausdehnt. Quelle: dpa
EZB-Präsident Mario Draghi

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hält für möglich, dass die Notenbank ihre Anleihekäufe über die bisher vorgesehene Billion Euro hinaus ausdehnt.

(Foto: dpa)

Mario Draghi hat in Aussicht gestellt, dass seine Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe über die bisher vorgesehene Billion Euro hinaus ausdehnt. Anlass für diese Ankündigung war erkennbar die Schwäche des Aktienmarktes im August. Der Dax verlor immerhin ein Zehntel seines Wertes. Aktienmärkte sind neben den Anleihemärkten und vor allem dem Immobilienmarkt die wichtigsten Märkte für Vermögenswerte. Dort werden Ansprüche der Besitzer von Immobilienvermögen und Finanzvermögen an die gesamtwirtschaftliche Produktion gehandelt.

Die EZB kann und will nicht zulassen, dass es auf diesen Märkten zu größeren Verwerfungen kommt. Denn ihre gesamte Krisenbewältigungsstrategie beruht inzwischen darauf, diese Märkte aufzupumpen. Als erwünschte Nebenprodukte fallen dabei nämlich auch eine gewisse Stimulierung der Wirtschaft und ein gewisser Ausgleich zwischen den Mitgliedern der Währungsunion an. Denn wenn die Aktien mehr wert werden, investieren die Unternehmen ein bisschen mehr, zumindest nach der ökonomischen Theorie.

Wenn Anleihekurse steigen, fallen die Zinsen und Staat und Unternehmen können und sollten mehr investieren - was sie bisher allerdings nur sehr maßvoll tun. Wenn die Immobilienpreise steigen, wird mehr gebaut. Wenn die Zinsen für risikoarme Anlagen überall sehr niedrig sind, dann fließt das Kapital auf der Suche nach Rendite auch vermehrt und zu besseren Konditionen in Krisenländer, die es dringend brauchen.

Das sind aber alles nur Nebeneffekte- erwünschte zwar, aber doch Nebeneffekte. Den Haupteffekt beschreibt der Chef der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, im Interview mit dem Handelsblatt so: „Wir erleben eine massive Umverteilung innerhalb unserer Volkswirtschaften. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf.“ Denn, das Finanz- und Immobilienvermögen wird ganz überwiegend vom reichsten Zehntel der Bevölkerung gehalten. Deren Vermögen steigt, wenn die EZB mit ihren Anleihekäufen mehr Geld in die Finanzmärkte pumpt.

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    Weber und andere schließen daraus, dass die EZB die Anleihekäufe einstellen und die Zinsen möglichst bald erhöhen sollte. Die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere die Arbeitsmärkte, seien hinzunehmen. Allerdings beträgt die Arbeitslosenquote im Euroraum noch weit über zehn Prozent. Ohne Deutschland gerechnet, läge sie näher bei 15 Prozent, in manchen Ländern liegt sie über 20 Prozent.
    Die Frage, die Draghi und Weber vermeiden, ist daher zu stellen. Gibt es eine Alternative? Kann die EZB die Wirtschaft ankurbeln, ohne dafür gefährliche Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten aufzupumpen und die schon viel zu hohe Vermögensungleichheit weiter zu vergrößern?

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