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Fabio Panetta EZB-Direktor hält beim digitalen Euro Strafzinsen für möglich

Banken könnten massiv Einlagen verlieren, wenn die Menschen verstärkt Gelder in digitale Guthaben bei der Notenbank umwandeln. Die EZB will gegensteuern.
10.02.2021 - 17:18 Uhr Kommentieren
Ein digitaler Euro könnte dem EZB-Direktor zufolge so gestaltet werden, dass hohe Strafzinsen bei zu großen Beständen gezahlt werden müssten. Quelle: Reuters
Fabio Panetta

Ein digitaler Euro könnte dem EZB-Direktor zufolge so gestaltet werden, dass hohe Strafzinsen bei zu großen Beständen gezahlt werden müssten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte aus Sicht von Notenbankdirektor Fabio Panetta mit einem tiefen Negativzins zu hohen Beständen in digitalem Euro entgegenwirken. „In einer Finanzkrise könnten minus ein Prozent, minus zwei Prozent nicht ausreichend sein, um Kapitalabflüsse aus Banken zu verhindern“, sagte Panetta am Mittwoch auf einer Online-Veranstaltung der Brüsseler Denkschmiede Bruegel. Ein digitaler Euro könnte Panetta zufolge so gestaltet werden, dass hohe Strafzinsen bei zu großen Beständen gezahlt werden müssten.

Notenbanker machen sich schon seit längerem Gedanken darüber, was die Einführung eines digitalen Euro für die Finanzbranche bedeuten würde. Ein Risiko ist die Destabilisierung des Finanzsystems, sollten die Banken massiv Einlagen verlieren, weil die Menschen verstärkt Gelder in digitale Guthaben bei der Notenbank umwandeln.

Um gegenzusteuern gibt es die Überlegung, Bestände an digitalem Euro nur bis zu einer bestimmten Obergrenze zu erlauben, oder aber ab einer solchen Grenze hohe Strafzinsen zu verlangen. Panetta zufolge könnte diese Grenze bei etwa 3000 Euro liegen, wie er in einem Interview dem Magazin „Der Spiegel“ sagte.

Laut Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde wird es aber noch ein paar Jahre dauern, bis eine sichere digitale Version des Euro bereitgestellt werden kann. „In den nächsten vier Jahren sollten wir da sein,“ sagte sie am Mittwoch auf einer Online-Veranstaltung des Magazins „The Economist“. Die EZB schaue sich an wie lange China gebraucht habe, sagte Lagarde. Die Euro-Notenbank werde wohl schneller sein, da die Lernkurve kürzer sei und sich die Digitalisierung beschleunigt habe. China gilt als Vorreiter in der Entwicklung digitaler Zentralbank-Währungen. Dort wurden bereits in mehreren Metropolen großangelegte Probeläufe mit einer Digitalversion des Yuan gestartet.

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