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Federal Reserve Pimco-Volkswirt Richard Clarida führt Favoritenliste für Fed-Vizeposten an

Der Pimco-Volkswirt Richard Clarida ist laut einem Insider Top-Anwärter für den Posten des Fed-Vizechefs. Gespräche seien bereits geführt worden.
Update: 04.03.2018 - 16:45 Uhr Kommentieren
Der Volkswirt der Allianz-Tochter Pimco, Richard Clarida, hat einem Insider zufolge gute Chancen, nächster Fed-Vize zu werden. Quelle: Reuters
Richard Clarida

Der Volkswirt der Allianz-Tochter Pimco, Richard Clarida, hat einem Insider zufolge gute Chancen, nächster Fed-Vize zu werden.

(Foto: Reuters)

New YorkRich Clarida hat offenbar beste Chancen, die Nummer zwei bei der US-Notenbank (Fed) zu werden. Nach Aussage von US-Medien hat sich das Weiße Haus bereits entschlossen, ihn für diesen Posten vorzuschlagen. Präsident Donald Trump muss sich danach noch die Zustimmung des US-Senats holen.

Mit Clarida würde ein weiterer moderater Konservativer neu zur Fed kommen, ähnlich wie Jerome Powell, der gerade das Amt als Präsident angetreten hat. Damit wird die Notenbank noch mehr zum Bollwerk einer politischen Gruppierung, die ansonsten in der schrillen Washingtoner Szene kaum noch Gehör findet. Beide haben früher zeitweise für das US-Finanzministerium gearbeitet.

Der 60-Jährige ist Ökonom und langjähriger Professor an der Columbia-Universität. Damit ist er eine wertvolle und einflussreiche Unterstützung für Powell, der ausgebildeter Jurist ist.

 Zugleich hat Clarida durch seine derzeitige Arbeit bei der Fondsgesellschaft Pimco reichlich praktische Erfahrung. Pimco, eine Tochter des deutschen Allianz-Konzerns, ist vor allem im Bereich von Zinsanlagen einer der führenden Vermögensverwalter der USA. Die Firma sitzt in Kalifornien, aber Clarida ist bei dem New Yorker Ableger, also nah am Kapitalmarkt, angesiedelt.

Clarida ist zusammen mit dem Chefökonomen Joachim Fels einer der führenden Köpfe bei Pimco, wenn es um die Einschätzung langfristiger Trends geht. Der frühere Pimco-Chef Bill Gross bezeichnete ihn gern als „Erfinder“ der sogenannten New-Normal-These. Sie besagt, dass die Zinsen und Wachstum noch lange Zeit sehr niedrig bleiben werden. Pimco hat in den letzten Jahren die eigene Strategie danach ausgerichtet. Ein weiterer prominenter Vertreter der These ist der Ökonom Larry Summers, der früher einmal selbst als möglicher Fed-Chef im Gespräch war, dann aber gegenüber Powells Vorgängerin Janet Yellen den Kürzeren zog. Geldpolitisch ist es interessant, wenn ein Ökonom in eine führende Position einrückt, der eher von langfristig niedrigen Zinsen ausgeht. Es wäre aber falsch, daraus abzuleiten, dass es sich bei Clarida in jedem Fall um eine „Taube“, einen Anhänger weicher Geldpolitik, handelt.

Der neue Mann wäre hierarchisch gleichgestellt mit Randal Quarles, der ebenfalls den Titel eines Vizepräsidenten trägt. Quarles ist allerdings in erster Linie für Aufsichtsfragen zuständig, während Claridas Posten direkt mit der Geldpolitik verbunden ist. Alle drei hatten zuvor praktische Erfahrung in der Finanzbranche, was Trumps Geschmack trifft, wie seine Besetzung wichtiger Kabinettsposten zeigt. Powell arbeitete bei einer Beteiligungsfirma und gilt als einer der reichsten Fed-Chefs der Geschichte.

In der Fed-Zentrale in Washington sind noch weitere Positionen offen. Eine Lücke droht aber bald auch beim Chef der regionalen Fed in New York, die weitgehend die Umsetzung der Geldpolitik besorgt. Deren Chef Bill Dudley geht demnächst in Ruhestand, der Nachfolger ist noch nicht bekannt. Auf diese Besetzung hat Trump keinen Einfluss.

In der letzten Zeit gab es Stimmen, die mehr Diversität bei der Fed fordern, also Frauen oder Angehörige ethnischer Minderheiten in leitenden Positionen. In dem Punkt ist Clarida als weißer Mann kein Gewinn.

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