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Folgen des China-Crashs Angst vor dem Währungskrieg

Angesichts des Crashs an den Aktienmärkten könnte China seine Währung abwerten. Ziehen andere Länder nach, droht ein Abwertungswettlauf. Für viele Länder wäre das ein gefährliches Spiel.

Frankfurt 

Die chinesische Währung Yuan hat zu Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Quelle: Reuters
Hart oder weich?

Die chinesische Währung Yuan hat zu Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar abgewertet.

(Foto: Reuters)

Star-Investor George Soros ist für dunkle Prognosen berüchtigt. Nicht selten lag er damit richtig. Angesichts der Talfahrt am chinesischen Aktienmarkt sagte er jetzt: Das aktuelle Marktumfeld erinnere ihn an die weltweite Finanzkrise 2008.

Innerhalb weniger Tage wurden weltweit fast 2,5 Billionen Dollar an Aktienwerten vernichtet. Nicht nur der Einbruch bei den chinesischen Aktien bereitet Sorgen - auch die chinesische Währung Yuan. Seit Beginn des neuen Jahres hat die chinesische Notenbank den Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar um 1,4 Prozent heruntergesetzt. Das erscheint im Vergleich zu den Verlusten am Aktienmarkt eher marginal. Dennoch glauben viele, dass China seine Währung noch deutlich stärker abwerten könnte. Sie fürchten die Gefahr eines Währungskrieges. Der schwache Yuan drohe einen Abwertungswettlauf auszulösen, sagt etwa der mexikanische Finanzminister Luis Videgaray. Sprich: Eine deutliche Yuan-Abwertung könnte dazu führen, dass auch andere Schwellenländer den Wechselkurs ihrer Währungen drücken. Damit jedoch wären neue Probleme verbunden.   

Deutsche Aktien größte Verlierer des China-Schocks

Euro Stoxx 50

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Euro Stoxx 50
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Der wichtige europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 notiert am Montagnachmittag drei Prozent im Minus bei 3170 Punkten. In ganz Europa hat der chinesische Kurssturz sich fortgesetzt. Vor allem deutsche Aktien gehören zu den größten Verlierer im Euro Stoxx 50.

Deutsche Bank

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Deutsche Bank
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Die Deutsche-Bank-Aktie hat unter den 50 Werten im Euro Stoxx 50 am heftigsten unter den Kursabschlägen in China am Montagmorgen gelitten. Das Papier lag am frühen Nachmittag 5,15 Prozent im Minus.

Das Institut hatte kurz nach Weihnachten den Verkauf seiner Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank bekannt gegeben – für 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

Eon

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Eon
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Auch bei den weiteren größten Verlierern im Euro Stoxx 50 finden sich vor allem deutsche Unternehmen. Auf Rang zwei der größten Verlierer steht der Versorger Eon. Die Aktie hatte seit Mitte Dezember deutlich von 7,82 Euro zugelegt. Zum Jahresauftakt könnten daher Anleger interessiert sein, Gewinne mitzunehmen. Am Nachmittag steht ein Minus von 5,1 Prozent.

Fresenius SE

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Fresenius SE
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Auch auf Rang drei der Verlierer ein deutsches Unternehmen: der Gesundheitskonzern Fresenius. Das Minus liegt bei 4,9 Prozent.

BASF

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BASF
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Der Chemiekonzern BASF hat in den vergangenen Jahren stark vom Wachstum Chinas profitiert. Zweifel an der Wirtschaftskraft rütteln daher an der Aktie. Das Minus um 14.20 Uhr: 4,4 Prozent.

BASF

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BASF
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Mit einem geringeren Wirtschaftswachstum in China droht auch die Nachfrage gerade nach luxuriösen Autos einzubrechen. Das schadet der BMW-Aktie: minus 4,2 Prozent.

Siemens

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Siemens
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Auch auf Rang sechs der Verliererliste steht ein deutscher Konzern, in diesem Fall Siemens: minus 3,8 Prozent.

Tatsächlich rechnen viele Ökonomen damit, dass der Yuan abwerten wird. „China steht vor wirtschaftlich schwierigen Jahren“, sagt etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Das Land leide unter einem Überhang unverkaufter Immobilien und unter der hohen Verschuldung seiner Unternehmen. Das Wirtschaftswachstum werde weiter nachlassen und die Kapitalflucht befeuern. „Der Yuan sollte gegenüber dem Dollar weiter merklich abwerten.“

Der ökonomische Effekt: Chinesische Exporte werden im Ausland billiger – und ausländische Importe werden in China teurer. Das würde wichtige Handelspartner vor allem aus asiatischen Schwellenländern, die ebenfalls mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen, unter Druck setzen. Ihre Absatzchancen verschlechterten sich. Deshalb könnten sie den Wechselkurs ihrer  Währungen im Gefolge Chinas ebenfalls schwächen. Das Ergebnis wäre eine Abwertung auf breiter Front.

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Parallelen zur Asienkrise 1997/98
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