EZB-Treffen im März Was muss passieren, damit Draghi handelt?

EZB-Chef Draghi hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisiert. Ob es im März dazu kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ausgerechnet Draghis schärfster Kritiker wird auf der nächsten Sitzung nicht mitstimmen.
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Der EZB-Präsident könnte im März seine Geldpolitik weiter lockern. Quelle: AFP
Mario Draghi

Der EZB-Präsident könnte im März seine Geldpolitik weiter lockern.

(Foto: AFP)

FrankfurtMario Draghi hat in der vergangenen Woche eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt. Auf der kommenden Sitzung im März werde die EZB ihre bisherigen Maßnahmen überprüfen, machte Draghi gleich mehrfach klar. „Die Glaubwürdigkeit der EZB wäre bedroht, wenn wir unsere Geldpolitik nicht auf den Prüfstand stellen würden“, sagt der Chef der Zentralbank.

Draghi nannte gleich mehrere Risiken: die wirtschaftliche Unsicherheit in den Schwellenländern, Schwankungen an den Finanzmärkten und geopolitische Risiken. Die wohl größte Sorge ist dabei der dramatische Verfall des Ölpreises. All das macht sich auch in der Euro-Zone bemerkbar, wo die Inflation deutlich unter den Prognosen der Notenbanker bleiben könnte. Die EZB strebt mittelfristig eine Preissteigerung von „unter, aber nahe zwei Prozent“ an. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich davon immer weiter entfernt. Schon im Dezember lag die Inflation bei lediglich 0,2 Prozent.

Im März wird die EZB ihre überarbeitete Inflationsprognose vorlegen und dabei erstmals bis auf das Jahr 2018 blicken. Angesichts des drastischen Ölpreisverfalls dürften die erwarteten Preissteigerungen deutlich geringer ausfallen zuvor prognostiziert. In ihrer Inflationsprognose im Dezember ist die EZB noch von einem Ölpreis von 52,20 Dollar pro Fass (159 Liter) für die Nordseesorte Brent ausgegangen. Jüngst sackte der Preis aber unter 28 Dollar – eine Differenz von mehr als 40 Prozent.

Senkt die EZB ihre Prognose für die Preissteigerung in den kommenden Jahren, ist eine Lockerung der Geldpolitik praktisch ausgemacht. Die wahrscheinlichste Option wäre dann ein noch höherer Strafzins, den Banken für ihre Einlagen bei der Notenbank zahlen müssten. Aktuell liegt der Einlagenzins bei minus 0,3 Prozent.

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