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Finanzstabilitätsbericht IWF warnt vor zunehmenden Risiken für das Finanzsystem

Die niedrigen Zinsen ermutigen Investoren, mehr Risiken einzugehen. Das sei eine Gefahr für die Stabilität des weltweiten Finanzsystems, warnt der IWF.
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Immer mehr Schwachstellen im Finanzsystem. Quelle: dapd
Internationaler Währungsfonds in Washington

Immer mehr Schwachstellen im Finanzsystem.

(Foto: dapd)

Washington Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt wegen der sperrangelweit geöffneten Geldschleusen vieler Notenbanken und der ultratiefen Zinsen vor Gefahren für die Stabilität des weltweiten Finanzsystems. Zwar unterstütze eine lockere Geldpolitik die Konjunktur auf kurze Sicht, erklärte der IWF am Mittwoch zur Vorstellung seines neuen Finanzstabilitätsberichts. Aber die günstigen Finanzierungsbedingungen ermutigten Investoren auf der Suche nach Rendite, noch mehr Risiken einzugehen.

In einigen wichtigen Aktien- und Kreditmärkten seien die Kurse bereits überhöht. Die Schwachstellen im Finanzsystem würden zunehmen, was mittelfristig ein Risiko für das Wachstum darstelle.

„Die politischen Entscheidungsträger müssen dringend handeln, um die finanziellen Verwundbarkeiten anzugehen, die den nächsten Abschwung verschärfen könnten“, erklärte der Fonds. Die US-Handelskonflikte und ein schwächeres globales Wachstum hatten die großen Notenbanken dazu bewegt, ihre Geldpolitik erneut zu lockern.

Eine zuvor geplante vorsichtige Abkehr von der sehr expansiven Ausrichtung nach der Finanzkrise ist damit erst einmal auf Eis gelegt. Die US-Notenbank Fed senkte ihre Leitzinsen bereits zwei Mal in diesem Jahr. In der Euro-Zone hatte die Europäische Zentralbank (EZB) erst vor wenigen Wochen ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stützung der Konjunktur auf den Weg gebracht, zu dem auch eine Zinssenkung und erneute Anleihenkäufe gehören.

Gefährliche Schwachstellen im Finanzsystem sieht der Fonds insbesondere bei Finanzdienstleistern abseits der klassischen Banken. Seit April seien die Gefahren in diesem Teil der Finanzwirtschaft in den USA und in der Euro-Zone gestiegen, warnte er.

Der IWF rief dazu auf, die Aufsicht über diesen Teil der Finanzwirtschaft zu verstärken. Dazu komme, dass die Verschuldung der Unternehmen zunehme. Sorgen bereitet dem Fonds auch eine zunehmende Auslandsverschuldung in den Schwellenländern. Sollten sich die Finanzierungsbedingungen plötzlich verschärfen, könnte in diesen Länder der Schuldendienst schwerer werden.

Weltweite politische Koordination sei weiterhin entscheidend, erklärte der Fonds. Er rief zugleich dazu auf, die globalen Reformen in der Finanzaufsicht nach der Finanzkrise vollständig umzusetzen. Dabei müsse sichergestellt werden, dass bei den Standards das Rad nicht zurückgedreht werde.

Mehr: Der Internationale Währungsfonds sieht die Wirtschaft fast aller Länder im Abschwung. Der globalen Wirtschaft droht demnach das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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