EZB

Die Ratsmitglieder haben sich auf ihrer Sitzung im April sehr vorsichtig zur Wirtschaftsentwicklung geäußert.

(Foto: dpa)

EZB-Sitzungsprotokolle Notenbanker besorgt über Wachstumsschwäche

Auf ihrer Sitzung im April haben die EZB-Ratsmitglieder Sorgen über die Konjunktur geäußert. Die Verlangsamung des Wachstums scheine länder- und sektorenübergreifend zu sein.
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FrankfurtDie Mitglieder des EZB-Rats sorgen sich über das langsamere Wirtschaftswachstum der Euro-Zone zu Jahresbeginn. „Eine stärkere Abschwächung der Nachfrage vor allem bedingt durch äußere Faktoren lässt sich nicht ausschließen“, heißt es im Protokoll der Zinssitzung vom April. Für Investoren ist das Protokoll vor allem interessant, weil es Hinweise über den weiteren Kurs der Geldpolitik gibt.

Derzeit hält die EZB den Leitzins bei null Prozent und kauft jeden Monat für 30 Milliarden Euro vor allem Staatsanleihen der Euro-Länder. Mit den Käufen will sie das Wachstum im Euro-Raum anschieben und die Inflation in Richtung ihres Ziels von knapp zwei Prozent treiben. Die Käufe sind bis September terminiert. Demnächst muss die EZB entscheiden, wie es danach mit den Käufen weiter geht. Im Protokoll ist davon die Rede, „dass die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick zugenommen hat.“ Bei der Interpretation der aktuellen Entwicklung sei „Vorsicht geboten.“ Dies könnte dafür sprechen, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung im Juni noch keine Entscheidung dazu trifft und noch bis Juli wartet.

„Im Juni nichts zu machen, wäre wahrscheinlich die beste und am wenigsten riskante Option für die EZB, schreibt Carsten Brzeski, Chefökonom der ING-Diba in einer Analyse. Im Vergleich zum April haben sich inzwischen neue Risiken aufgetan, wie der Anstieg des Ölpreises und die politische Unruhe in Italien, die zu einem starken Anstieg der Risikoprämien für italienische Staatsanleihen geführt hat.

Wegen des kalten Wetters, vielen Streiks und der Grippewelle hat sich das Wirtschaftswachstum im Währungsraum zu Jahresbeginn fast halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen Januar und März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. In den drei Vorquartalen lag das Plus noch bei jeweils 0,7 Prozent.

Als wahrscheinlichste Variante gilt nach wie vor, dass die EZB die Anleihekäufe nach September bis Jahresende schrittweise auslaufen lässt. Die Marktteilnehmer würden „weiterhin ein Ende der Nettoanleihekäufe zum Jahresende antizipieren“, heißt es dazu im Protokoll. Die Diskussion werde nicht darüber geführt, ob die Käufe nach September verlängert würden, sondern wie lange, schreibt ING-Diba-Chefökonom Brzeski. Er geht von einer Verlängerung bis mindestens Dezember aus.

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