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EZB So reagieren Währungshüter auf Lagardes Euro-Aussagen

Die Warnungen von EZB-Chefökonom Lane sind schärfer als die der EZB-Chefin. Andere Währungshüter kritisieren Lagardes Bewertung als zu pessimistisch.
11.09.2020 - 12:12 Uhr Kommentieren
Die EZB führt den jüngsten Anstieg der Target-Salden auf die massiven Anleihenkäufe der Euro-Notenbanken zurück.
Europäische Zentralbank in Frankfurt

Die EZB führt den jüngsten Anstieg der Target-Salden auf die massiven Anleihenkäufe der Euro-Notenbanken zurück.

Frankfurt So mancher Marktteilnehmer war nach der Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde enttäuscht. Sie betonte zwar, dass der relativ hohe Euro-Kurs – seit Anfang Juni hat er sich gegenüber dem US-Dollar um sechs Prozent verteuert – indirekt eine Rolle für die Geldpolitik spiele, weil er Einfluss auf die Preise habe. Doch Beobachter kritisieren: Es fehlten Hinweise, wie die EZB der Aufwertung gegensteuern könnte.

Der Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB) hat vor den Folgen eines starken Euros für Wachstum und Inflation gewarnt. Die wirtschaftliche Erholung und die Preisentwicklung seien durch den zuletzt aufwertenden Euro „deutlich gedämpft“ worden, schrieb der Ire Philip Lane in einem am Freitag veröffentlichten Beitrag auf der Internetseite der EZB. „Es sollte klar sein, dass es keinen Grund für Selbstzufriedenheit gibt.“ Die EZB stehe bereit, all ihre Instrumente falls nötig einzusetzen.

Die Äußerungen Lanes klingen schärfer als Einlassungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde einen Tag zuvor. Die Französin hatte nach der Zinssitzung der Notenbank geäußert, dass die EZB kein Wechselkursziel habe, den Wechselkurs aber im Blick habe. Der Euro hatte daraufhin weiter aufgewertet.

Auch der französische Notenbank-Chef Francois Villeroy de Galhau äußerte sich zum jüngsten Kursanstieg des Euros. Die EZB habe kein Wechselkursziel. „Aber offensichtlich spielt der Wechselkurs eine Rolle für die Inflation und die Geldpolitik“, sagte Villeroy de Galhau. Entsprechend würden die Währungshüter die Entwicklung sorgfältig verfolgen mit Blick auf die Folgen für den mittelfristigen Inflationsausblick.

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    Der Kurs des Euros zum Dollar war seit Mitte Mai um rund zehn Prozent gestiegen. Die Aufwertung des Euros schmälert die Wettbewerbschancen heimischer Firmen auf dem Weltmarkt. Zudem drückt dies tendenziell auf die Inflationsrate.

    Die Euro-Notenbank sieht einen Wert von knapp zwei Prozent Teuerung als ideal für die Konjunktur an, verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren. Für dieses Jahr geht sie lediglich von einer Teuerungsrate von 0,3 Prozent aus. Im August war die Inflation mit einem Stand von minus 0,2 Prozent sogar in den negativen Bereich gerutscht.

    Vorwurf: zu pessimistisch

    Einige Währungshüter mahnten Lagarde unter anderem zu einer zuversichtlicheren Tonart. Unterrichteten Kreisen zufolge hätten sie darauf gedrängt, dass die EZB-Präsidentin auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid einen optimistischeren Blick auf die Konjunktur vermitteln sollte.

    Die Erholung von der Pandemie-bedingten Rezession hätte ihrer Ansicht nach als etwas besser als erwartet beschrieben werden sollen. Lagarde sagte in ihren einleitenden Bemerkungen dann allerdings, der Konjunkturaufschwung stehe „weitgehend im Einklang mit unseren bisherigen Erwartungen“.

    Die EZB-Direktorin Isabel Schnabel betont außerdem, dass nach Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die EZB ihre Krisenpolitik beenden müsse. Wenn dann die Inflation sich wieder dem Ziel von knapp zwei Prozent annähere, müsse die EZB zurückdrehen, sagte Schnabel am Freitag auf einer Konferenz laut Redetext.

    Sie kündigte dabei ein bedachtes Vorgehen an. „Die EZB wird vorsichtig sein, um nicht die einsetzende Erholung durch die zu frühe Einleitung einer strafferen Geldpolitik abzuwürgen,“ erklärte sie.

    Mehr: Welche Vorlage die US-Notenbank Fed der EZB liefert.

    • rtr
    • Bloomberg
    • dpa
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