EZB-Sitzung Fünf Punkte, auf die es heute ankommt

Bald startet die EZB ihre milliardenschweren Anleihekäufe. Auf der heutigen Ratssitzung äußert sich Mario Draghi zu den Details. Und er legt Prognosen vor, wie sich die Geldschwemme auf Wachstum und Inflation auswirkt.
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„EZB könnte sich ihre Anleihenkäufe sparen“

FrankfurtIn wenigen Tagen beginnt ein neues geldpolitisches Zeitalter für die Euro-Zone. Noch in diesem Monat startet die Europäische Zentralbank (EZB) ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm. Bis September 2016 will sie dabei insgesamt 1,14 Billionen Euro in die Märkte pumpen.

Doch viele Detailfragen sind noch offen. Auch zu anderen Themen erwarten Analysten und Börsianer Antworten, wenn EZB-Chef Mario Draghi heute Nachmittag in Nikosia vor die Presse tritt (Hier geht's zum Liveblog). Ein Überblick über die fünf wichtigsten Themen:

1. Anleiheprogramm

Wichtige Detailfragen sind noch offen: Zum Beispiel, welche Länder an dem Programm teilnehmen dürfen. Im Januar hat Draghi Bedingungen dafür genannt. Staatsanleihekäufe sollen demnach auf Bonds mit gutem Rating begrenzt werden, was die griechischen Papiere nicht einschließt. Allerdings sollen Länder mit einem „Hilfsprogramm“ auch darunter fallen, solange sie die Bedingungen erfüllen. Darüber, ob Letzteres der Fall ist, entscheidet auch die EZB mit, und zwar im Rahmen der Troika aus Notenbank, Internationalem Währungsfonds und EU-Kommission.

Ein Wackelkandidat ist zum Beispiel Zypern. Der Inselstaat soll daran interessiert sein, am Anleiheprogramm teilzunehmen, sagte eine mit den Gesprächen zwischen Zypern und der EZB vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Das Parlament werde „innerhalb von Tagen“ ein neues, von der EZB verlangtes Gesetz zu Zwangsvollstreckungen verabschieden. Die Geldgeber sollen dann ihre nächste Prüfung bis zum 15. April abschließen. Danach könne auch Zypern teilnehmen.

Eine weitere Frage ist, welche Laufzeiten die zu kaufenden Anleihen haben sollen. Die EZB hat lediglich erklärt, sie werde Anleihen mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren kaufen. Die Gewichtung ist jedoch unklar.

2. Inflationsprognose

Durch die Anleihekäufe will die EZB die Inflationsrate in der Euro-Zone wieder in Richtung ihrer Zielmarke von knapp zwei Prozent anheben. Im Moment ist sie davon meilenweit entfernt: Im Februar sanken die Verbraucherpreise in der Euro-Zone um 0,3 Prozent. Im Dezember prognostizierte die EZB für dieses Jahr eine Inflation von 0,7 Prozent – 2016 sollen es dann 1,3 Prozent werden.

Auf der heutigen Ratssitzung stellt die EZB erstmals ihre Inflationsprognose bis 2017 vor. Dabei muss sie die Effekte des Anleiheprogramms berücksichtigen. Da sich im Vergleich zu den vorherigen Prognosen bei wichtigen Faktoren wie dem Ölpreis nicht so viel geändert hat, erlauben die neuen Prognosewerte gewisse Rückschlüsse, wie die EZB die Auswirkungen des Anleiheprogramms einschätzt.

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6 Kommentare zu "EZB-Sitzung: Fünf Punkte, auf die es heute ankommt"

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  • EZB-SITZUNG
    Fünf Punkte, auf die es heute ankommt

    ..................................................................................

    Wieso Fünf Punkte ?????

    Es gibt nur eines für jeden Mensch der gerade in Europa lebt :

    " VERLASSEN SIE EUROPA...EGAL IN WELCHE RICHTUNG...DORT SIND SIE BESSER AUFGEHOBEN ALS EGAL WO IN EUROPA !!! "

  • Erst wenn wir wieder Millionen Abeitslose haen und ein Brot 5 Bill. kostet, dann wachen unsere Politiker auf. Dann aber ist es zu spät

  • Nachtrag:
    Es ist sogar noch einfacher: es heißt NATIONALökonomie oder VOLKSwirtschaftslehre. Weder Politik noch Zentralbanken erwirtschaften irgendetwas. Dehalb erfüllt auch nur freies Marktgeld, das sich in den Händen des Volkes / in der Macht der Bürger befindet, seine Aufgabe in einer Volkswirtschaft am Besten und Effektivsten.

  • Niemals - denn Politster und (Zentral-)Bankster profitieren symbiontisch vom Schuldgeldsystem.
    Die Macht über das Geld muss deshalb auch wieder von den - staatlichen oder privaten ist absolut gleichgültig - Zentralbanken zurück in die Hände der Bürger - denn die ERWIRTSCHAFTEN es ja auch schließlich. Politster können dagegen nur durch Steuern von den Bürgern geraubtes Geld ausgeben, und die Zentralbanken können nur Scheingeld drucken. Im Gegensatz zu Politstern und Bankstern wollen die Bürger nämlich auch stabiles Geld, das nicht inflationierbar ist (bzw. dessen Menge bestenfalls mit der jährlichen Förderungsrate zunimmt = NATÜRLICHE Inflation eines Warengeldes, wobei die Ware kaum "verbraucht" wird).
    Die Macht über das Geld werden die Bankster- und Politster-Profiteure aber nicht mehr freiwillig abgeben: erst der (mathematisch) zwangsläufige Crash des Schuldgeldsystems wird sie dazu zwingen.

  • Immer druckt weiter Geld, alle anderen Staaten/Währungen werden genau das auch machen. Also was kommt in ein paar Jahren ?
    Das goldene Kalb lässt grüßen !
    Des Kaisers neue Kleider auch.
    Wem dieser Kommentar zu flach ist..... die EZB ist es auch.

  • "Fünf Punkte, auf die es heute ankommt"

    Punkt 1
    Unsere Abgeordneten im Deutschen Bundestag haben die EZB geschaffen. Wann kommen sie ihrer Überwachungspflicht nach?

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