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Folgen der EZB-Anleihekäufe Target-Saldo der Bundesbank erreicht einen Rekordwert

Die Forderungen der Bundesbank gegenüber der Europäischen Zentralbank steigen erstmals auf mehr als eine Billionen Euro. Das hat vor allem einen Grund.
07.08.2020 - 13:11 Uhr Kommentieren
Neuen Daten zufolge stiegen die Bundesbank-Forderungen im Juli um rund 24 Milliarden auf 1,019 Billionen Euro. Quelle: dpa
Banknoten

Neuen Daten zufolge stiegen die Bundesbank-Forderungen im Juli um rund 24 Milliarden auf 1,019 Billionen Euro.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Saldo der Bundesbank im europäischen Zahlungsverkehrssystem Target 2 ist im Juli auf über eine Billion Euro gestiegen. Ende Juli lag er bei 1019 Milliarden Euro – nach 995 Milliarden Euro Ende Juni.

Als Ursache gelten vor allem die in der Coronakrise stark gestiegenen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Laut Bundesbank führen diese wegen ihrer grenzüberschreitenden Effekte typischerweise zu einem Anstieg. Bereits in der Vergangenheit gab es einen deutlichen Zusammenhang mit den Anleihekäufen.

Jedoch könnten auch andere Faktoren eine Rolle spielen, wie etwa Kapitalzuflüsse in Reaktion auf die Corona-Pandemie. Konkrete Hinweise aus dem Kapitalverkehr Deutschlands mit anderen Euro-Ländern gebe es dafür aber bislang nicht.

Der Target-Saldo hält Forderungen und Verbindlichkeiten nationaler Notenbanken im Euro-System wie der Bundesbank, der Banque de France und der Banca d'Italia gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) fest. Überwiegen per Saldo die Forderungen wie bei der Bundesbank, dann ist der jeweilige Target-2-Saldo positiv. Überwiegen die Verbindlichkeiten wie zurzeit bei der Banca d'Italia, dann ist der Target-2-Saldo negativ.

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    Target-Salden entstehen durch Zahlungen von einem Euro-Land in ein anderes. In der Coronakrise hat die EZB ihre Anleihekäufe massiv ausgeweitet. Den überwiegenden Teil dieser Käufe tätigt sie allerdings nicht selbst, sondern die nationalen Notenbanken des Euro-Systems, die in ihrem Auftrag handeln. Verkäufer sind überwiegend internationale Banken, die ihre Konten zum großen Teil in Frankfurt führen. Deswegen fließt zum Beispiel der Gegenwert für die Käufe der Banca d'Italia zu einem erheblichen Teil nach Deutschland.

    Allerdings können Target-Salden auch auf andere Weisen entstehen. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ist viel Geld nach Deutschland geflossen, weil die Bürger in einigen Ländern, etwa Griechenland, befürchtet haben, ihr Bankensystem könnte zusammenbrechen oder ihr Land könnte aus der Euro-Zone ausscheiden. Seit 2012 hat sich das aber beruhigt.

    Letztlich hängen die Target-Salden mit der zweistufigen Struktur des Euro-Systems zusammen, das aus den nationalen Notenbanken als Basis und darüber der EZB besteht. Gäbe es nur die EZB, die alles in allen Ländern erledigt, und keine nationalen Notenbanken wie die Bundesbank, dann gäbe es auch keine Target-2-Salden.

    Die Bundesbank geht davon aus, dass die Target-Salden wieder sinken werden, wenn die Zentralbanken weniger Liquidität in die Wirtschaft pumpen und sich die Banken am Interbankenmarkt wieder stärker gegenseitig Geld leihen.

    Mehr: Rechtsstreit um EZB-Anleihekäufe bringt Bundesbank in schwierige Lage

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