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Fed-Protokolle US-Notenbanker wollen geldpolitische Strategie bald nachschärfen

Wegen grundlegender wirtschaftlicher Umbrüche halten die US-Währungshüter eine „Präzisierung“ der Stellungnahme zu Langfristzielen und zur geldpolitischen Strategie für hilfreich.
19.08.2020 - 21:00 Uhr Kommentieren
Das Gebäude der US-Notenbank in Washington. Quelle: dpa
Fed

Das Gebäude der US-Notenbank in Washington.

(Foto: dpa)

Washington Inmitten der Coronakrise steht die US-Notenbank Fed vor dem Abschluss ihres Strategiechecks, der die Basis für eine längerfristig lockere Geldpolitik legen könnte. Angesichts grundlegender wirtschaftlicher Umbrüche ist nach Ansicht der US-Währungshüter eine „Präzisierung“ der Stellungnahme zu Langfristzielen und zur geldpolitischen Strategie hilfreich, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung von Ende Juli hervorgeht. Dadurch könne die Geldpolitik „transparenter und nachvollziehbarer“ werden. Die Änderungen sollten „in naher Zukunft“ abgeschlossen werden.

Mit der Überarbeitung könnte die Fed inmitten der weiter anhaltenden Virus-Krise ihre Bereitschaft bekräftigen, den Fuß auf dem geldpolitischen Gaspedal zu belassen und womöglich noch weitere Konjunkturhilfen auf den Weg zu bringen. Sie soll Vollbeschäftigung fördern und für Preisstabilität sorgen.

Sie hatte das erste Ziel erreicht, wurde jedoch durch die Coronakrise und die dadurch ausgelöste Welle von Entlassungen weit zurückgeworfen. Bei der Inflation strebt sie eine Jahresteuerung von zwei Prozent an, erreicht diesen Wert jedoch nicht annähernd – wohl auch, weil der Trend zur Digitalisierung und zum Online-Geschäft dem Preisauftrieb entgegenwirkt. Auf der Fed-Sitzung wurden mehrere Modelle besprochen, die eine flexiblere Auslegung des Ziels um den Inflations-Ankerpunkt von zwei Prozent ermöglichen würden.

Die Fed hatte Ende 2018 beschlossen, ihre geldpolitische Strategie, aber auch ihre Instrumente und ihre Kommunikationspraxis auf den Prüfstand zu stellen. Die Coronakrise hat den Abschluss des Checks jedoch laut Fed-Chef Jerome Powell verzögert.

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    Die USA sind das am schwersten von der Corona betroffene Land. Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal wegen der Beschränkungen infolge der Pandemie um 9,5 Prozent eingebrochen.

    Angesichts des historischen Konjunktureinbruchs hatte die Fed Ende Juli ihren sehr lockeren geldpolitischen Kurs fortgesetzt. Zahlreiche Kreditprogramme und der weiterhin in der Spanne zwischen null und 0,25 Prozent gehaltene Leitzins sollen dafür sorgen, dass die Wirtschaft rasch auf die Beine kommt.

    Zugleich appellierte der Fed-Chef an die Politik, dabei tatkräftig mitzuwirken. Doch bei den Gesprächen zwischen den oppositionellen Demokraten und den Republikanern von US-Präsident Donald Trump hakt es: Laut einem Insider könnte es im Rahmen einer Kompromisslösung auf ein deutlich abgespecktes Hilfsprogramm im Volumen von rund 500 Milliarden Dollar hinauslaufen.

    Mehr: Rekorde an der Wall Street – Wie lange trägt der neue Bullenmarkt?

    • rtr
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