EZB-Vorschau Kriegt Draghi kalte Füße?

Seit fünf Wochen kauft die EZB massiv Anleihen. Über die heftige Reaktion der Märkte dürfte selbst Mario Draghi überrascht sein. Erste Ökonomen fordern ein nahes Ende der Käufe. Für Draghi kommt die Debatte zur Unzeit.
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„Das Anleihekaufprogramm verursacht schädliche Nebeneffekte!“

FrankfurtMario Draghi ist normalerweise wenig zurückhaltend, wenn es darum geht, die Erfolge seiner Geldpolitik herauszustellen. Auf der heutigen Ratssitzung allerdings muss er sich in Acht nehmen. Allzu viel Euphorie über die seit fünf Wochen laufenden Anleihekäufe der EZB könnte die Debatte über einen Ausstieg befeuern. Daran aber dürfte Draghi zum jetzigen Zeitpunkt kein Interesse haben.

Kürzlich hatte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch im Interview mit der Börsen-Zeitung signalisiert, dass die Notenbank ihr Kaufprogramm ändern könnte, falls die Inflation stärker steigt als bisher erwartet. „Wenn wir sehen, dass wir überziehen, wäre es natürlich angebracht, sich zu fragen, ob wir unseren Plan anpassen müssen“, sagte Mersch.

Einige Ökonomen gehen sogar noch weiter. Der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Stefan Bielmeier, erwartet, dass die EZB im Juni ihre Inflationsprognose anheben und das monatliche Kaufvolumen um zehn Milliarden Euro drosseln wird. Momentan kauft die EZB für monatlich 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und Wertpapiere der Euro-Länder auf. Die Käufe sollen bis September 2016 laufen.

Nicht nur Bielmeier spekuliert über ein vorzeitiges Ende der Anleihekäufe. Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise rechnet damit sogar noch in diesem Jahr, falls der Ölpreis nicht weiter sinkt und die Konjunktur weiter so gut läuft wie bisher. Bielmeier und Heise stehen den Anleihekäufen der EZB kritisch gegenüber.

Selbst wenn die EZB die Anleihekäufe schon vor September 2016 reduzieren wollte, käme eine Debatte darüber jetzt zur Unzeit. In EZB-Kreisen wird darauf verwiesen, dass man keine Zweifel an der eigenen Entschlossenheit aufkommen lassen werde.

Dies sei eine Lehre aus Erfahrungen anderer Länder. In Japan beispielsweise habe die Notenbank mit ihren Anleihekäufen zunächst kein klares Ziel verfolgt, deshalb sei das Programm dort weniger erfolgreich gewesen. Die EZB hat deshalb ihre Anleihekäufe klar und deutlich an das Inflationsziel von knapp zwei Prozent gebunden.

Draghi dürfte nicht an abruptem Kurswesel gelegen sein
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20 Kommentare zu "EZB-Vorschau: Kriegt Draghi kalte Füße?"

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  • Draghi und die Anleihen
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    Der Boss der Banca d'Italia wird seine Anleihenkäufe natürlich nicht einstellen.
    Auch wenn die Inflation 10% beträgt.
    Er ist Italiener, und in Italien waren 10-15% normal.
    Er will auch wieder griechische Schrottpapiere aufkaufen. Auch wenn sie mit CCC geratet werden.

  • Hatten wir alles schon.....sicherlich aber wenn einmal was läuft kann man es schwer wieder stoppen
    und ich habe bisher so gut wie immer erfahren das Draghi für super Stimmung sorgt...Hauptsache er lächelt...alles andere ist der Ein- und Ausstieg Xmal am Tag....

  • Die Hetzkampagne der deutschen Medien gegen die jetzige Geldpolitik der EZB wird sich irgendwann als Eigentor gegen Deutschland erweisen. Dann wird man an die Worte im Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe denken : „Die ich rief, die Geister,
    Werd’ ich nun nicht los.“ So schon mal geschehen vor circa 80 Jahren.

  • Die Hetzkampagne der deutschen Medien gegen die jetzige Geldpolitik der EZB wird sich irgendwann als Eigentor gegen Deutschland erweisen. Dann wird man an die Worte im Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe denken : „Die ich rief, die Geister,
    Werd’ ich nun nicht los.“ So schon mal geschehen vor circa 80 Jahren.

  • Geld machen die computergesteuerten Handelssysteme...Draghi muss nichts
    mehr machen....es genügt das er nichts ändert und die "Schneeballsysteme"
    machen uns reich ....es wird gekauft weil es keinerlei Alternative gibt..

  • @Ralph: Bei max. 10 Punkten SL im Dax Future scheinst Du ja sehr oft ausgestoppt zu werden. Naja, Hauptsache es lohnt sich für Dich und nicht nur für Deinen Broker.

  • Kalte Füße?
    Erstaunlich ist, daß in der EU Wechselreitereien, Schneeballsysteme, Beihilfen
    zur Insolvenzverschleppungen, Anheizen von Spekulationen, Aushöhlen der
    Kaufkraft des Euro nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, wofür in den USA
    ein Bernie Madoff 150 Jahre Verwahrung für sein Schneeballsystem bekommen
    hat, was in dieser EU nichts anderes als eine Schulden- mit Schuldenbekämp-
    fung im Rahmen des ELA Systems der EZB ist!

  • Unsere und die EU-Politik ist einfach NUR KRANK !!! Zuwider !

  • Herr Draghi ist dafür da die Märkte zu stärken....er stopft Miiliarden ins Finanzsystem
    damit die Wirtschaft brummt....also wer darauf vertraut wurde seit heute Morgen aber gewaltig
    belohnt....und wie schon erwähnt es heißt börsenhandel....man kann mehrmals täglich handeln
    der Trend zeigt steil nach oben an den Märkten....außerdem gibt es Dividenden...wo bitte sollte
    man sonst erfolgreich anlegen....ich gehe davon aus ein paar beruhigende Worte mehr wollen
    die Anleger gar nicht und die Aktien könnten schnell wieder abheben

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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