Fed beendet Anleihekäufe Ende der Geldflut

Die US-Notenbank beendet ihre milliardenschweren Anleihekäufe. Doch eine Rückkehr zur Normalität ist noch weit entfernt. Die Zinsen bleiben niedrig – und die Party an den Märkten kann weitergehen. Vorerst.
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Fed: Ist die Zeit reif für höhere Zinsen?

Düsseldorf, FrankfurtDie Federal Reserve wagt den Ausstieg aus dem größten Geldexperiment aller Zeiten. Am Mittwoch entschied die US-Notenbank, ihr Ankaufprogramm für Wertpapiere wie geplant zum Monatsende auslaufen zu lassen. Es wird vorerst keine weiteren Stützungskäufe mehr geben. Doch eine Rückkehr zur Normalität bedeutet das noch lange nicht.

Die Notenbank hat seit der Finanzkrise 2008 monatlich bis zu 85 Milliarden Dollar für den Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren ausgegeben, im vergangenen Monat waren es noch 15 Milliarden Dollar. Insgesamt hat die Fed ihre Bilanz auf mehr als vier Billionen Dollar aufgebläht.

Noch nie zuvor hat eine Notenbank so viel Geld gedruckt und in die Finanzmärkte gepumpt.
Nach Meinung der Notenbanker war dies nötig, um die schwere Bankenkrise und die darauffolgende Rezession in den Griff zu bekommen. Herkömmliche Instrumente wie etwa Zinssenkungen zeigten keine Wirkung mehr, es drohte der Zusammenbruch des Finanzsystems.

Den ganz großen Knall hat die Fed mit ihren milliardenschweren Anleihekäufen verhindert. Bis jetzt. Die Geldflut hat die Probleme nur überdeckt, nicht aber gelöst. Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan wurde in den vergangenen Tagen gefragt, ob die Fed unbeschadet aus ihrer lockeren Geldpolitik aussteigen könne: „Ich glaube nicht, dass das möglich ist“, sagt Greenspan, der selbst nicht ganz unschuldig am Entstehen dieser Finanzkrise war. „Wir haben keinerlei Erfahrung mit irgendetwas in dieser Art, also werde ich mich nicht hinstellen und einen genauen Ausgang vorhersagen.“

Die Befürworter halten der Fed zugute, dass es der US-Wirtschaft inzwischen wieder deutlich besser geht. Der Internationale Währungsfonds geht davon aus, dass sie dieses Jahr um 2,2 Prozent wächst und 2015 um mehr als drei Prozent. Die Arbeitslosenquote fiel auf 5,9 Prozent - der niedrigste Stand seit Juli 2008. Damit können die Vereinigten Staaten tatsächlich deutlich bessere Konjunkturdaten vorweisen als etwa die Euro-Zone.

Die Kritiker wenden ein, dass dieser Aufschwung nicht nur teuer erkauft, sondern auch gefährlich ist. Das billige Geld hat einen jahrelangen Boom an den Finanzmärkten entfacht – und damit neue Blasen aufgebläht.

Verzerrungen an den Finanzmärkten
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8 Kommentare zu "Fed beendet Anleihekäufe: Ende der Geldflut"

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  • Ich habe doch gar nichts gegen das französische Defizit gesagt, oder? Abgesehen davon aber ist das nominale BIP-Wachstum in den USA deutlich höher und zwar hoch, dass die Staatsschuldenquote sinkt. Darüber hinaus sinkt das Defizit auch noch weiter.

    Nein, das Wirtschaftswachsutm kommt nicht zu 50% aus Fracking, welches ohnehin nur zum Teil in Texas betrieben wird, größenteils in anderen Staaten. Selbst wenn das Rracking aber für einen recht hohen Anteil am BIP-Wachstum verantwortlich wäre, wäre dies doch kein Gegenargument oder Nachteil.

    Und die Zahlen sind in sich konsistent und keineswegs nun besodners gut. Wie kommen Sie zu solchen Behauptungen ohne jede Substanz?

  • Die FED hat durch ihre Politik seit inklusive Greenspan gigantische Vermoegenswerte vernichtet. Aber nicht die Erkenntnis wuchs daraus, die Finger aus dem Marktgeschehen zu lassen. Nein, was mit/nach Bernanke folgte, kann nur als Irrsinn einer kleinen, viel zu maechtigen Truppe gesehen werden - genannt FED. Und die EZB ist auch schon auf diesem Trip. Und auch hier schauen alle zu.

    Die Frage ist natuerlich und nicht unberechtigt, von manchen Lobbys bewusst hier und dort so gewollt? Sieht fuer mich sehr danach aus. Ich glaube der Buerger hat den Staat an die Lobbys verloren. Er scheint nur mehr Erfuellungsgehilfe zu sein. Aber man kann den Lobbys nicht mal die Schuld an solch gleichgueltigen Buergern geben. Die brauchen nur mehr ein Smartphone und sind ganzen Tag damit beschaeftigt und gluecklich.

  • @ Thomas Müller

    Was unterscheidet denn diese 3% von Frankreichs 3%?

    Sind die Arbeitslosenzahlen der USA tatsächlich besser nur weil man die Langzeitarbeitslosen raus rechnet?

    Ist die Staatsverschuldung der USA niedriger als die in F?

    Das "Wirtschaftswachstum" der USA kommt zu 50% aus dem Fracking in Texas. Nachhaltige wirtschaftliche Erholung anhand der Ratio Beschäftigter zu erwerbsfähigen Personen ist nicht ersichtlich.

    Die regierungsnahen Behörden liefern in den Wochen vor den Kongresswahlen nur gefälligere Zahlen ab.

  • Von Mitte 2011 bis Mitte 2013 hat die Fed netto keinerlei Staatsanleihen gekauft und obwohl das Defizit im Staatshaushalt weit höher war als heute, sind die Zinsen nicht gestiegen. Komisch, oder?

  • Die Fed hat auch bisher nur einen Bruchteil der Staatsanleihen gekauft. Und wieso sollte es für die USA bei einem Defizit von unter 3% des BIPs problematisch sein, dieses zu finanzieren?

    Und wie kommen Sie darauf, dass das Wirtschaftswachstum daher kommt? Das Geldmengenwachstum war in den letzten Jahren im historischen Vergleich unterdurchschnittlich

  • Die Zinsen gehen rauf, Aktien runter und shon haben wir QE4 bis QE-unendlich. Wer kauft sonst Staats/Schrott-Anleihen fuer Null Zinsen wenn nicht die Zentralbanken?

  • Und wer kauft ab jetzt die US-Staatsanleihen? Und vor allem mit welchem Geld? Die werden ja auf den Markt kommen, dann müssen sie die Zinsen erhöhen, sonst will die niemand. Wenn sie das tun, zieht das Geld aus dem Aktienmarkt ab, also Verluste in den Bilanzen der Finanzindustrie...

    Vor allem, ist doch im Wirtschaftswachstum der USA dieses neu gedruckte Geld erhalten, wie soll denn jetzt eine Realwirtschaft diese Summen plus Wachstum erwirtschaften und generieren? Keine Chance, da bleibt nur die Hoffnung, dass die Finanzmärkte sich noch mehr aufblähen... mal sehen wie sie das anstellen....

  • komisch, man warnte laufend davor wenn die USA die Geldflut stoppen, dann käme das Finanzchaos. nun könne die party weitergehen? ja was denn nun?

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