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Fed

Die US-Notenbank in Washington: vorsichtiger Kurs.

(Foto: Reuters)

Fed US-Notenbank übt sich auf dem Weg zu höheren Zinsen in Geduld

Regionale Notenbanker bestärken Notenbank-Chef Powell in seinem Kurs: Auch sie halten es für richtig, flexibel auf neue Konjunkturdaten zu reagieren.
Update: 09.01.2019 - 20:41 Uhr Kommentieren

Die US-Notenbank drückt auf die Bremse – und deutet für die Zukunft einen vorsichtigeren geldpolitischen Kurs an. Nach Einschätzung vieler Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss (FOMC) könne man künftig „geduldiger“ hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen sein, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Sitzung. Die Mitglieder verwiesen auf den verhaltenen Inflationsdruck.

Eine Reihe von Fed-Führungsmitgliedern hält es zudem für angebracht, zunächst die „in den vergangenen Monaten stärker ausgeprägten Risiken“ in den Blick zu nehmen, bevor der Zins weiter angehoben wird. Die US-Industrie hat jüngst deutlich an Schwung verloren und damit unter den bereits nervösen Investoren Sorgen um die Konjunktur geschürt.

Auf ihrer letzten Sitzung hatte die Fed noch zwei Leitzinsanhebungen für das Jahr 2019 signalisiert. Der Notenbankvorsitzende Jerome Powell hatte allerdings bereits am vergangenen Freitag ein vorsichtigeres Vorgehen bei der Zinspolitik angekündigt – und mit nur wenigen Worten den Märkten die Angst genommen.

Der Chef der US-Notenbank (Fed) sagte, ihm sei die Angst vor einer Rezession bewusst, und die Fed werde flexibel auf neue Daten reagieren. An den Börsen kam die Nachricht gut an. Dort stiegen die Aktienkurse.

Von seinen Kollegen hat Powell bei seinem Kurs jetzt Unterstützung bekommen. Raphael Bostic, Chef der regionalen Fed Atlanta, sagte an diesem Mittwoch, er erwarte für 2019 weiter ein „solides Wachstum“, allerdings etwas weniger als 2018 mit gut drei Prozent. Nach seiner Ansicht ist die Wirtschaft nicht mehr auf Unterstützung durch die Geldpolitik angewiesen.

Deswegen habe er auch im Dezember der Erhöhung der Leitzinsen auf eine Spanne zwischen 2,25 und 2,5 Prozent zugestimmt. Damit habe die Geldpolitik wahrscheinlich einen neutralen Status erreicht: Sie treibe die Wirtschaft nicht an, bremse sie aber auch nicht. Um diesen Status zu halten, sei es nun nötig, jederzeit die Daten zu beobachten und flexibel zu reagieren.

Es sei jetzt wichtig, „geduldig die Geldpolitik anzupassen und zu warten, bis sich mehr Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung und die Risiken ergibt“. Bostic sagte, jetzt sei „ein geduldiger Ansatz“ angebracht. Geduld ist also das Zauberwort – und das hören die Märkte gerne.

Eric Rosengren, der Chef der Fed Boston, bewertete die wirtschaftlichen Daten als robust, mahnt aber zur Vorsicht wegen der Turbulenzen an den Märkten. „Wir sollten warten, bis wir etwas mehr Klarheit bekommen“, sagte er. „Das ist eine gute Zeit, sehr in Abhängigkeit von den Daten zu entscheiden.“

James Bullard von der Fed St. Louis hatte zuvor in einem Gespräch mit dem „Wall Street Journal“ (WSJ) erneut gemahnt, die US-Zinsen nicht weiter zu erhöhen, um keine Rezession zu riskieren. Er warnt seit Längerem vor einem zu harten Kurs in der Geldpolitik.

Es gibt allerdings auch eine andere Art, Flexibilität zu interpretieren. Charles Evans, Chef der Fed Chicago, twitterte am Mittwoch: „Wenn die Risiken verschwinden und die fundamentalen Daten stark bleiben, erwarte ich einen Anstieg der Leitzinsen auf 3,0 bis 3,25 Prozent.“ Evans gilt als Anhänger einer vorsichtigen Geldpolitik.

Es wird voraussichtlich noch eine Weile dauern, bis sich die Anleger an die neue Strategie der Fed gewöhnt haben. In den vergangenen Jahren haben sie meist eine relativ klare Ansage zumindest zu der Frage bekommen, in welche Richtung sich die Geldpolitik bewegt – wenn auch nicht immer über das entsprechende Tempo.

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