Fondsmanagerin Alexandra Annecke „Herr Sewing konnte erste Erfolge verbuchen“

Die Fondsmanagerin von Union Investment spricht über den Aktienkurs der Deutschen Bank, eine mögliche Kapitalerhöhung und den Umbau des Geldhauses.
Kommentieren
Nach einer Serie enttäuschender Quartalszahlen fällt zumindest die Verschuldungsquote der Deutschen Bank besser aus als erwartet. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Nach einer Serie enttäuschender Quartalszahlen fällt zumindest die Verschuldungsquote der Deutschen Bank besser aus als erwartet.

(Foto: dpa)

FrankfurtNach vielen Enttäuschungen bei der Deutschen Bank sind die Erwartungen an das Institut nicht mehr hoch gesteckt. Vielen geht es wie Alexandra Annecke, Fondsmanagerin bei Union Investment und Expertin für europäische Banken bei dem Assetmanager: Sie ist froh, dass es beim Quartalsergebnis zu keinen negativen Überraschungen gekommen ist. Die 44-jährige Bankkauffrau und ehemalige Mitarbeiterin der Deutschen Bank richtet ihren Blick nun auf den neuen Chef der Nummer eins in Deutschland, Christian Sewing. Er muss jetzt liefern.

Frau Annecke, kann die Deutsche Bank auch gute Nachrichten produzieren?
Positiv ist zunächst einmal, dass die Deutsche Bank nach einer Serie von enttäuschenden Quartalen am Montag nicht negativ überrascht hat. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Verschuldungsquote und gleichzeitig auf die harte Kernkapitalquote, die besser ausfallen als erwartet.

Haben wir mit den vorläufigen Quartalszahlen die Trendwende beim Aktienkurs gesehen?
Für eine nachhaltige Trendwende beim Aktienkurs muss die Deutsche Bank erst einmal über mehrere Quartale gute Zahlen liefern, die tatsächlich aus dem operativen Geschäft kommen. Das sehen wir bei den heutigen Zahlen noch nicht. Diese werden durch Sondereffekte begünstigt.

„Herr Sewing muss zunächst einmal umsetzen, was er angekündigt hat.“
Union-Investment-Managerin Alexandra Annecke

„Herr Sewing muss zunächst einmal umsetzen, was er angekündigt hat.“

Sind damit alle Diskussionen über eine Kapitalerhöhung beendet?
Das hängt eng mit der Gretchenfrage des Kapitalmarkts zusammen, wie tiefgreifend die Deutsche Bank letztlich restrukturiert werden muss, um nachhaltig profitabel zu sein. Für die bislang angekündigten Maßnahmen sollte die Kapitaldecke ausreichend sein.

Lässt sich im Ergebnis des zweiten Quartals der Frankfurter Großbank bereits die Handschrift des neuen Chefs der Deutschen Bank, Christian Sewing, erkennen?
Dafür ist es vielleicht noch zu früh, aber erste Etappenerfolge konnte Herr Sewing beim Bilanzabbau offenbar schon verbuchen. Das lässt sich an der verbesserten Verschuldungs- und Kapitalquote ablesen.

Was ist beim Umbau der Bank als Nächstes anzugehen?
Herr Sewing muss zunächst einmal umsetzen, was er angekündigt hat. Nach innen muss es ihm gelingen, die Belegschaft zu motivieren und auf seinen Kurs einzuschwören, ohne bei der dringend nötigen Kostendisziplin nachzulassen. Nach außen muss er transparent über die Fortschritte berichten und vor allem die Bindung von Kunden und Investoren an die Bank stärken.

Was halten Sie für den kritischsten Bereich beim Sorgenkind der deutschen Finanzgemeinde?
Die größten Baustellen sind aus Investorensicht die Restrukturierung der Investmentbank und die Modernisierung der IT-Landschaft. Beides ist eine Daueraufgabe.

Startseite

Mehr zu: Fondsmanagerin Alexandra Annecke - „Herr Sewing konnte erste Erfolge verbuchen“

0 Kommentare zu "Fondsmanagerin Alexandra Annecke: „Herr Sewing konnte erste Erfolge verbuchen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%