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EZB-Ratssitzung – Live-Blog „Wir haben gute Erfahrungen mit negativen Zinsen“

Die EZB hat entschieden den Leitzins auf Null zu senken und das Anleihen-Kaufprogramm auszuweiten. Doch Mario Draghi sieht derzeit keine Gründe dafür den Zins in Zukunft weiter zu senken. Das Liveblog zum Nachlesen.
10.03.2016 Update: 10.03.2016 - 16:15 Uhr 18 Kommentare
Er flutet die Märkte weiterhin mit Geld. Quelle: AFP
EZB-Chef Mario Draghi

Er flutet die Märkte weiterhin mit Geld.

(Foto: AFP)

Frankfurt Die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) haben an diesem Vormittag über eine erneute Lockerung ihrer Geldpolitik beraten – und einige überraschende Entscheidungen getroffen. Hier das Protokoll.

Die wichtigsten Entscheidungen der EZB im Überblick:

  • Der Leitzins sinkt von 0,05 auf 0,00 Prozent
  • Der Einlagezins für Banken sinkt von minus 0,3 Prozent auf minus 0,4 Prozent.
  • Das Anleihenkaufprogramm wird von 60 Milliarden Euro ab April auf 80 Milliarden Euro ausgeweitet
  • Erstmals kauft die EZB Unternehmensanleihen auf

+++ Das Ende der Maßnahmen noch nicht erreicht +++

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    „Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht über zu wenig Munition verfügen“, sagte Mario Draghi. Der Kampf gegen die Deflation werde weitergehen. „Wir haben gute Erfahrungen mit Niedrigzinsen“, sagte Draghi.

    +++ Draghi sieht keine Gründe dafür die Zinsen weiter zu senken +++

    Mit dieser Aussage machte Draghi die Kursgewinne der Börsen wieder zunichte. Die Aktienmärkte gaben ihre Gewinne ab, die sie zunächst nach der Leitzinssenkung angehäuft hatten. Der Euro legte prompt um 0,2 Prozent zu, die Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,1115 Dollar - nach dem Zinsentscheid der EZB war er noch auf ein Fünfeinhalb-Wochen-Tief von 1,0823 Dollar gefallen.

    +++ EZB stimmt Märkte auf lange Zeit mit Niedrigzinsen ein +++

    Draghi betonte, insgesamt werde das Zinsniveau im Euroraum auf längere Sicht auf „sehr niedrigem Niveau“ bleiben - über die Laufzeit des Anleihen-Kaufprogramms hinaus. „Wegen der Ölpreisentwicklung sind sehr niedrige oder sogar negative Inflationsraten in den kommenden Monaten unvermeidlich“, räumte Draghi ein.

    +++ EZB senkt Inflations-Prognose drastisch +++

    Trotz der massiven Geldschwemme wird die Inflation im Euroraum nach Einschätzung der EZB in diesem Jahr deutlich schwächer ausfallen als zuletzt erwartet. Zudem haben sich die Konjunkturaussichten wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft eingetrübt, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag auf der EZB-Pressekonferenz. Die Notenbank senkte ihre Inflationsprognose für dieses Jahr drastisch auf 0,1 Prozent, bisher war sie von 1,0 Prozent ausgegangen. Für 2017 sagen die Währungshüter nun einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,3 Prozent (bisher: 1,6 Prozent) voraus.

    +++ Ökonomen kritisieren die Entscheidung Draghis +++

    „Draghi hat die Dosis erhöht. Aber die Medizin wird nicht wirken“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Es steige dafür das Risiko, dass es in Deutschland am Immobilienmarkt zu Überhitzungen komme. Außerdem werde der Anreiz für Euro-Länder gesenkt, notwendige Reformen durchzusetzen.

    +++ Wie nervös sind die obersten Währungshüter? +++

    Mario Draghi hat es geschafft die Märkte zu überraschen. „Vor allem die Ausweitung des Kaufprogramms auf Unternehmensanleihen ist ein starkes Signal“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Das große Bündel an Maßnahmen zeuge allerdings von einer enormen Nervosität der obersten Währungshüter, kommentierte Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank.

    Die Gefahr eines Währungskrieges?
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    18 Kommentare zu "EZB-Ratssitzung – Live-Blog: „Wir haben gute Erfahrungen mit negativen Zinsen“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Lunte brennt. Es gibt böse Zungen die behaupten Mario Draghi sei ein US-Agent und er hätte nicht das Wohl Europas im Auge.

    • Wer spart hat Reserven und die können dann auch ruhig abgezogen werden.
      Den Staat freuts immer, die Schuldenuhr läuft rückwärts.
      Schäuble hat immer mehr für die Flüchtlinge.
      Sozusagen vom Sparbuch zum Flüchtling Krötenwanderung.

    • Endlich packen sie diese blöden Sparer, die Rentner usw.
      Obwohl die Zinsen schon so niedrig waren haben die trotzdem das Geld nicht von der Bank geholt.
      Die nächste Stufe ist dann Strafgeld auf Spargeld, bis es endlich der letzte kapiert was los ist.
      Und bitte macht endlich eine Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland.
      Danke Draghi

    • Die Altersversorgung für Millionen von Renter ist und wird nun atemlos. Die anstehenden Babyboomern dürfen Draghi, Schäuble, Merkel & Co. und den verschuldeten Südstaaten danken. Vor allem, dass die Schlussgewinne und Überschüsse nun bei Null landen.

      Die deutschen Sparer und zukünftigen Renter haben das meines Erachtens noch nicht realisiert. Die Generatiok der Babybommer wird es in den nächsten Jahren merken, das es sich garsntiert nicht gelohnt hat in eine Private Lebens -oder Rentenversicherung anzusparen. In die Gesetzl. Rentenvericherung ohnehin nicht.

      Die Private Altersversorgungen werden mind. 40 bis 50% weniger auszahlen, wie einst von den Lebensvericherern prognostiziert und verkauft. Die Ablauflleistungen sind eine Farce für jeden Sparer, der in Jahrzehnten ein solche Vehikel der Altersvorsorge hat.

      Dsnke Frau Kanzlerin, Sxhäuble und Draghi & Co. Mir fehlen durch die erstklassigen Produkte aus den Lebensversicherungen und offenen Immobilienfonds über 250.000 Euro in meiner Altersversorgung.

      Okay. Ist ja kicht soviel. Klar, wenn ich 10 Jahre in der Poitik bin und mind. 7000 Euro monatliche Pension oder mehr kassiere, da brauche ich keine Altersversorgung.

      Vielleicht ist da noch Platz im Bundestag. Die AfD & Co. sucht bestimmt zukünftig noch mehr Personal.

      Das wundert auch niemanden mehr. Leider ein Teil der Wahrheit. Da braucht man nur über die Verschuldung zu sprechen, die so für den Normalbürger einen 'Tritt in den Hintern' ist.

      Die fatate und verfehlte Migrationspolitik braucht man noch nicht einmal zu berücksichtigen. Das Hultikulti im Land besteht schon lange durch ihre Segregation ubd wird durch die Jobcenter und der guten wirtschaftlichen Lage noch gemeistert.

      Die Flüchtlingspolitik, ein Grexit oder Brexit oder eine weitere Verschuldung der Kommunen, Städte und Länder könnte dann in Zukunft der wahre Meister sein.

      Der IS-Terror gibt dann u.U. den Rest dieser fatalen Politik.

      Aus Berlin heisst es dann lapidar: " Arm aber sexy!"

    • "Wegen des Rotationsprinzips ist Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dieses Mal nicht stimmberechtigt."

      so geht "Demokratie" !!!!!


      !!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

    • @Kurt Siegel - 10.03.2016, 15:37 Uhr

      "....; er hat später seine fürstliche Pension, aber der Normalbürger wird in die Armut getrieben und die Lebensversicherer in die Abwicklung."

      Seine Pension bekommt er ........ vielleicht, wenn er Glück hat.

      Denn man kann Menschen nur einmal enteignen; danach haben sie nichts mehr zu verlieren und werden sehr, sehr gefährlich - eben weil sie nichts mehr zu verlieren haben.

    • Draghi wird die wirtschaftlichen Probleme des Euroraumes nicht durch eine noch so expansive Geldpolitik beheben können, am Ende folgt Europa Japans Weg in die Deflation. Nach der Deflation entsteht dann irgendwann das, worauf die Notenbanker so erpicht sind: Inflation.
      Und Geldpolitiker sollten auch nicht versuchen, Fiskal-. und Wirtschaftspolitik zu betreiben. Das geht schief. Und zudem hat die EZB auch kein demokratisches Mandat, einerseits Staatsfinanzierung zu betreiben und andererseits Steuern auf Geldvermögen (Negativzinsen) zu erheben. Dazu sind die Notenbankpolitiker nicht ermächtigt, ach das gehört in den Zuständigkeitsbereich nationaler Fiskalpolitik. Und Europa wird wegen der Sanierung der maroden Banken der Südländer einen hohen Preis bezahlen. Dieser besteht in der Zerrüttung der Geschäftsmodelle des Finanzsektors der Nordländer und der Entwertung der Ersparnisse der Bürger dort. Und wenn dies erst in der Fläche erkannt wird, dann ist es auch aus mit dem friedlichen Zusammenleben der Völker in Europa, die jahrzehntelang gut funktioniert hat.

      Wenn man Merkels Energie- und Migrationspolitik und diese Notenbankpolitik sieht, dann kommt es einem vor, als würde hier ein Masterplan zur zielgerichteten Zerrüttung des ganzen Kontinents abgearbeitet.

    • Der Sparer ist immer der Dumme, das war, ist und wird nie anders sein.

    • @ C. Falk - 10.03.2016, 15:50 Uhr


      Genauso sehe ich das auch. Der Effekt auf DAX bzw. Euro wird spätestens morgen vollständig verpufft sein und der europäischen Wirtschaft hilft es auch nichts.

      Letztendlich ist der europäische Sparer der Dumme.

    • Genau, der spiel auf Zeit, nur seine Mitspieler, Merkel und co, sind für nichts zu gebrauchen.

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